Kurzkritik: FREUNDE MIT GEWISSEN VORZÜGEN [2011]

friendswithbenefits_01Wie schon in einem der letzten Media Mondays geschrieben: Die durchschnittliche RomCom folgt immer dem gleichen Muster: Es finden sich zwei, dann kommt es zu Verwicklungen unterschiedlichster Art und demzufolge meist zur Trennung, am Ende finden sie sich aber wieder und alles ist gut bis an ihr Lebensende. Meistens spielt zudem Katherine Heigl die Hauptrolle. Das weiß man vorher, das macht diese Filme so vorhersehbar und leider meistens recht belanglos. Desweiteren stehen diese Filme fast immer auf der Seite der Frau, die als liebesbedürftiges, aber missverstandenes Prinzesschen etabliert wird, das auf einen verständnisvollen, gut gebauten Mann wartet. Aber witzig muss er sein! Und treu! Zielgruppengerecht eben. Mit „Freunde mit gewissen Vorzügen“ mit Justin Timberlake und Mila Kunis schickt sich ein Film an, Genre-Konventionen zu brechen und mit ihnen zu spielen – aber gelingt es ihm auch, diese außer Kraft zu setzen?

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Shortcuts: IN TIME [2011]; LET ME IN [2011]; DIE TRIBUTE VON PANEM: THE HUNGER GAMES [2012]

IN TIME
intime_01Für „In Time“ muss zu allererst mal eine Hürde genommen werden: Die volle Akzeptanz beim Zuschauer für die an sich interessante Ausgangssituation: Zeit ist Geld, im wahrsten Sinne des Wortes. Wer keine Zeit mehr hat, stirbt. Klingt ein wenig nach „Logan’s Run“, wäre es vielleicht auch gerne, doch ist eben diese Hürde viel zu hoch: Ein paar Erklärungen, wie es zu dieser doch sehr revolutionären Gesellschaftsordnung gekommen ist wären schön gewesen, denn von heute auf morgen lässt sich sowas bestimmt nicht realisieren – und bestimmt auch nicht ohne Widerstand. Die Geschichte steht also auf wackeligem Fundament, kann selber auch nicht sehr viel bieten, als das man leicht darüber hinwegsehen könnte. Was abseits dieser Dystopie bleibt ist ein „Bonnie & Clyde“ in naher Zukunft, ein Geschieße & Weggerenne mit obligatorischer Liebesgeschichte. Das ist ganz nett, kostet auch nur 109 Minuten, die einem aber vielleicht am Ende mal fehlen.
kritik

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Double-Feature: STARTUP (AntiTrust) [2001]; THE SOCIAL NETWORK [2010]

Wer kennt sie nicht, die Geschichten, die man sich am Lagerfeuer erzählt über Startup-Unternehmen, die in kleinen Garagen von Nerds gegründet wurden und die dann millionenschwere Konzerne wurden. Eine Idee, die die Welt revolutionierte – von Studenten, die ihre Freizeit sonst nicht anders verbrachten als an Computern zu schrauben und Codes zu schreiben.
Die gleiche Grundidee, aber zwei Filme, die fast unterschiedlicher nicht sein können. Vereinfacht lässt sich festhalten: Auf der einen Seite haben wie den Studenten, der sich in einer knallharten und brutalen Geschäftswelt prostituiert, auf der anderen Seite den idealistischen Programmierer, der vor allem anderen die Sorge hat, seine Idee wäre nicht mehr cool.

STARTUP
(Conspiracy.com / AntiTrust)

Milo (im Mark Zuckerberg Gedächtnislook) und seine Kumpels arbeiten in einer Garage an einem revolutionären Open-Source Programm, mit dem weltweite Datenkommunikation für jeden ermöglicht würde. Gary, Chef des Software-Konzerns „Nurv“, arbeitet an einem ähnlichen Projekt – kommerziell natürlich. Um den angestrebten Termin einhalten zu können, wirbt er Milo an. Dieser nimmt das Angebot an – merkt aber schnell, das etwas faul ist im Hause Nurv. Denn wie der deutsche Untertitel schon sagt: „Traue nur dir selbst“, hier ist niemand was er scheint, und Gary ja schon mal gar nicht. In Wirklichkeit ist er nämlich Bill Gates.

