ALL BEAUTY MUST DIE [2010]

allbeautymustdie_01Als ich den Film anstellte und in diesem der Satz fiel, wie schön der von Kirsten Dunst gespielte Charakter doch wäre, wurde ich direkt gefragt ob ich das auch so sehe, sie wäre doch schließlich der Grund, warum ich den Film angestellt habe. Haltlose Unterstellung, natürlich, war es doch in diesem Fall Ryan Gosling, wenn auch aus anderen Gründen als dies bei Frau Dunst der Fall gewesen wäre. Tatsächlich aber halte ich Herrn Gosling für einen talentierten jungen Mann wegen dem es sich schon mal lohnen kann, einen Film anzustellen. Ob es sich hier auch gelohnt hat? Andere Kritiken verneinen dies mehr oder weniger, aber vielleicht seh ich das ja anders.


Der Millionärs-Sohn David Marks, der in jungen Jahren zusehen musste, wie sich seine Mutter in den Tod stürzte, lernt die attraktive Katie McCarthy kennen und lieben. Zuerst erfüllen sich beide einen Wunsch und eröffnen einen Bioladen in Vermont, aber dann gibt David dem Wunsch seines Vaters nach und steigt in die Firma ein. Sie führen zwar ein Leben in Luxus, aber nicht das Leben, dass sie wollten. Als Katie David eines Tages eröffnet, dass sie gerne Kinder hätte, reagiert er abweisend, zu dem scheint er sich von Tag zu Tag zu verändern, vor allem als sie ihm sagt, dass sie schwanger ist. Davids Vergangenheit scheint ihn einzuholen…

Es ist immer gut wenn man vor der Sichtung eines Films so wenig wie möglich über ihn weiß. So hier: Bis auf Titel und Besetzung hatte ich keine Ahnung, was mich erwartet – Inhalt, Genre, ich ließ mich überraschen. Das ist, insbesondere bei diesem Film, von Vorteil: Er beginnt mit der Einblendung „Basierend auf wahren Begebenheiten“ und einer Gerichtsverhandlung, anhand derer die Geschichte erzählt wird. Worauf die Geschichte hinaus läuft, weshalb David vor Gericht steht – all das entfaltet der Film nach und nach, in dem er die einzelnen Jahre der Beziehung von David und Katie Revue passieren lässt und zwischendurch mit rätselhaften Szenen vorgreift, die am Ende zusammenlaufen und ein komplettes Bild abgeben. Und so hat der Film theoretisch die Möglichkeit, Davids Persönlichkeitsveränderung genauestens zu dokumentieren, tatsächlich aber wirkt alles ein wenig überladen, will Andrew Jarecki möglichst viel zeigen. Ein wirklicher Fluss kommt nicht auf, die Zeitsprünge wirken willkürlich. Das letzte Drittel widerum mag sich nicht so ganz einfügen, trotz aller implizierten Neutralität wird zudem ein eindeutiges Bild der Geschehnisse gezeigt, da hätte mir ein offeneres Ende mehr zugesagt. Überhaupt hätten den Charakteren mehr Hinter- bzw. Beweggründe gut getan. Wer was warum macht, wird nicht immer deutlich.

Um auf den ersten Absatz zurückzukommen: Tatsächlich, gerettet wird der Film von seinen Darstellern. Ob Ryan Gosling, Frank Langella oder allen voran Kirsten Dunst : Alle gehen in ihren Rollen auf und verleihen dem Film mehr Glaubwürdigkeit und Dramatik, es ist sicht- und spürbar, dass die Geschehnisse nicht spurlos an ihnen vorbeiziehen. Und so kann man festhalten: „All Beauty Must Die“ ist ein lohnenswerter Film, dessen Sichtung man nicht bereut. Aber auch: Es ist kein Film, der zwingend auf jede Watchlist gehört, er hätte es aber werden können. Die Geschichte hätte in meinen Augen durchaus Potenzial für mehr gehabt.
kritik65_xb

P.S.: Warum man einen Film, der im Original „All Good Things“ heißt – also genau so, wie der Bioladen von David und Katie – zwingend für Deutschland umbenennen musste und ihm einen anderen – englischen (!) Titel gab, ist mir ein Rätsel. Kann das jemand aufklären?

3 Kommentare

  1. Pingback: 3. Allgemeine Altpapiersammlung |
  2. bullion · Dezember 7, 2014

    Neben „Vincent will Meer“ ist dies tatsächlich der einzige Eintrag, den ich nicht kommentiert hatte. Irgendwie erschreckend. Dennoch muss ich leider sagen, dass mich beide Filme auch nur bedingt interessieren…

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