DARK SHADOWS [2012]

darkshadows_01Tim Burton, Johnny Depp, Helena Bonham-Carter, Danny Elfman: Eine Kombination, die man so oder ähnlich schon kennt. Und zumindest wenn die zwei bis drei erstgenannten zusammen arbeiten, kommt da häufig was Gutes bei rum. Nicht immer – man denke da nur mal an „Alice im Wunderland“. Aber es kommt vor – siehe zuletzt „Sweeney Todd“. Doch kann man allen Optimisten die darauf hoffen, mit „Dark Shadows“ einen sehr guten Burton zu sehen gleich den Wind aus den Segeln nehmen: Dem ist nicht wirklich so. Immerhin ist er jedoch besser als „Alice“, was ja auch schon mal viel wert ist. Woran das liegt? Vielleicht weil ich vor der Sichtung schon völlig genervt war, weil sich bei der Blu Ray beim Filmstart das Bild-im-Bild Bonusmaterial nicht abstellen ließ, obwohl es laut Menü „aus“ war. Wem das ähnlich geht: Auch wenn es „aus“ ist, muss man’s erst „an“ stellen, um es dann wieder „aus“ zu stellen. Danke, Warner. Ging ja bestimmt nicht anders. Zurück zur Ausgangsfrage: Vielleicht lag’s aber auch am Film.

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Complete: PLANET DER AFFEN (PLANET OF THE APES) 1-„8“ [1968-2014]

Planet der Affen (1968)

Das Problem heutzutage wird einfach sein, dass die meisten das Ende dieses Films schon kennen, zu berühmt ist es, und viel zitiert. Dadurch wird dem Schluss des Films ein wenig der Effekt genommen, ist aber nicht weiter tragisch. Schaffners Dystopie aus 1968 fällt in erster Linie durch die genialen Affenmasken auf, die Geschichte ist zwar alles andere als subtil, mag aber dennoch zum Nachdenken anregen. Besonders der Beginn ist etwas verstörend, wenn die Rollen klar verteilt sind: Der Mensch ist das Tier, zu dumm um gezähmt zu werden. Wir wissen: Das ist unfair, das stimmt so nicht, und unweigerlich denkt man in die Geschichte zurück und erkennt: Ähnlich wurde mit diversen Bevölkerungsgruppen auch verfahren. Und wenn man Ende der Wahnsinn des Krieges angeprangert wird, ist der Zuschauert wenn auch kein besserer Mensch, dann vielleicht aber ein wenig sensibilisiert. Und bei aller gesellschaftlicher Kritik – Rassenproblematik, Religion vs. Wissenschaft, Krieg – so ist „Planet der Affen“ auch noch ein unterhaltsamer Science-Fiction-Film.

Rückkehr zum Planet der Affen (1970)

Die ersten 40 min passiert fast das gleiche wie im Vorgänger, und was danach passiert, möchte man am liebsten gar nicht gesehen haben. Verstrahlte Mutanten, die eine heilige Atombombe anbeten – naja. So nett die Idee ja auch ist, Menschen zu zeigen, die sich nicht den Affen unterwerfen, noch sprechen können und sich sogar weiterentwickelt haben, so wie das hier gelöst wurde, ist das nicht ernst zu nehmen. Die Affenmasken können zwar immer noch überzeugen, aber das alleine hilft dem Film dann auch nicht mehr, der sich voll und ganz auf den Vorgänger verlässt. Affentechnisch gibt es somit auch nichts neues zu erzählen, so dass die Mutantenmenschen herhalten müssen. Zum Ende hin immer schlechter werdender Film.

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Shortcuts: VOLL AUF DIE NÜSSE (Dodgeball) [2004]; ALICE IM WUNDERLAND [2010]; 30 DAYS OF NIGHT [2007]

Voll auf die Nüsse (Dodgeball) [2004]

Alleine schon aufgrund des deutschen Titels habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet, auch weil Ben Stiller nicht unbedingt für anspruchsvolle Arthaus-Filme bekannt ist. Im Nachhinein ist der Film jedoch durchaus unterhaltsam, was aber nur an der Situationskomik und den skurillen Charakteren liegt, denn sobald es mal etwas ruhiger wird und sich die handelnden Personen versuchen zu unterhalten, kehrt gepflegte Langeweile ein und man erkennt, wie belanglos das doch alles ist. Die Story über eine Verlierertruppe, die ein Dodgeball-Turnier (eine Art Völkerball) gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner gewinnen muss, um ihr Fitnessstudio zu erhalten hat mit Sicherheit auch keinen Innovationspreis gewonnen, so dass hier nicht mit Überraschungen zu rechnen ist. Als leichte Unterhaltung zwischendurch ist der Film also durchaus zu gebrauchen, zu mehr reicht es jedoch nicht.

Alice im Wunderland [2010]

Alice hat mich irgendwie ratlos zurückgelassen. Ich hatte mir im Vorfeld wirklich vorgenommen, den Film zu mögen, von wegen Tim Burton und Johnny Depp und so, aber zu 100% hat das leider nicht funktioniert. Das Wunder- bzw. Unterland sieht zwar herrlich skurril aus und ist stellenweise genau so düster wie auch farbenfroh, aber das scheint nur oberflächlich zu sein, der Rest wirkt irgendwie… glattgebügelt, ohne Ecken und Kanten, ohne Überraschungen. Zudem brauchte ich so meine Zeit, mich an die Kombination „reale“ Schauspieler in digitaler Welt zu gewöhnen, denn man sieht sehr wohl einen Unterschied, die CGI überzeugt hier nicht vollends (wobei die Frösche jedoch grandios sind). Vielleicht ist das im Kino in 3D nicht so zur Geltung gekommen, im Heimkino in 2D, dafür aber HD, um so mehr. Unter diesem Gesichtspunkt kann man den Film wohl kurz mit Avatar vergleichen, und hier zieht er den Kürzeren. Zusammen mit den oberflächlichen Charakteren, der spannungsbefreiten Story und einer Hauptperson, die einem ziemlich egal ist, muss man zu dem Schluss kommen, dass Tim Burton schon bessere Filme gemacht hat, und so schiebe ich das einfach mal auf Disney.

