Kritik: DIE MUMIE




„Du sagtest doch, dass du nicht an Märchen oder Hokus-Pokus glaubst!“
„Naja, so eine Begegnung mit einer 3000 Jahre alten sprechenden Leiche kann einen schon umstimmen.“

Der Hohepriester Imhotep geht eine verbotene Affäre mit der Geliebten des Pharao, Anck-Su-Namun, ein. Als er überführt wird, werden beide zum Tode verurteilt, doch nicht nur das: Imhotep wird verflucht, und sollte er jemals wieder zum Leben zurückkehren, die Welt mit den zehn Plagen unterjochen. 1923 entdeckt der Abenteurer Rick O’Connell die Stadt der Toten, in der Imhotep begraben ist und entkommt nur knapp den Hütern dieses Geheimnisses. Doch einige Zeit später erhält er den Auftrag, das Geschwisterpaar Evelyn und Jonathan dorthin zu führen. Aber sie sind nicht die einzigen: O’Connells einstiger Freund und jetziger Rivale führt eine Gruppe Amerikaner ebenfalls dorthin. Eines Abends erweckt Evelyn unwissend Imhotep zum Leben und entfesselt seine Kräfte…

Ich weiß noch, damals, 1999, als „Die Mumie“ im Kino kam, fand ich den schon ziemlich gut. Reines Popcorn-Kino ohne Tiefgang aber mit umso mehr Unterhaltungswert. Seit dem habe ich den Film nicht wieder gesehen, bis gestern abend / heute auf DVD. Manche Dinge sollte man lieber in guter Erinnerung behalten…

Das mit gestern Abend / heute hat einen Grund: Gestern bin ich dabei eingeschlafen, und selbst heute musste ich zwischendurch mal pausieren und mich anders beschäftigen um nicht wieder den ganzen Abend zu verschlafen. „Die Mumie“ bietet in der ersten guten Stunde irgendwie nichts besonderes, davon aber jede Menge. Danach beginnt die eigentliche Action, und dann ist der Film zu Ende. Positiv hervorzuheben sind die Effekte, die zwar nicht in jeder Szene, aber meistens zu überzeugen wissen. Die Story ist mit Sicherheit nicht Oscar-reif, aber für Popcornabenteuer-Kino allemal ausreichend, Indiana Jones hatte im letzten Teil auch nicht mehr Glück. Die Musik fällt einem nicht wirklich auf, weder positiv, noch negativ, außer im Kampf kurz vor Ende meint man den Hauch eines Scores, fast sogar einer Titelmelodie, herauszuhören, und man fragt sich, warum nicht früher.

Eher später als früher, nämlich jetzt, komm ich mal zu dem Punkt, der mich am meisten nervt: Die Hauptpersonen, die Nebenrollen, alles was sprechen kann in diesem Film. Da „Die Mumie“ ja nun kein Horrorfilm ist und gerne ein bißchen „Indiana Jones“ sein möchte, hat man sich scheinbar kräftig beim „Tempel des Todes“ bedient: Eine nervige, tolpatschige Alte, nervige, „lustige“ Sidekicks und dämliche Sprüche an jeder Ecke. „Die Mumie“ versucht überall einen Witz unterzubringen, jeder Satz muss lustig sein und in die Historie der besten Filmzitate aller Zeiten eingehen. Dabei ist das meistens nur albern und völlig missglückt. Es kann auch keine Spannung oder nur ein Hauch von Bedrohung aufkommen, wenn geköpfte Mumien erst noch ein paar Sekunden mit ihrem Kopf jonglieren. Aber gelacht habe ich da auch nicht. Fremdgeschämt, ja. Zudem wirkt O’Connell wie eine Mischung aus Indiana Jones und Lara Croft in einer Sinnkrise – unbeholfen, aber mit zwei Knarren ballern und im Dreck spielen.

Ich habe mich dabei erwischt, mit Imhotep Mitleid zu haben. Weil er sich, nur weil er seine große Liebe wiedererwecken will, mit so einem Haufen Schwachköpfen abgeben muss.

Was meint Ihr?

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3 Kommentare

  1. lalia · August 10, 2008

    schon der Trailer damals hat mir nicht gefallen, und daher hab ich mir den Film nie angesehen. Auch noch nicht im TV. Was für ein Glück 😉

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  2. Pingback: Kritik: DIE MUMIE KEHRT ZURÜCK « at the movies - filme. tv. sowas.
  3. Pingback: Die Mumie (1999) « isinesunshine

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