Shortcuts: DIE VÖGEL [1963]; VERTIGO [1958]

Die Vögel [1963]

Klassiker von Alfred Hitchcock, den ich lange nicht mehr gesehen hatte, weshalb es mal wieder Zeit wurde. Sicherlich ist der Film ein Meilenstein des Tierhorror-Genres, für mich ist jedoch insbesondere der Beginn etwas sehr behäbig. Die Spannung wird zwar von Anfang an langsam aufgebaut, doch für mich beginnt der Film erst in Bodega Bay richtig, wenn sich sämtliche Protagonisten kennen und ihrer Beziehung zueinander klar sind – die ehemalige Freundin, die eifersüchtige Mutter, die aktuelle Bekanntschaft, die kleine Schwester als Kind-Ersatz. Sicherlich ist alles davor auch irgendwie wichtig, dauert mir aber zu lange. Wenn der o.g. Punkt jedoch einmal erreicht ist, zeigt der Film seine Stärken. Hervorzuheben ist sicherlich die Szene vor der Schule, wenn sich die Raben nach und nach auf dem Klettergerüst sammeln. Die Szene mit der stärksten Wirkung ist, und das macht die Steigerung im Laufe des Films deutlich, der Schluss: Die junge Familie fährt davon, umringt von Vögeln, die – ja was eigentlich? Wieder friedlich sind? Abwarten, bevor sie wieder zuschlagen? Man erfährt es nicht. Die Sonne geht auf und der Abspann läuft. Zurecht ein Klassiker.

Vertigo – Aus dem Reich der Toten [1958]

Geniale Bilder, sowohl von der Kameratechnik als auch von der Farbgebung, überzeugende Darsteller und ein passender, wenn auch teilweise zu präsenter und dick auftragender Score – „Vertigo“ überzeugt in diesen Punkten vollends. Die Geschichte hingegen driftet teilweise ganz schön Richtung Kitsch und hat auch die ein oder andere Länge. Besonders nach dem ersten Sturz vom Kirchturm war für mich der Film eigentlich schon so gut wie beendet, erstaunlich, wie lange er sich dann noch hingezogen hat, aber die Zeit hat Hitchcock genutzt, um die Bessenheit bis ins Letzte zu zeigen. Ob das gut ist? Für mich war der Keks gegessen, als es dann immer weiter ging, kam für mich dann nur noch ein Ende in Frage, welches dann leider, wenn auch in leicht abgewandelter Form, genau so eintrat. Der Spannung war dies nur bedingt dienlich, insgesamt gesehen aber ein Film, den man wohl als Filmfan gesehen haben muss – sehenswert ist er allemal.

Kurzkritik: OFFSET [2006]

Brîndușa Herghelegiu (welch ein klangvoller Name!) ist Sekretärin und Dolmetscherin in der Druckerei von Nicu Iorga in Rumänien. Nebenbei ist sie aber auch noch seine Liebhaberin. Und dann kommt ja alles wie es kommen muss: Sie verliebt sich in einen deutschen Drucktechniker (das sind sowieso die Schlimmsten!) und will ihn gar heiraten. Das kann Iorga natürlich nicht auf sich sitzen lassen und macht einen auf Pate, den im Osten sind sowieso alle kriminell und holen gleich ihre Brüder, was Iorga dann auch im übertragenen Sinne tut. Des Technikers Eltern (ihr merkt schon, ich hab seinen Namen vergessen und bin zu faul zum nachschauen) sind derweil auch in Rumänien eingetroffen und wollen am liebsten gleich wieder weg, weil schön ist es ja nur zu Hause, aber immerhin, den Flughafen, den haben „wir“ ja gebaut.

