STAR TREK: COUNTDOWN TO DARKNESS (Roberto Orci / Mike Johnson / David Messina) / STAR TREK INTO DARKNESS 3D [2013]

COUNTDOWN TO DARKNESS

countdowntodarkness_01Wie auch schon beim ersten Film, gibt es auch zur Fortsetzung einen Comic, der auf den Film einstimmen und einem die Geschichte schmackhaft machen soll. Ein tot geglaubter Captain, Klingonen und die Oberste Direktive, dass sind doch schon mal gute Zutaten aus dem Star Trek-Fundus, die immer gehen. Ansonsten will ich mich hier kurz fassen – denn so lesenswert die Geschichte auch ist, so hat sie doch herzlich wenig mit dem Film zu tun, wenn man vom letzten Panel einmal absieht, welches aber an sich schon wenig mit der vorangegangenen Geschichte zu tun hat. Die Zeichnungen verhalten sich ähnlich wie beim Band zum ersten Film – sie sind nicht wirklich detailliert, aber immer noch gut. Als alleinstehender Star Trek-Comicband ist „Countdown To Darkness“ gut zu lesen, recht spannend und obligatorisch unlogisch, als propagierte Einstimmung zum Film funktioniert er nur bedingt – zumal man schon beim Lesen merkt, dass er sich kaum mit bevorstehenden Ereignissen befasst. Denn das Gefühl hatte ich jedenfalls beim Lesen (VOR dem Film).
kritik


STAR TREK INTO DARKNESS

startrekintodarkness_01Beim ersten Teil hat es ja tatsächlich drei Anläufe gebraucht, bis er sich bei mir von sechs auf letztendlich acht Punkte hochgearbeitet hat. Das hatte ich glaube ich noch nie, in der Regel ist das ja anders herum, dass man sich erst flashen lässt und einen die Zweitsichtung auf den Boden der Tatsachen zurückholt. Insofern also ideale Voraussetzungen für den zweiten Teil, da jetzt wohl die Zeit ist für gute Bewertungen von Star Trek Filmen. Und Lens Flares hin oder her: J.J. Abrams hat es mit dem ersten Teil aller anfänglichen Skepsis zum Trotz geschafft, die Föderation an heutige Sehgewohnheiten anzupassen (schlimmes Wort, ich weiß) ohne sie zu verraten. [Spoiler sind zu erwarten]

James T. Kirk hat sich als Captain der Enterprise bewährt (nachdem er sich ja im ersten Teil auf bemerkenswerte Weise vom suspendierten Kadetten zum Captain hochgearbeitet hat) und wurde beauftragt, den Planeten Nibiru zu beobachten. Als ein Vulkan auszubrechen und die Bevölkerung zu vernichten droht, verletzt er dutzende Föderations-Regeln (unter anderem die Oberste Direktive), um die Einheimischen zu retten. Daraufhin wird er supendiert und zurück an die Akademie geschickt – nur um kurze Zeit später wieder als 1. Offizier unter Admiral Pike auf der Enterprise zu dienen. Als dieser nach einem Terrorakt eines gewissen John Harrison stirbt, ist er erneut Captain – mit dem Befehl, Harrison auszulöschen. Aber wie sich herausstellt, scheint doch mehr dahinter zu stecken, als der Oberbefehlshaber der Sternenflotte zugeben möchte…

Aus gutem Grund habe ich mich im Vorfeld so wenig wie möglich über diesen Film informiert. Schon als die ersten Gerüchte auftauchten, Khan würde in dem Film vorkommen, war mir das zu viel, wollte ich doch unvoreingenommen in den Film gehen. Und wenn dieser sich dann auf einen der besseren Teile der alten Filmreihe bezieht, will ich das vorher gar nicht wissen. Zu sehr würde man vergleichen, nach Ungereimtheiten suchen. Wobei insbesondere letzter Punkt hat sich ja in sofern fast erledigt, da wir uns in einer alternativen Zeitlinie befinden – da ist ja alles möglich. Und doch sind sie natürlich da, die Referenzen, in erster Linie durch das tatsächliche Auftauchen von Khan und Carol Marcus – letztere könnte ja noch einmal wichtig werden, wenn sich die Produzenten wieder einmal an vorhandenem Material „vergreifen“ wollen.

