DOCTOR WHO: The Night / Day Of The Doctor

DayoftheDoctor_01Wieviele Serien (unabhängig vom Genre) gibt es eigentlich, die schon seit 50 Jahren laufen? Das dürften nicht so viele sein, beschränkt auf das Science-Fiction-Genre sogar noch viel weniger. Mit 50 Jahren ist „Doctor Who“ gut dabei, bei ungebrochenem Erfolg. Erst kürzlich hat die Serie den Weltrekord für die simultane Ausstrahlung von „The Day Of The Doctor“ gebrochen – für die zeitgleiche Ausstrahlung in 93 (!) Ländern auf 6 Kontinenten. 10,2 Millionen Menschen schauten das Special auf BBC One.* Während andere Serien ihren Zenit nach einigen Jahren überschreiten, bleiben dem Doctor die Fans erhalten. Und all diese Fans wurden nun belohnt: „The Day Of The Doctor“ hat die Erwartungen mehr als erfüllt.


Natürlich kann man nach Staffel 7 direkt weitermachen mit „The Day Of The Doctor“. Für’s Hintergrundwissen oder aber wenn man einfach nur die Regeneration des 8. Doctors sehen will empfiehlt es sich aber, die Mini-Episode „The Night Of The Doctor“ zu sehen. Auch wenn sich meine (Stamm-)Leser für „Doctor Who“ eher wenig interessieren, versuche ich auf Spoiler zu verzichten – man weiß ja nie.

The Night Of The Doctor

Ja, es gibt Leute, die anhand dieser sechs Minuten Paul McGann in einem Spin-Off oder Prequel als achten Doktor weiterhin sehen wollen. Da ich weder den „Doctor Who“-Film von 1996 mit ihm kenne, noch die Serie „Luther“, kann ich das nicht beurteilen – aber auch Benedict Cumberbatch wird von vielen als Doctor gehandelt, weil er in „Sherlock“ gut ist. Viele Schauspieler hätten diese sechs Minuten gut ausgenutzt, und vermutlich auch diese hätten die Leute in einer eigenständigen Serie sehen wollen. Viel gespannter war ich nach diesen sechs Minuten jedoch auf den War-Doctor von John Hurt, nicht nur wegen John Hurt, eher aufgrund der Tatsache, dass dieser nach dem achten Doctor kommt, wo man eigentlich Christopher Eccleston erwartet hätte. Außerdem stellen sich nach dieser Mini-Episode so viele Fragen: zählt die Regeneration oder war das eine „außer der Reihe“? Schließlich können Time-Lords (normalerweise) nur zwölf Mal regenerieren. Wird es demnächst einen weiblichen Doctor geben? Eine ideale Mini-Episode also, um die Vorfreude auf das große Special weiter anzufachen:

The Day Of The Doctor

Wow. Damit könnte ich diesen Text eigentlich schon beenden, viel mehr ist bald nicht zu sagen. „The Day Of The Doctor“ ist so viel mehr, als ich mir erhofft hatte, trotz allem, was ich mir zusätzlich noch gewünscht hätte. Es fällt mir sogar relativ schwer, hier jetzt Worte zu finden, ist doch im Grunde alles toll. Seit Eccleston bin ich dabei und habe auch die erste Classic-Staffel aufgearbeitet (der Rest folgt im Laufe der nächsten hundert Jahre), die „Doctors Revisited“ habe ich zwar nicht alle geschafft, aber immerhin bis zur fünften Folge, so dass ich mich doch gewappnet fühlte für das große Special. Natürlich, ich werde wohl kaum jede Anspielung auf frühere Doktoren erkannt haben. Das prädestiniert dieses Special aber zu Wiederholungssichtungen, wenn man des Doctors Vergangenheit aufgearbeitet hat.
Denn „The Day Of The Doctor“ baut auf Vorwissen auf und ist zum Einstieg in das Whoniversum denkbar ungeeignet. Man sollte nicht nur Kenntniss von „The Name Of The Doctor“ haben, zumindest die Staffeln seit dem Neustart sind mehr oder weniger Pflicht – die Tennant und Smith-Jahre auf jeden Fall. Und trotzdem möchte ich dieses Special jedem Sci-Fi-Freund ans Herz legen um zu zeigen, wie gutes Fernsehen aussehen kann. Die Balance aus Spannung und Humor, einer eigenständigen Geschichte und Bezüge auf die Serien-Vergangenheit. Ihr werdet inhaltlich vielleicht nicht alles verstehen. Aber Ihr werdet „Doctor Who“ in Reinform sehen.