Es gibt viel zu wenige Filme über die Druckindustrie. Im Grunde ist mir nur einer bekannt, der hat das schon im Titel, das Druckverfahren, mit welchem in der Druckerei gedruckt wird, die den Ausgangspunkt der Geschichte bildet: Offset. Leider jedoch ist der Film mit deutscher Beteiligung entstanden, und so handelt es sich um ein steifes Liebesdrama, welches viel aussagen will, aber nur selten aus dem Mittelmaß heraussticht. Der bereits erwähnte Titel des Films ist dabei jedoch nur eine Mogelpackung, denn der Film könnte genausogut in einer kroatischen Nudel-Fabrik spielen, wo dann ein italinischer Pasta-Techniker eine Makaroni-Maschine installiert und sich in die Tochter des Dorfsherriffs verliebt, oder so ähnlich. Es handelt sich ja doch nur um eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund zweier sich fremder Kulturen, nur halt nicht als Komödie wie etwa bei Maria, ihm schmeckt’s nicht, sondern als Drama inkl. schweren Entscheidungen, auch in Hinblick der eigenen Kultur und Herkunft. Eben diese Herkunft kommt bei Offset dann auch nicht wirklich ohne Klischees aus und so ist es teilweise doch ganz schön anstrengend, dem Film zu folgen. Punkte gibt es für das Thema, Alexandra Maria Lara und ein zwei netten Szenen. Ansonsten ein wirklich schlechter Film.

Shortcuts: MARIA, IHM SCHMECKT’S NICHT [2009], TWILIGHT NEW MOON [2009], ALL THE BOYS LOVE MANDY LANE (ZS) [2008]


Nicht nur Serien gab es zu sehen, auch der ein oder andere Film war dabei. Mal war das eine gute Idee, mal eher nicht.

Maria, ihm schmeckt’s nicht! Jan will Sarah heiraten, aber Sarah ist Italienerin und das heißt: Auf in die Heimat nach Campobello, um mit der ganzen Familie zu feiern. Natürlich klappt nicht alles wie geplant, natürlich verhindern Sprache und Mentalität die Kommunikation und lassen so das ein oder andere Missgeschick geschehen. Das ist alles ganz nett anzusehen, aber das war’s auch schon. Nicht der ganz große Wurf oder die Komödie des Jahres, aber Ulmen ist gut wie immer. Die technische Umsetzung jedoch hätte etwas mehr verdient als dieses ZDF-Look&Feel.

New Moon: Zugegeben, wirklich viel kann ich da nicht zu sagen, da ich von dem Film nur 40 Min. gesehen habe, aber: Das sind 40 Min. mehr, als ich nach dem ersten Teil je wieder sehen wollte. Und: Es ist in diesen 40 Min. aber auch mal so gar nichts passiert. Bella ist depressiv, muss aber immer noch den Schlüpfer wechseln gehen, wenn sie Edward nur ansieht. Dieser lässt sie aber aus Sorge um ihre Sicherheit allein in einem Wald voller Werwölfe zurück und eigentlich regnet es nur. Sehr schön hier nachzulesen, ein Zitat fasst das gut zusammen: „Und wenn die netten Vampire insgeheim die besseren Menschen sind, warum weigert sich Edward dann, die nach dem Biss geradezu dürstende Bella zu beißen? Man weiß es nicht, Bella versteht es nicht, es ist ein Jammer. Noch drei Jahre soll die Ärmste warten, sagt Edward wie ein besorgtes Elternteil, das zu verstehen gibt: Kind, mach doch erst mal eine ordentliche Ausbildung. Und dann auch nur unter einer Bedingung: Vorher muss geheiratet werden. Meine Güte.“
Zumindest das bis zum Einschlafen Miterlebte:

Und noch immer lieben alle Mandy Lane. Gut zwei Jahre nach der Erstsichtung im Lichtspielhaus hat der Film auch im Heimkino nichts eingebüßt, auch Mandy ist kein Stück gealtert. Wieder einmal waren mir die Charaktere egal, und wieder hat mich das sehr gewundert, nimmt sich der Film doch wirklich Zeit genug, bis es endlich los geht. Der Soundtrack gefällt noch immer, die Story ist stellenweise strunzendumm wie eh und jeh aber Spaß macht das Ganze trotzdem. Wenn der Film heutzutage wohl eher mit Megan Fox gedreht werden würde (siehe Trailer – wenn gesagt wird „Da kommt sie!“ sieht man zuerst Mandys Brüste, bis ihr Gesicht zu sehen ist. Eine Paraderolle für Megan!), so ist die tatsächliche Besetzung schon ok und wird wohl von keinem abgewiesen werden. Also, ich spreche hier von der weiblichen Besetzung.