Oberflächlich betrachtet ist „Startup“ ein solider Teenie-Thriller der zeigt, was wir alle schon insgeheim wussten: Microsoft Nurv klaut seine Codes von Programmieren zusammen und stellt unfertige Produkte auf den Markt und nicht nur das – sie töten die Programmierer sogar! Denn wie sagte Gary noch: „Jeder Student in seiner Garage könnte ein besseres Produkt entwickeln und uns vom Markt drängen“. Theoretisch, ja. Praktisch lässt er es dann aber lieber nicht soweit kommen. Wie gesagt, oberflächlich. Denn durch all die Themen, die der Film von sich aus anspricht – man braucht Profit, um zu expandieren, man kann mit dem Geld ja auch Gutes tun, Open Source wird ja doch nur von anderen geklaut, die dann damit Geld verdienen – durch all das widerspricht er seiner Grundidee – Open Source ist das einzig wahre – permanent selber. Denn wenn Nurv für sein Kommunikationsnetzwerk 12 Satelliten ins All schießen musste, wie wollten Milo & Co. ein ähnliches Programm (frei) auf den Markt bringen, ganz ohne Satellit? Es scheint also, als ob man doch ein wenig Geld braucht, um seine Ideen zu verwirklichen – aber das wird lieber nicht hinterfragt. Was ein richtiger Nerd ist, der schafft sowas ganz ohne Satellitentechnik. Früher ging sowas auch mit zwei Dosen und einem Bindfaden.

THE SOCIAL NETWORK

Mit dem Klischee mit der Firmengründung in der Garage hat der Film nicht mehr viel am Hut, auch wenn es hier eine Studentenbude ist, in der alles seinen Anfang nimmt. Nicht, um Geld zu verdienen oder um ganz groß rauszukommen – es beginnt mit einer einfachen Rache an Zuckerbergs Exfreundin bzw. den Frauen allgemein. Denn es geht um Beziehungen. Freundschaftliche, die Zuckerberg in dem Film zwar zugeschrieben werden, die aber (für ihn) nicht wirklich relevant sind, sondern nur ein Mittel zum Zweck (=Finanzierung) sind, Liebesbeziehungen, die gleich zu Beginn des Film gekappt werden, oder die Art von Beziehungen, durch die man in angesagte Lokale kommt, die einem den Zugang in prestigeträchtige Vereinigungen ebnen, durch welche man noch prestigeträchtigere Verbindungen knüpfen kann. Wer kennt wen, und kennt man vielleicht auch die Freundesfreunde? Und wenn ja, was machen die grade?

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Kritik: ALPHA DOG [2006]


„Was machen wir hier?“
– „Wir treffen hier jemanden, der dich nach Hause bringt.“

Johnny Truelove hat seine Gang im Griff: Als Anführer sagt er, wos lang geht. Als ihm einer seiner Drogenabnehmer Schwierigkeiten macht, weil er sein Schulden nicht bezahlen kann, entführen Johnny und seine Jungs in einer Kurzschlussreaktion dessen kleinen Bruder – und realisieren erst sehr spät, was sie sich damit eingehandelt haben…

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First Look: SOUTHLAND TALES


„Ladies und Gentleman, das Ende der Welt. Nicht mit einem Wimmern, sondern mit einem Knall.
Doch eines können wir gewiss sein: Niemand reitet einen Schwanz wie Krysta Now. Und ich meine niemand.“

Juli 2008: Nach mehreren Atombomben-Explosionen in Amerika befindet sich die Welt im Krieg. Die USA stehen kurz vor dem Kollaps, fossile Treibstoffe werden knapp. Boxer Santaros ist ein Schauspieler ohne Erinnerung, der scheinbar für die Pornodarstellerin Krysta Now, einigen neomarxistischen Bewegungen sowie einer Abteilung der US-Regierung namens USident von enormer Wichtigkeit ist. Letztendlich geht es um nichts weiter als Zeitreisen und das Ende der Welt…

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