SCHUTZENGEL [2012]

Schutzengel_01Ich gehöre ja nicht zu den Leuten, die prinzipiell etwas gegen Til Schweiger haben, auch wenn das modern ist. Ich fand „Der Eisbär“ gut, ich mag auch „Barfuss“, „Keinohrhasen“ ist jetzt auch kein Totalausfall, „Wo ist Fred?“ ist auch recht amüsant. Schweigers Problem ist einfach, dass er seine Rollen immer ähnlich anlegt, von Wandlungsfähigkeit kann man kaum sprechen. Und so sind seine Parts oftmals die schwächeren, die o.g. Filme ansonsten aber nicht so schlecht, wie sie gerne gemacht werden. Und die neueren sehen nicht nur gleich aus (Sepia FTW!), die Plakatgestaltungen sprechen oft schon Bände, wie innovativ die Filme dann tatsächlich sind. Jetzt also: „Schutzengel“. Mal nichts mit Romantik und Kitsch, dafür aber Action. Aber trotzdem mit viel Gefühl? Wenn das mal gut geht.

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Shortcuts: SUCKER PUNCH [2011]; ZWEIOHRKÜKEN [2009]; MARVEL’S MAN-THING [2005]

Sucker Punch

Zack Snyder ist ein Genie. Jeder sollte denken, er könnte nur bekannte Vorlagen visuell eindrucksvoll abfilmen, ohnen ihnen einen neuen Sinn oder gar etwas wie eine Seele mit auf den Weg zu geben, und dann kommt ein Film wie „Sucker Punch“ und belehrt uns allen eines Besseren. Noch nie hat uns Männern ein Autorenfilmer so schonungslos den Spiegel vorgehalten, sich so imposant für die Frauen eingesetzt und dafür sämtliches Nerdtum instrumentalisiert. Ach, Bullshit. Der Film ist krank, langweilig und völlig belanglos. Die Feminismus-Ansätze enden direkt in einer Fleischbeschau, die Videospielsequenzen mit ihren Bosskämpfen wirken genau so und entbehren jeglicher Relevanz. Wenn Fans des Films von Tiefgang sprechen, meinen sie mit Sicherheit was anderes und kichern verschämt.

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Shortcuts: PROJEKT: PEACEMAKER [1997]; MÄNNERHERZEN [2009]; DAYBREAKERS [2009]; GET SMART [2008]

Projekt: Peacemaker [1997]

George Clooney frisch aus dem Operationsaal, Nicole Kidman im altmodischen Hosenanzug: Man merkt dem Film sein Alter schon an. Das die Story über gestohlene Atomwaffen, die Clooney und Kidman in Russland wiederbeschaffen müssen allerdings immer mehr oder weniger aktuell sein wird, lässt sich leider nicht bestreiten. Und so wundert man sich zwar, dass die Russen nicht dazu in der Lage sind, sich um ihre Dinge selber zu kümmern, so dass die Amerikaner in deren Land deren Raketen suchen müssen, doch deckt dies ein wenig das amerikanische Weltbild auf und hinterlässt einen faden Beigeschmack. Die Weltpolizei, die über Leichen geht, um die Menschheit zu beschützen. Was bleibt, ist zwar einerseits „nur“ ein 08/15 Actionfilmchen mit einigen netten Szenen und kaum Aussetzern nach unten andererseits aber stellt man fest, dass es so etwas „heutzutage“ kaum noch gibt, und so ist es doch schön, wann man auch mal auf so einen Film in seiner Sammlung zurückgreifen kann.

Männerherzen [2009]

Deutscher Episodenfilm der es schafft, fast durchgehend belanglos und vorhersehbar zu sein. Oberflächliche Charaktere, die auf Teufel komm raus nicht immer das sind, was sie vorgeben zu sein und die selbstverständlich am Ende entweder ihr Ziel erreichen oder sich zu ihrem wahren ich bekennen. Und so wandelt sich Til Schweigers Charakter von „Jerome“ zu Hans-Jürgen, zum Beispiel. „Aufgelockert“ wird das Ganze durch den Schlagersänger Bruce Berger, der einen auf Kultfigur macht (was aber nur teilweise funktioniert), depressiv wird das Ganze dann wieder durch Roland Feldberg, dessen Lebensgeschichte nicht wirklich in eine Komödie passen will (was also so gar nicht funktioniert). Das mag ja alles in der Intention der Macher liegen und insofern eine tiefere Bedeutung haben, sowas wie ein Erklärungsversuch, wie Männer „ticken“, aber im Endeffekt ist der Film, wie eingangs erwähnt, belanglos. Einzig Christian Ulmen vermag (wie fast immer) zu überzeugen, aber das ist ja auch eine Rolle, die er drauf hat und daher kein Qualitätsmerkmal des Films oder des Drehbuchs.

