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DIE BOURNE-REIHE: IDENTITÄT / VERSCHWÖRUNG / ULTIMATUM / VERMÄCHTNIS [2002-2012]

“Wer ist Jason Bourne?”

Diese Frage musste sich Matt Damon 2002 in dem Film Die Bourne Identität nicht als erster stellen, denn bereits 1988 war Richard Chamberlain auf der Suche nach seiner Vergangenheit. Da die Sichtung dieses Zweiteilers jedoch schon zu lange her ist und die Erinnerung erst noch wieder aufgefrischt werden muss, beschäftigen wir uns vorab schon mal mit den Bournes neueren Baujahres.

Die Bourne Identität [2002]

diebourneidentitat_012002 war es soweit: Matt Damon durfte sein Gedächtnis verlieren und seine Version eines ahnungslosen Jason Bourne abgeben. Herausgekommen ist ein bodenständiger Agententhriller, der versucht halbwegs realistisch zu wirken – was größtenteils auch funktioniert. Wenn es einem zunächst auch schwer fällt, Matt Damon den knallharten Spezialagenten abzukaufen, fällt einem das im Laufe des Filmes immer leichter. Viel schlimmer finde ich da allerdings die Besetzung von Franka Potente, welche wohl hauptsächlich die deutschen bzw. europäischen Zuschauer ins Kino locken sollte (der einzige Grund, warum ja auch hin und wieder Til Schweiger in Hollywoodfilmen auftaucht). Bis auf die Treppenhausszene also ein spannender, glaubwürdiger Film, bei dem man auch in actionreicheren Momenten nie die Übersicht verliert oder den Kopf auf die Tischkante schlagen müsste.
kritik

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Shortcuts: DJANGO [1966]; COCKNEYS VS. ZOMBIES [2012]; AMERICAN PIE – DAS KLASSENTREFFEN [2012]

Django

django_01Sergio Corbuccis “Django” mit Franco Nero in der Hauptrolle ist DER Western-Anti-Held schlechthin. Kaum jemand der ihn, zumindest vom Namen her, nicht kennt – wobei Quentin Tarantino mit seinem „Django Unchained“ ja auch noch einmal kräftig nachgeholfen hat. Dabei haben diese beiden Filme – vom Titel, dem Titel-Song und der Tatsache, das Franco Nero in beiden Filmen (in dem einen mehr, in dem anderen eher weniger) mitspielt, kaum etwas gemein. Viel mehr dient die Namensgleichheit bei Tarantino wohl eher als Hommage, stellvertretend für alle anderen Italo-Western. Es lässt sich ja schließlich nicht leugnen, dass die beiden Sergios (sowohl Corbucci als auch Leone) großen Einfluss auf das Westerngenre hatten – und haben. Corbucci ist ja u.a. mit “Leichen pflastern seinen Weg” ein weiterer Meilenstein des Genres gelungen.
Alleine schon der Anfang des Films ist Kult und gehört womöglich zu den bekanntesten Szenen des Genres, wenn Django einsam durch die Wüste einen Sarg hinter sich her zieht, von dessen Inhalt weder der Zuschauer, noch die Dorfbewohner etwas ahnen, der die Leute aber im wahrsten Sinne des Wortes umhaut. Denn “Django” ist dreckig, brutal und nur stellenweise etwas lustig, wobei das aber nie aufgesetzt wird. Django, ein Anti-Held – und Wegbereiter für ein Genre.
kritik

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FIGHT CLUB [1999]

“My God. I haven’t been fucked like that since grade school.”

fightclub_01Ein Klassiker, Kultfilm womöglich, endlich gesehen. Ein Film, der sämtliche Hobbykritiker dazu verleitet, Ihre Kritiken möglichst intellektuell wirken zu lassen, man will den Film ja auch verstanden haben, und der Leser sollte doch möglichst einen Text lesen, der dem Film würdig ist. Keine Sorge, wird hier nicht passieren. Zu lange schon habe ich diesen kleinen Text hier vor mir hergeschoben, und bevor ich wieder die Hälfte des Films vergessen habe (aber wie könnte ich!), schreibe ich mal eben nieder, was mir dazu noch einfällt.

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DER GIGANT AUS DEM ALL [1999]

gigant_01Disney hat alles versaut. Wer nur Zeichentrickfilme von Disney kennt, geht von vorneherein davon aus, dass solche Filme nur was für Kinder sind, dass immer gesungen wird, dass alles immer niedlich ist, dass ein Elternteil stirbt. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ambitioniertere Projekte in schöner Regelmäßigkeit an den Kinokassen scheitern, wie ja auch der kürzlich hier besprochene „Titan A.E.“. Jetzt muss ich natürlich zugeben, dass ich seinerzeit vielleicht auch etwas blauäugig durch die Welt gelaufen bin und dem Film (hätte ich von ihm gehört) keine Chance gegeben hätte. Mit dem Alter kommt die Weisheit, „Der Gigant aus dem All“ wurde nun gesehen, ein Teil der Liste abgehakt.

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FOOD, INC. [2008]

foodinc_01Kühe sind keine Mais-Fresser. Die Wildkuh an sich bevorzugt Gras. Sie frisst auch Mais, klar, aber wo das hinführt, sehen wir momentan: Milch mit krebserregenden Pilzen aufgrund von verseuchtem Futtermais aus Serbien. Das Schimmelpilzgift Aflatoxin B1 wurde erst entdeckt, als es im Grunde schon zu spät war, als 10.000 Tonnen schon im Umlauf waren. Als 3.560 Bauernhöfe in Niedersachen schon ihre Kühe damit gefüttert hatten. Staatssekeretär Udo Paschedag fasst das Offensichtliche treffend zusammen: „Je billiger, desto schöner“. Und ein Sprecher des Importeurs Alfred C. Toepfer International sagte der ‘taz’: „Der Mais war nicht bio-zertifiziert“[1]. Womit wir wieder einmal einen Lebensmittelskandal hätten, bei dem alle etwas davon haben: Die Kritiker des Systems und die Befürworter der Bio-Landwirtschaft.

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Kurzkritik: WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN [2012]

Enthält Spoiler.

Kevin_01Wir müssen über Kevin reden. Doch, das müssen wir tatsächlich. Denn Kevin ist an seiner Schule Amok gelaufen. Warum? Genau darüber müssen wir sprechen. Wurde er in der Schule gehänselt? Hatte er eine schlimme Kindheit? Hat ihn seine Mutter nicht genug geliebt? Oder ist er ganz einfach von Grund auf böse, von klein auf, ein Psycho- bzw. Soziopath aus dem Lehrbuch? Es kann so viele Gründe haben, warum ein fast 16-Jähriger zu Pfeil und Bogen greift und auf seine Mitschüler schießt. Wer jetzt “Killerspiele” ruft, der macht es sich zu einfach.

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Kritik: GOD BLESS AMERICA [2012]

godblessamerica_01Es gibt viele Gründe Amok zu laufen: Mediengeilheit („Natural Born Killers“), Frust, weil man sich unbeachtet und unterbewertet fühlt („Amok“), weil man die Straßen “säubern” will („Taxi Driver“), oder, im weitesten Sinne, weil man das Verbrechen auf seine Art bekämpfen will („Super“). Vielleicht aber auch, weil man nur noch angekotzt ist von dieser Welt und den Menschen, die in ihr leben, weil man eigene Probleme hat, um die man sich zu kümmern hat („Falling Down“). Warum ich hier krampfhaft versuche, diese unterschiedlichen Filme auf einen Nenner zu bringen? Weil sie alle ein Teil von „God Bless America“ sind.

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