Kritik: BURN AFTER READING


„Osborne Cox?“
– „Ja?“
„Ich dachte, Sie machen sich vielleicht Sorgen über den Verbleib von Ihrem… Geheimscheiß!?“

Osborne Cox wird vorgeworfen, ein Alkoholproblem zu haben. Als er daraufhin freigestellt wird, beschließt er, seine Memoiren zu schreiben und seine Frau beschließt wiederum, die Scheidung einzureichen. Sicherheitshalber brennt sie seine Daten auf CD, um etwas gegen ihn in der Hand zu haben. Doch die CD gelangt in die Hände von Chad und Lina – und diese, mit dem Glauben hochbrisantes Material in den Händen zu halten, versuchen daraus Kapital zu schlagen…



Zu den zwölf Filmen der Coen-Brüder, von denen ich zwar nicht alle gesehen habe, aber die gesehenen zumindest gut finde („Arizona Junior“, „The Big Lebowsky“, „Oh Brother, Where Are Thou“, „No Country For Old Men„) gesellt sich nun ein 13., die intelligente Komödie „Burn After Reading“. Dabei schlagen die beiden eine gänzlich andere Richtung als bei dem Vorgänger ein und knüpfen so wieder an ihre sehr guten bisherigen Komödien an.

Die Story ist dabei wie gewohnt wendungsreich und voller schwarzem Humor, die Charaktere völlig abgedreht und das Ende mehr oder weniger unerwartet. Die Gags sitzen, die Schauspieler sind in Hochform. Der Film lässt die Sache ganz ruhig angehen – Osborne wird gefeuert, seine Frau will sich scheiden lassen, sie hat nämlich noch eine Affäre – diese Affäre wiederum lernt Linda kennen, und Chad und Linda wollen ja grade Osborne erpressen. Bis dieser Zeitpunkt erreicht ist, vergeht einige Zeit. Der Film lässt sich Zeit, die Charaktere einzuführen, zieht aber dann das Tempo an, die Geschehnisse überkreuzen sich, und das CIA weiß eigentlich gar nicht was da los ist und ist ziemlich ratlos.

„Beobachten Sie sie, was sie so tun. Und berichten Sie mir wieder, was so läuft.“

Am Ende des Films ist man erstmal sprachlos – was ist da grade passiert, und vor allem – warum und was war der Auslöser? Im Grunde geht es um diese CD mit dem „Geheimscheiß“, doch es sind ja letztendlich nur Osbornes Memoiren, doch Chad und Linda wissen das nicht. All die Geschehnisse drumherum, die durch diese Kleinigkeit miteinander verwickelt werden sind Nichtigkeiten – bis zum „großen“ Finale, in dem dann jeder merkt – wofür das ganze?

Der Film ist eine sehr gute Abwechslung zu den lauten Komödien, die aus Angst, zu wenig Aufmerksamkeit zu erreichen auch gerne mal unter die Gürtellinie zielen. „Burn After Reading“ ist da ruhiger, unaufdringlicher und grade das macht den Witz aus, das lässt die völlig überzeichneten Charaktere so absurd erscheinen.


„Wir sollten das nicht wiederholen. Was auch immer… das war.“

Fazit: Wenn am Anfang auch etwas zu ruhig, so ist „Burn After Reading“ auf seine Art eine sehr gut funktionierende Komödie, die mit einer etwas höheren Gagdichte sogar noch besser wäre – aber vielleicht war das ja auch genau so gewollt, wie es jetzt ist.

Dieser Film könnte Euch gefallen, wenn Ihr folgendes mögt:
„The Big Lebowsky“, „Oh Brother, Where Are Thou?“, „Very Bad Things“

3 Kommentare

  1. the gaffer · Oktober 5, 2008

    Hab deine Kritik noch nicht gelesen, da ich den Film am Dienstag angucken werde, aber allein das Zitat steigert meine Vorfreude. Geheimscheiß! Yeah! 😉

    Liken

  2. Xander · Oktober 6, 2008

    DANN wirst du den Film lieben 😉

    Liken

  3. Pingback: Media Monday #70 « at the movies 2

Sag was dazu!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s