Shortcuts: TWILIGHT, DER KAUFHAUS-COP, FREE JIMMY, CORALINE 3D

TWILIGHT – BISS ZUM MORGENGRAUEN (2008)

Junges, zurückhaltendes Mädchen verliebt sich in Außenseiter, stellt fest, dass er ein Vampir ist, verliebt sich aber trotzdem, vielleicht aber auch jetzt erst recht und überhaupt: Outlaw und so. Diesen Film mit So finster die Nacht zu vergleichen darf man eigentlich nicht wagen, wenn sich auch ein Dialog sehr ähnelt. Bei „Wie alt bist du?“ hatte ich schon ein kleines Déjà-Vu-Erlebnis. Ansonsten ist der Film ein Erlebnis der etwas anderen Art: So einen schnulzigen Film hab ich lange nicht gesehen. Hauptsächlich besteht Twilight aus Nahaufnamen in Slow-Motion, in denen sich die ach so Verliebten so schmachtende Blicke zuwerfen, als wären sie kurz vorm Orgasmus. Warum die beiden sich jedoch so zu einander angezogen fühlen, das ist dem Film relativ egal. Sie zu ihm, weil er düster, böse und ein Kerl ist und er zu ihr, weil sie… naja… ein Mädchen ist? Man weiß es nicht, es ist mir auch egal. Der Film hat ein paar nette Szenen, davon abgesehen überlasse ich ihn und seine Nachfolger gerne dem jüngeren Publikum.
Lesenswert: „7 Gründe Twilight zu hassen

DER KAUFHAUS COP (2009)

Kevin James spielt sich in dieser Komödien-Variante von Stirb Langsam scheinbar selbst, zumindest aber wirkt sein Kaufhaus-Cop, als wäre er vorher bei IPS beschäftigt gewesen. Das ist in der ersten Hälfte des Films noch recht witzig, funktioniert aber irgendwann nicht mehr so wirklich. Das liegt dann zwar nicht unbedingt an Kevin James, sondern wohl eher am Drehbuch, denn wirklich Raum zum Spielen hat dann keiner der Beteiligten mehr so richtig. Der ganze Film ist völlig vorhersehbar. Man fragt sich nicht, ob diverse Missgeschicke passieren, sondern höchstens noch wann oder wie. Kein großer Wurf, dieser Film, aber immerhin spielt Adam Sandler nicht mit.

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Kritik: DER SELTSAME FALL DES BENJAMIN BUTTON [2009]


„Habe ich dir schon erzählt, dass ich sieben Mal vom Blitz getroffen wurde?“

Benjamin Button ist etwas Besonderes: Als Greis geboren, wird er im Gegensatz zu allen anderen Menschen immer jünger. Das dies nicht ganz einfach ist, zeigt sich auch an der sich anbahnenden Liebe zwischen im und seiner Freundin aus „Kindheitstagen“, Daisy. Während sie jahrelang nur in Kontakt aus der Ferne waren, treffen sie sich wieder, als sie beide etwa im gleichen Alter sind – also in der Mitte…

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Kritik: KLEINRUPPIN FOREVER


„Hast du die Kinder vergessen???“
„Ich fahre!“
„Dreh sofort um!“
„Aber wir sind auf der Autobahn!“

Ronny und Tim sind Zwillinge und wurden als Kinder von ihren Eltern getrennt, die tödlich verunglückten. Während Ronny in der DDR aufwächst, lässt es sich Tim im Westen gutgehen: Er hat reiche Eltern, die Mädchen himmeln ihn an und er ist auf dem Weg zum Tennis-Profi. Doch auf einer Klassenfahrt in die „Zone“ begegnen sich die beiden wieder – Ronny schlägt Tim nieder und fährt an seiner Stelle zurück in den Westen. Tim bleibt in Kleinruppin…

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Kritik: HONGKONG LOVE AFFAIR


8/10

Alternativ-Titel:
– Comrades: Almost A Love Story (engl.)
– Tian Mi Mi (or.)

Ich spare mir hier jeden Kommentar.

Besser als bei artechock würd ich das eh nich formulieren können…

Und so ist dies eigentlich weniger eine Filmkritik, sondern wohl eher eine definitive Kauf-Empfehlung der DVD, wenn sie denn irgendwann neu erscheint.