Kritik: KLICK


„Oh mein Gott ich bin ein Fettsack!“

Michael kommt gar nicht mehr klar: Durch seinen Job als Architekt hat er immer weniger Zeit für seine Familie. Als er die Chance bekommt, in seiner Firma zum Partner befördert zu werden, wird das auch nicht besser. Gott sei dank erhält er von Morty eine Universal-Fernbedienung – zum Fernbedienen des Universums. Stummschaltung, Vorlauf, Autopilot, Audiokommentar – sieht so als, als würde er sein Leben doch noch in den Griff bekommen…

Das am Anfang genannte Zitat verrät schon, wohin das Niveau ist, als der Film gedreht wurde: Es hat sich ne Auszeit genommen und Urlaub am Südpol gemacht. Im Reisebüro war die Zielvorgabe scheinbar: Möglichst weit weg, und möglichst weit unten.

Ok, Adam Sandler Filme sind von Natur aus keine Arthaus-Kunstwerke und entweder, man guckt sie mit Kindern oder ist besoffen. Besser nicht beides, weil sonst verprügelt man noch aus Frust die Kinder. Denn selbst besoffen sind sie schwer zu ertragen (Ausnahme: „50 erste Dates“). Sandler gehört weiß Gott nicht zu den begnadetsten Schauspielern Hollywoods, doch hat er stets zu seinen Rollen und Filmen gepasst. Aber in diesem Film stimmt einfach gar nichts.

Zuerst einmal, „Klick“ eine Komödie zu nennen ist schon fast eine Beleidigung richtiger Komödien. Richtig gelacht habe ich eigentlich gar nicht, vermeintlich lustige Szenen (Hund rammelt Plüschente) werden hoffnungslos oft wiederholt (auch mit anderen Hunden in anderen Stellungen), werden dadurch aber nicht lustiger. Andere „Gags“:
– Michael will den Fernseher anschalten, startet aber zuerst den Ventilator, dann öffnet er die Garage. Schon klar. Die einzige, klobige Fernbedienung mit nur zwei Knöpfen auf dem Tisch (Ventilator) und der (doch wohl studierte?) Architekt und Familienvater greift sich diese, um den Fernseher anzuschalten.
– Michael drückt auf Pause, um seinen Chef (David Hasselhoff…!!) ins Gesicht zu pfurzen. Ha. Ha.
– Der Audiokommentar (also IN dem Film) kommt von Arnold Schwarzenegger, und sein Hammergag ist es, einmal „I’ll be back“ zu sagen.
Also mehr so genannte Witze fallen mir jetzt spontan auch schon gar nicht mehr ein.

Richtig übel wird es dann, wenn die Fernbedienung anfängt, verrückt zu spielen. Sex gibt es in drei Minuten und Michael liegt debil grinsend neben seiner Frau, die nicht mal warm geworden ist. Michael wacht eines morgens auf und ist (verdammt) dick geworden, so dass auch jeder sieht „so stellt sich Adam Sandler eine gescheiterte Existens vor“. Womit wir ja wieder bei unserem Eingangszitat wären.

Last but not least: Der Charakter, der von Adam Sandler dargestellt wird, ist ein absolutes Arschloch. Man fragt sich da gleich mehrere Sachen: Morty gab sie ihm, da er in ihm „einen guten Kerl“ erkannt hat. Wo? Und: Wieso ist Donna (seine Frau) überhaupt mit ihm zusammen? Er weiß ja außerdem nicht mal, wie der Fernseher angeht (hahaha… Mördergag!).

So eine Fernbedienung ist schon cool, und auch der einzige Grund, warum ich mir den Film angetan hab. Einfach um mal zu denken: Was wäre wenn… aber wenn das SO ist: Dann lieber nicht. Ich wüsste aber, was ich tun würde, wenn ich jetzt so ein Gerät hätte: Mir die verloreren ca 1,5 h zurückholen.

Zwei Punkte aber trotzdem, denn: Coole Idee und Kate Beckinsale.

2 Kommentare

  1. cliphead · Juni 10, 2008

    Eine sehr unterhaltsame Kritik. Habe bis jetzt immer einen Bogen um den Film gemacht, aber jetzt bin ich bekräftigt in dem Willen ihn nie zu sehn.

    Gefällt mir

  2. Pingback: Kritik: THE HAPPENING « at the movies – filme. tv. sowas.

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