STAR TREK BEYOND 3D [2016]

startrek13_01Als bekannt wurde, dass Justin Lin die Regie des dreizehnten Kinoabenteuers der Enterprise übernehmen würde, befürchtete ich das Schlimmste. „Schnelle und furiose“ Action ohne viel Handlung drumherum. Böse Menschen sagen das zwar auch über die beiden Abrams-Filme „Star Trek“ und „Star Trek – Into Darkness„, aber es würde ja immer noch etwas schlimmer gehen. Andererseits befinden wir uns im Jubiläumsjahr – da würde man sich doch etwas mehr Mühe geben und vielleicht, Neuausrichtung zum Trotz, etwas in Richtung „Back to the Roots“? Gut, der Trailer sah nicht danach aus, aber manchmal lügen Trailer ja auch.

Bis zu dem (in diesem Fall zu späten) „Twist“ geht es in dem Film grob darum, dass irgendein generischer Außerirdischer namens Krall die Raumstation „Yorktown“ mit irgendeiner tollen Waffe zerstören will, aus Gründen. Captain Kirk findet das nicht gut und versucht Krall davon überzeugen, dass das ne blöde Idee ist. Bis man dann erfährt, wieso, weshalb, warum ist es aber fast schon zu spät, so dass dies dem Zuschauer zu dem Zeitpunkt dann schon wieder egal ist, denn, mal ehrlich: Das ist es auch.

Ich bin bei dem aktuellen „Star Trek“ noch immer unentschlossen, was ich von dem Film halten soll – von einem wieder mal verschenkten 3D abgesehen konzentriert er sich erst einmal hauptsächlich auf die Schauwerte. Kralls Flotte agiert doch nur so, weil es auf der Leinwand toll aussieht. Die Funktionsweise dieser Superwaffe ist mir bis zum Schluss (& beyond) unverständlich – aber man kann sie halt ganz toll animieren, fast wie rote Materie. Und wenn die Enterprise ziemlich zu Beginn fachmännisch zerlegt ihre letzte Reise auf die Planetenoberfläche antritt, dann ist das so bombastisch inszeniert – und auch das Main Theme mit Chorbegleitung gibt noch einmal alles – dass ich von dieser Szene schon wieder begeistert bin. Man merkt schon: Viele Effekte gibt es in diesem Film nur, weil man es eben kann. Bei manchen Szenen wo es Sinn macht wie bei der abstürzenden Enterprise ist man froh, DASS sie es können.

Doch da gibt es noch ein kleines großes Problem: Abgesehen von der Action hat der Film nichts zu erzählen. Was vielleicht aber auch besser so ist, um die Zuschauer nicht zu überfordern – oder die Kritiker von Welt.de, die Dinge schreiben wie:

„Nur wo Boutella draufsteht, ist auch Boutella drin: Sofia Boutella als außerirdische Assassine, die Captain Kirk töten will. […] Die Sternzeit von „Star Trek Beyond“ ist 2263, also bevor die Enterprise 2265 zu ihrer fünfjährigen Reise nach Unbiskant aufbrechen wird. Kirk ist gelangweilt, Spock (Zachary Quinto) fragt sich, wie er Leutnant Uhura (Zoe Saldana) loswerden kann – er will Botschafter für den Vulkan werden, weil sein altes Ich, Leonard Nimoy, gestorben ist. […] Auf der Enterprise wird Sex nun toleriert, Mister Sulu lebt mit einem Mann zusammen. […] Der Schurke namens Krall (Idris Elba) grunzbrummt Unverständliches hinter einer Gummimaske, die vom Halloween-Fest in Ober-Stumpertenrod übrig geblieben sein muss. Er hat es auf einen kleinen Apparat aus Kirks Besitz abgesehen, mit dessen Hilfe eine IS-artige Armee von wabernden Herrnhuter Sternen irgendwie infiziert und gelenkt werden kann. Die soll ausschwärmen und die Menschheit erledigen, das übliche Verdächtige. […] Wenn alles nicht klappt, steckt Mister Chekov armdicke Kabel zusammen, das hat noch immer geklappt. […] „Sabotage“ der Beastie Boys macht die Schurken im All einfach verrückt, egal ob es im Weltraum niemand hören kann, weil Schall im luftleeren Raum … – einerlei. […] Der Brite Simon Pegg, der Scotty spielt, hat das Drehbuch mitverfasst, er wurde mit wunderschönen Parodien wie „Sean of the Dead“ bekannt.“ (sic!)

(Online-Kritik auf welt.de zu „„Star Trek Beyond“ auf Welt.de“, abgerufen 01.08.2016)

Abgesehen von der gewollten Lustigkeit ist das meiste natürlich Bullshit, zeigt aber auch wie egal dem Autor der Film und auch seine Kritik eigentlich ist. Musste ich jetzt nur noch irgendwie hier unterbringen.

Zurück zum Film: Er hat auch seine guten Seiten. Die Crew harmoniert miteinander wie in alten Zeiten, da wird sich angezickt, unmögliches möglich gemacht und dezent auf früher verwiesen. Chris Pine verwandelt sich langsam aber sicher in William Shatner und Gott sei Dank hat Scottys komischer Waldschrat-Kumpel keine allzu großen Auftritte. Neuzugang Sofia Boutella ist ein großer Gewinn und im Großen und Ganzen passt das alles, auch Leonard Nimoy (sowie der kompletten alten Crew) wurde angemessen bedacht.

„Der Weltraum, unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das […] 5 Jahre unterwegs ist, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat.“ So steht es geschrieben, aber so wenig hält der Film davon ein. Der total egale Plot ist es, der den Film belanglos werden lässt. „Star Trek Beyond“ wirkt wie eine durchschnittliche Monster-of-the-Week-Episode, gestreckt auf zwei Stunden. Nächstes Mal wirds dann hoffentlich wieder besser.

kritik65_xb

2 Kommentare

  1. Jo.

    Das mit „Sabotage“ im All war mir während dem Gucken gar nicht aufgefallen, also eher… Schall und Rauch (*insert*Schenkelklopfer). Irgendwie total egal der Film, wie schon die beiden Vorgänger, aber auch nicht beleidigend mit seiner zur Schau getragenen Belanglosigkeit. 3D habe ich selbst wohlweislich…umschifft (gnihihi).

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    • Xander · August 4

      Das “Sabotage“ fand ich, muss ich ja zugeben, schon ziemlich gut inszeniert. Inwiefern das jetzt zu dieser Filmreihe passt muss jeder selber entscheiden.
      Bei Gelegenheit muss ich auf jeden Fall noch mal den Vorgänger schauen. Nach diesem Film zweifel ich an meiner eigenen Wertung…

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