30 Days Of Night [2007]

Vampir-Film der etwas anderen Art. Während sich anderswo von Vampiren bedrohte Menschen damit trösten können, dass die Bedrohung am nächsten Morgen beim ersten Sonnenstrahl vorbei ist, haben die Leute hier wirklich die Arschkarte gezogen: So weit oben in Alaska ist es schon mal 30 Tage dunkel, ein idealer Ort für die Blutsauger, um ihr Winterquartier aufzuschlagen, bei gesicherter Nahrungsversorgung. In der ersten Hälfte durchaus spannend konstruiert, kippt der Film meiner Meinung nach in dem Moment, in dem der Chefvampir den Mund aufmacht. Nicht nur, dass es drehbuchtechnisch scheinbar nicht mehr so viel zu erzählen gibt (wer sich nicht versteckt wird ausgesaugt, bestenfalls), sondern irgendwie passt diese merkwürde Art der Kommunikation nicht wirklich zu diesen zombieähnlichen Vampiren und erinnert etwas an den Omega-Mann, was nicht gut ist. Und an die (sehr gute) Folge „Hush“ von Buffy wurde ich auch erinnert, da das Creature-Design nicht ganz unähnlich ist. Wobei die Buffy-Folge besser ist als dieser Film.

Double-Feature: ED WOOD [1995] + PLAN 9 FROM OUTER SPACE [1959]


„Wenn man eine Vision hat, dann muss man für sie kämpfen. Wer will schon sein Leben lang die Träume anderer verwirklichen!?“

Uwe Boll hatte Ed Wood bis vor kurzem eine Kleinigkeit voraus: Ich kannte zumindest einen Film von ihm, so dass ich zumindest in Teilen mitreden konnte. Bei Wood verhielt es sich anders: Das er der schlechteste Regisseur aller Zeiten sein soll oder Plan 9 zumindest der schlechteste Film, das nahm ich mal einfach als gegeben hin. Far Cry beispielsweise fand ich scheiße, da fällt es schon leichter zu glauben dass Boll auch ansonsten keine Meisterwerke fabriziert hat. Doch diese Zeiten sind vorbei: Mit einem kleinen Themenabend im Heimkino gedachten wir Edward Davies Wood jr. und seinem wohl bekanntesten Werk.

ED WOOD [1995]

„Bei Filmen geht es nicht um kleinliche Details, sondern um die ganze Geschichte.“
– „Tatsächlich?“
„Ja!“
– „Und warum ist dann der Polizist bei Tageslicht angekommen und jetzt ist es schon dunkel?“
„Das weiß doch nun jeder: Irritationselemente steigern die Spannung!“

Ein Film von Tim Burton mit Johnny Depp in der Hauptrolle – das klingt zunächst einmal nicht besonders „besonders“ oder gar originell, hat man sich an diese Konstellation doch schon gewöhnt und sie aber auch sehr zu schätzen gelernt. Ist dieser Film dann aber als Hommage an die damalige Zeit in schwarz-weiß und geht es um den berühmtesten schlechtesten Regisseur aller Zeiten, dann wird man schon hellhörig und das, soviel sei verraten, völlig zu Recht. Ed Wood ist ganz großartig und es gibt viele Gründe, warum das so ist.

Ed Wood träumt von seinem eigenen, erfolgreichen Hollywood-Kassenschlager. Seiner Meinung nach hat er die Fähigkeiten und das Talent dafür, doch leider fehlen ihm zum ganz großen Wurf die Mittel. Ein kleiner Lichtblick scheint da seine Freundschaft zum alternden, ehemaligen Filmstar Bela Lugosi zu sein, den er für relativ kleines Geld werbewirksam in seinen Filmen unterbringen kann. Die Tatsache, dass Wood sich gerne in Frauenkleidern zeigt, ist nicht sonderlich hilfreich bei der Suche nach Geldgebern. Nachdem sein Film Bride of the Monster nicht ganz die erwartete Publikumsresonanz findet, setzt er all seine Hoffnung in sein neuestes Projekt: Grabräuber aus dem Weltall. Da er allerdings als Financiers eine Baptistengemeinde gefunden hat, ändert er den Titel schließlich in Plan 9 From Outer Space. Die Dreharbeiten beginnen…

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Kritik: SWEENEY TODD – DER TEUFLISCHE BARBIER AUS DER FLEET STREET


„Ich garantiere Ihnen die glatteste Rasur Ihres Lebens!“

Benjamin Barker wurde von Richter Turpin verbannt, da dieser seine Frau Lucy begehrte. 15 Jahre später kehrt er als Sweeney Todd zurück und erfährt von der Pasteten-Bäckerin Mrs. Lovett, dass sich seine Frau vergiftet hat. Seinen alten Barbier-Beruf wieder aufgreifend, schwört Todd Rache an Turkin. Um zu „üben“, ermordet er in seinem Barbiergeschäft unschuldige Menschen – welche dann von Mrs. Lovett zu Pasteten verarbeitet werden. Und der Tag der Rache rückt näher…

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