Kritik: TRON LEGACY [2011] (ZS)

„Kein Film, der bei jeder Sichtung gewinnen wird“ war nach der Erstsichtung mein Schlusswort, und im Nachhinein muss man sagen: Das stimmt wohl. Die Erstsichtung seinerzeit im Kino in 3D, mit einem bombastischen Score und schicken Visuell Effects konnte „damals“ bei mir unheimlich viel kaschieren, was für den Moment ja ganz ok ist. Jetzt allerdings, beim zweiten Mal, deckt der Film schonungslos auf, was in ihm steckt: Nicht viel. Sicherlich, die Effekte sind immer noch gut, die Musik ebenso, aber wer dazu noch so wenig zu erzählen hat, der kommt auf Dauer damit nicht weit. Jeff Bridges als digitaler Jedi Ritter, der sich mit Spiritualität gegen sein Sith-Alter-Ego auflehnt, ein New-Age fünftes Element, das so gerne die Sonne sehen möchte – „Shut up!“ möchte man rufen, und wenn Flynn im Raster auf seinen computergenerierten Kissen sitzt und meditiert, ist das ein erstes Zeichen dafür, dass hier irgendwas schiefläuft.

Der Film hat immer noch seine Momente, dass steht außer Frage. Die Szenen mit Castor/Suse fand ich ja bei allem abgedrehten Overacting doch sehr spaßig und somit sehr gelungen, hat man doch das Gefühl, dass „Tron Legacy“ hier mal etwas aus sich rauskommt, nicht so verkrampft ernst ist und nicht alle mit deprimierten Gesichtern rumlaufen. Denn ein Film, der in solch einer digitalen Welt spielt und in dem man Motoräder mal eben aus dem Ärmel schüttelt, sollte sich tunlichst nicht all zu ernst nehmen. Wenn dann noch so ein Quatsch hinzukommt wie eine Armee Programme, die die reale Welt einnehmen wollen – vielen Dank auch. Ich stelle mir auch die Frage, auf welchem Server der Raster lagert. Was würde passieren, wenn (aus welchen Gründen auch immer) der Strom ausfällt – startet dann alles vom letzten Speicherpunkt bzw. Checkpoint?

In solchen Fällen bin ich immer froh, mir nicht voller Euphorie direkt die Blu Ray bestellt zu haben. Hier kam der Film „nur“ im Fernsehen, und ohne die „Pause“-Taste zu vermissen, konnte man sich zwischendurch ruhigen Gewissens anderen Dingen zuwenden.
Im Übrigen wäre eine Kritik zur Zweitsichtung von „Avatar“ ähnlich ausgefallen – unglaublich, wieviel auch dieser Film im Heimkino verliert, was auch wieder der mangelhaften Story zuzuschreiben ist. Man kann also festhalten: Es gibt Filme, die sind fürs Kino gemacht. Da kann der Fernseher noch so groß und die Anlage noch so gut sein.

Kritik: TRON LEGACY 3D [2011]

Lang hats gedauert, jetzt läuft die Fortsetzung des 1982 gestarteten Tron endlich im Kino. Tron, der ja beim Kinostart nicht mal sonderlich erfolgreich war, sondern sich erst im Nachhinein zu einer Art „Kultfilm“ entwickelt hat, setzte seinerzeit Maßstäbe in Sachen Computertechnik in Realfilmen und dies macht ihn bis heute besonders. Trotz dessen wurde auch Wert auf die Story gelegt, die zwar irgendwie an den Haaren herbeigezogen war, aber im Kontext des Films schon irgendwo Sinn machte: Das rebellische Programm Tron soll das übermächtige Programm MCP aussschalten, damit Kevin Flynn beweisen kann, dass Encom seine von ihm entworfenen Computerspiele gestohlen hat. Im Verlauf der Geschichte wird Flynn selber in das Programm gezogen und kämpft an der Seite von Tron. Die Geschehnisse in der realen und der in der Computerwelt hängen also schon irgendwie zusammen. Würde es Tron Legacy auch schaffen, etwas mehr zu sein als eben nur eine Fortsetzung mit besseren Effekten?

Kevin Flynn ist mittlerweile seit 20 Jahren verschwunden, sein Sohn Sam hält zwar die meisten Anteile an Encom, ist aber nicht wirklich an einer Mitarbeit in dem Unternehmen interessiert. Viel mehr hat er das Verschwinden seines Vaters nie wirklich überwunden und lebt rebellisch und selbstzerstörerisch. Als er eines Tages in der alten Spielhalle seines Vaters seinen alten Computer entdeckt, wird er, so wie Kevin Flynn seinerzeit, in eine Computerwelt gezogen und erhält eine Ahnung, wo sein Vater die ganze Zeit steckte: Gefangen in dieser Welt, die von seinem digitalen Pendant CLU beherrscht wird. Zusammen mit dem Programm Quorra versuchen sie nun eine Rückkehr in die reale Welt…

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