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Shortcuts: XIII, 27 DRESSES, FAR CRY, THE DAY AFTER TOMORROW

XIII – Die Verschwörung (2008)

Die Geschichte kennen wir in ähnlicher Form schon: Ein Mann ohne Gedächtnis wird gefunden. Obwohl er sich an nichts erinnern kann, scheint er extrem gute Kampfkunst-Kenntnisse zu besitzen und nach kurzer Zeit stellt sich heraus, dass er von der Regierung gejagd wird. Kein Wunder, dass man hier an die Bourne-Trilogie erinnert wird: Die Bourne-Romane, die als Grundlage für die Filme dienten, ähneln schon in Elementen dem Comic XIII von William Vance, welches auch schon als Basis für ein Videospiel verwendet wurde. Bei XIII erwartet den Zuschauer nun eine amerikanische TV-Verfilmung des Stoffes, die aber dafür sehr gut gemacht ist. Ein hektischer Schnitt versucht zwar, das geringere Budget etwas zu vertuschen, so ganz gelingen vermag es ihm allerdings nicht. Trotz dessen ist XIII spannend, mit Val Kilmer und Stephen Dorff zudem gut besetzt und hat mit seiner Aufteilung in zwei Teile auch die richtige Länge für den Stoff. Durchaus guckbar:

27 Dresses (2008)

Eine junge Frau war zwar schon auf 27 Hochzeiten, den richtigen für ihre eigene Hochzeit hat sie allerdings noch nicht gefunden. Romantisch wie sie ist, liest sie aber immer gerne die Hochzeitskolumne in der Zeitung. Eines Tages trifft sie nun den Verfasser dieser Kolumne, der sich aber nicht als solcher zu erkennen gibt. Dieser vermutet hinter der „ewigen Brautjungfer“ eine neue Story. Dumm nur, das sich beide ineinander verlieben, sie aber hinter seine Story kommt. Es kommt, wie es kommen muss: Verwicklungen, Streit, Trennung, Versöhnung, Hochzeit, das übliche Schema einer solchen RomCom. Und genau so lässt sich die Handlung auch vorhersagen. Zu Beginn des Films sehen wir Jane als Brautjungfer auf einer Hochzeit, wie sie von dem Mann beobachtet wird und zack – wir wissen, die beiden heiraten. Und spätestens, wenn wir dann 1-2 Szenen weiter erfahren, das er die Hochzeitskolumne schreibt, ist der weitere Verlauf des Films klar. Es gibt keine Überraschungen, keinen Witz, nur Zucker. Für kleine romantische Mädchen vielleicht ok, aber ansonsten ganz übel.

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Kritik: INGLOURIOUS BASTERDS [2009]


„Schon von uns gehört? Dann weißt du, dass wir nicht im Gefangennehmen-Geschäft sind.
Wir sind im Nazitöten-Geschäft. Und mein Freund – das Geschäft brummt.“

In Inglourious Basterds habe ich schon große Hoffnungen gesetzt. Nachdem Death Proof ja mehr oder weniger, eigentlich eher mehr, also jedenfalls enttäuscht hat, hielt sich meine Vorfreude bei der Ankündigung des neuesten Tarantino-Streifens doch in Grenzen. Bis auf ein Plakat und einen eher beiläufig präsentierten Trailer fand der Film in diesem Blog also quasi nicht statt. Da bin dann ja doch ziemlich subjektiv. Death Proof krankte ja vor allem an seinen ausschweifenden, dabei aber völlig belanglosen Dialogen, die vielleicht hip sein sollten, im Grunde aber nur genervt haben. Aufgrund vereinzelter, sehr guter Szenen schaffte er es jedoch, nicht komplett abzustürzen. Nachdem Kill Bill 2 ja auch schon nicht ganz so gut war wie sein erster Teil, war die Befürchtung groß, mit den Basterds sei der bisherige Tiefpunkt in Tarantinos Karriere erreicht (obwohl die Anmerkung erlaubt sei, dass ich Jackie Brown noch nicht gesehen habe). Ob das auch so gekommen ist?

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Trailer: INGLOURIOUS BASTERDS

Tarantino macht den Nationalsozialismus cool: Ein neuer Trailer zu Inglourious Basterds ist erschienen und zeigt ein paar mehr Szenen als bisher bekannt. Ich bin bei diesem Film doch relativ neutral, fand ich den letzten Tarantino doch recht enttäuschend und diesen Trailer jetzt auch nicht besonders atemberaubend. Aber ich lass mich ja gerne eines Besseren belehren…


(YouTube)