Von dem Gedanken, hier einen „Star Trek“-Film zu sehen in der (vergleichsweisen) Behäbigkeit der alten Filme (soll heißen: Story, Tiefgang, Dialoge zwischen echten Charakteren) hatte ich mich ja schon vorher verabschiedet, der Sternenzug ist ja schon im ersten Teil mehr zum Sternenkrieg avanciert, in diesem zweiten Teil mehr denn je. Denn, einmal abgesehen vom überflüssigen und selten hervortretenden 3D, fackelt Abrams hier ein Actionspektakel ab, dass seinesgleichen sucht. Dabei bleibt natürlich noch mehr Star Trek auf der Strecke und macht Platz für anspruchsloses Dauerfeuer, aber das ist ok, wenn es die Serie rettet. Und so wunderbar blendet wie in diesem Fall – und ich spreche nicht von den Lens Flares. Da kommt es natürlich schon mal vor, dass beamen nur in eine Richtung geht, weil der Film sonst zu schnell vorbei wäre – aber was wäre die Serie ohne derartige Logiklöcher. Wenn sich Chekov im ersten Teil noch damit brüstet, besonders gut sich schnell bewegende Ziele mit dem Transporter erfassen zu können und hier dankend ablehnt, weil die Ziele sich bewegen – ich habe gelernt, mit sowas zu leben.

„Star Trek Into Darkness“ ist ganz großes Blockbuster-Kino, ist aber nicht und will auch eins nicht sein: mehr als das. Die Eingangssequenz ist cool, der Bösewicht ist cool, die Action rockt, das Hirn hat Pause. Keine Ahnung, ob Roddenberry das gut finden würde. Ich für dieses Mal schon.
kritik

8 Kommentare

  1. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · Mai 21, 2013

    Dabei bleibt natürlich noch mehr Star Trek auf der Strecke und macht Platz für anspruchsloses Dauerfeuer, aber das ist ok, wenn es die Serie rettet.

    Es ist ok, wenn ein Film sich noch mehr von Star Trek entfernt, wenn er damit die Star Trek-Serie rettet? Find ich irgendwie befremdlich, die Aussage.
    Wenn also im nächsten Teil (The Star Trek Hangover), nur um ein abtruses Beispiel zu nennen, Kirk, Spock und McCoy völlig verkatert in irgendeiner Raumstation am Rande der Galaxie aufwachen und den vergangenen Abend rekapitulieren müssen, der sie durch klingonische Paläste und jede Menge romulanisches Bier geführt hat, dann wäre das ok, solange es die Serie rettet (sprich: Hunderte Millionen einspielt)?🙂

    Empfand den Teil als arg problembeladenen Film, der eigentlich immer nur dann gut ist, wenn es mal keine Action gibt (die zudem ohnehin nicht wirklich spektukulär ist und deren Set Pieces man allzu bald bereits wieder vergessen hat). Blockbusterkino ist irgendwie nicht mehr das, was es mal war😦

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  2. Xander · Mai 21, 2013

    „Es ist ok, wenn ein Film sich noch mehr von Star Trek entfernt, wenn er damit die Star Trek-Serie rettet? Find ich irgendwie befremdlich, die Aussage.“
    Soll heißen, dass die Hoffnung auf ein zukünftiges, „richtiges“ Star Trek bleibt. Wenn diese durch so ein Popcorn-Star Trek aufrecht erhalten bleibt, find ich das ok. Es geht mir nicht um Gewinnmaximierung. Und dein Beispiel macht mir Angst!

    „Blockbusterkino ist irgendwie nicht mehr das, was es mal war“
    Geb ich dir prinzipiell Recht und geht mir manchmal auch so – in diesem Fall aber (Gott sei Dank) nicht. Vielleicht finde ich ja auch den gleichen Film in der Zweitsichtung wesentlich schlechter – so objektiv bin ich halt nicht. Hatte viel Spaß im Kino, das zählt erst mal.

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