Man konnte es sich denken, von daher wohl kein Spoiler: Es geht um des Doctors dunkelste Stunde: Die Beendigung des Zeitkrieges, die Vernichtung der Daleks und der Time Lords. Nicht nur, dass man sich damit wohl einer der wichtigsten Storys angenommen hat, sie wurde auch noch souverän umgesetzt. Dieses Special gehört auf die große Leinwand und ich ärgere mich, dass ich es nicht im Kino gesehen habe bzw. sehen konnte. Visuell atemberaubender als so mancher Blockbuster, wähnt man sich kaum in einer TV-Produktion. Das sieht gut aus, das hört sich gut an, vergisst aber bei aller Opulenz auch nicht seine Wurzeln. Alleine schon der Anfang weiß zu begeistern: Das Originale Who-Intro der Hartnell-Ära, sogar die ersten Szenen mit dem Polizisten und dem Schrottplatz sind identisch, Clara arbeitet sogar an der gleichen Schule wie Barbara und Ian.

Schade nur, dass Christopher Eccleston nicht mit von der Partie war – der Doctor, der sich nicht auf die Rolle festlegen lassen wollte und darum nur eine Staffel dabei war (und im Anschluss dann Filme gedreht hat wie „Wintersonnenwende“ oder „G.I. Joe“…). Gut, er sagt er hätte sich „in der Serienkultur nicht wohl gefühlt“ – aber in diesem Special hätte ich ihn schon gerne gesehen, war er doch derjenige, der die Serie mit wiederbelebt hat. Und für so ein Special sollte mein seine Differenzen auch mal beiseite legen können, haben ja schließlich beide Seiten was von. Dafür dann aber ein genialer John Hurt als „War-Doctor“, dessen Story zwar glaubwürdig war, bei dem ich mir aber einen Tick mehr „Warrior“ gewünscht hätte, das war mir dann doch ein wenig zu brav. Aber Billie Piper gleicht sowas dann wieder aus – alleine sie mal wieder in der Serie zu sehen, ist das Einschalten schon wert.

Drei (oder mehr…?) Doktoren, eine ehemalige Companion, Gallifrey, der Zeit-Krieg, Daleks, Timey-Wimey-Stuff und Königin Elisabeth I.: „The Day Of The Doctor“ ist das Beste, was ich bisher von „Doctor Who“ sehen durfte, da kommt auch „Blink“ nicht ran. Steven Moffat, zuletzt oft kritisiert, zeigt mal wieder, was er drauf hat. Anschauen! Mehrmals! Sofort!

kritik95_xb

* via

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5 Kommentare

  1. bullion · November 25, 2013

    Jetzt ist aber gut, ja? Wenn du so weitermachst, muss ich irgendwann doch noch mit der Serie anfangen. Hab doch keine Zeit! Kannst du – für den Fall der Fälle – eine gute DVD-Collection empfehlen?

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    • Xander · November 25, 2013

      Entweder Season 1 oder 5 der New Series. Sind beide ein guter Einstieg. Oder halt ganz von vorne…

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    • bullion · November 25, 2013

      Ganz vorne… du bist gut!

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    • Xander · November 25, 2013

      Du hast gefragt 😉

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  2. Pingback: Shortcuts: SPRING BREAKERS [2013]; DOCTOR WHO: THE TIME OF THE DOCTOR [2013] | Xanders Blog - Filme.TV.Sowas.

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