Shortcuts: TODESZUG NACH YUMA [2007]; TRUE GRIT (ZS) [2011]; ZWEI GLORREICHE HALUNKEN [1966]

Todeszug nach Yuma (3:10 To Yuma)

Russell Crowe und Christian Bale in einem Spätwestern, in dem ein Farmer einen Bandenchef zum Zug bringen muss, welcher ihn dem Galgen ein Stück näher bringt. Crowe entpuppt sich hier als Idealbesetzung für die Rolle des kaltblütigen Mörders, kann jedoch nicht gegen die unfassbaren Logiklöcher und das  schlechte Ende anspielen. Schicke Optik (Blu Ray Fassung), super Darsteller (auch hervorzuheben: Ben Foster!), gute Action aber ein Drehbuch zum Haareraufen: An sich ein guter, spannender Film, der aber so viel besser hätte sein können. Demnächst werde ich mir dann auf jeden Fall das Original anschauen.

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Kritik: TRON LEGACY [2011] (ZS)

„Kein Film, der bei jeder Sichtung gewinnen wird“ war nach der Erstsichtung mein Schlusswort, und im Nachhinein muss man sagen: Das stimmt wohl. Die Erstsichtung seinerzeit im Kino in 3D, mit einem bombastischen Score und schicken Visuell Effects konnte „damals“ bei mir unheimlich viel kaschieren, was für den Moment ja ganz ok ist. Jetzt allerdings, beim zweiten Mal, deckt der Film schonungslos auf, was in ihm steckt: Nicht viel. Sicherlich, die Effekte sind immer noch gut, die Musik ebenso, aber wer dazu noch so wenig zu erzählen hat, der kommt auf Dauer damit nicht weit. Jeff Bridges als digitaler Jedi Ritter, der sich mit Spiritualität gegen sein Sith-Alter-Ego auflehnt, ein New-Age fünftes Element, das so gerne die Sonne sehen möchte – „Shut up!“ möchte man rufen, und wenn Flynn im Raster auf seinen computergenerierten Kissen sitzt und meditiert, ist das ein erstes Zeichen dafür, dass hier irgendwas schiefläuft.

Der Film hat immer noch seine Momente, dass steht außer Frage. Die Szenen mit Castor/Suse fand ich ja bei allem abgedrehten Overacting doch sehr spaßig und somit sehr gelungen, hat man doch das Gefühl, dass „Tron Legacy“ hier mal etwas aus sich rauskommt, nicht so verkrampft ernst ist und nicht alle mit deprimierten Gesichtern rumlaufen. Denn ein Film, der in solch einer digitalen Welt spielt und in dem man Motoräder mal eben aus dem Ärmel schüttelt, sollte sich tunlichst nicht all zu ernst nehmen. Wenn dann noch so ein Quatsch hinzukommt wie eine Armee Programme, die die reale Welt einnehmen wollen – vielen Dank auch. Ich stelle mir auch die Frage, auf welchem Server der Raster lagert. Was würde passieren, wenn (aus welchen Gründen auch immer) der Strom ausfällt – startet dann alles vom letzten Speicherpunkt bzw. Checkpoint?

In solchen Fällen bin ich immer froh, mir nicht voller Euphorie direkt die Blu Ray bestellt zu haben. Hier kam der Film „nur“ im Fernsehen, und ohne die „Pause“-Taste zu vermissen, konnte man sich zwischendurch ruhigen Gewissens anderen Dingen zuwenden.
Im Übrigen wäre eine Kritik zur Zweitsichtung von „Avatar“ ähnlich ausgefallen – unglaublich, wieviel auch dieser Film im Heimkino verliert, was auch wieder der mangelhaften Story zuzuschreiben ist. Man kann also festhalten: Es gibt Filme, die sind fürs Kino gemacht. Da kann der Fernseher noch so groß und die Anlage noch so gut sein.

Kritik: TRUE GRIT [2011]

Rodriguez und Tarantino wollten mit ihrem Grindhouse-Projekt die alten Zeiten wieder aufleben lassen, unter anderem, indem sie ihren Filmen einen alten, dreckigen Look verpassten, so dass man sich auch optisch in diese Zeit versetzt fühlte. Wenn es ein Filmgenre gibt, bei dem ich so ein „Stilmittel“ oder so einen Look ebenfalls vorziehen würde, dann ist das der Western. Schließlich sah es wohl damals auch nicht unbedingt so aus, als würden die Cowboys morgens mit Sagrotan duschen. Den Coen-Brüdern ist sowas offensichtlich egal, True Grit präsentiert sich als technisch perfekter Hochglanz-Western. Kann ich zwar mit Leben, ist auch keine negative Kritik in dem Sinne, anders wäre es jedoch für mich stimmiger gewesen. Wichtiger ist dann doch, worum es überhaupt geht.

Die vierzehnjährie Mattie will den Tod ihres Vaters rächen, was durchaus legitim erscheint, wurde er doch ermordet. Zu diesem Zweck heuert sie den saufenden Marshal Cogburn an, damit er ihr gegen Bezahlung bei ihrem Vorhaben hilft.

Eine simple Rachegeschichte also, und mehr braucht es für einen Western im Grunde ja auch nicht. Es gibt die Coen-typischen skurrilen Charaktere, schwarzen Humor und Jeff Bridges, doch das Problem ist, wie so oft, das Kind. Wie eine besserwisserische Göre kommt Mattie daher, jegliche Emotionen scheinen ihr fremd zu sein, und doch will sie ihren Vater rächen. Vielleicht ist sie so kalt und distanziert, um diese Tragödie zu verarbeiten, doch so richtige Sympathie will beim Zuschauer nicht aufkommen, letztendlich könnte einem ihr Schicksal egaler nicht sein. Da sie zu Beginn des Films sogar noch als Erzählerin auftritt, weiß man sowieso schon, dass sie im Laufe des Films auch nicht das Zeitliche segnet. Was einem aber auch, wie gesagt, wurscht wäre. Highlights sind jedoch die Rollen von Jeff Bridges und Matt Damon, die man sich genau so und nicht anders in einem Coen-Film vorstellt. Ob dies jedoch mit der Rachestory vereinbar ist, muss jeder für sich selber entscheiden.

Überhaupt, die Story. So richtig warm werden konnte ich damit nicht. Zugegeben, ich kenne weder die literarische Vorlage, noch den ersten Film mit John Wayne, bin also unvoreingenommen. Aber irgendwie haut einen das nicht so vom Hocker: Vater wird ermordet, und zu dritt reiten sie los, den Mörder zu fassen. Wo sich dieser ungefähr befindet, ist bekannt, der Weg ist das Ziel. Und wenn es dann heißt, dass man ja mindestens zwei Mann braucht, um ihn zu fassen, und er sich aber wohl auch noch einer Gangsterbande angeschlossen hat, dann hört sich das schon ziemlich gefährlich an. Ist es aber irgendwie nicht, denn es fühlt sich eher so an als würden lediglich einzelne Stationen abgearbeitet werden. Spannung will nicht aufkommen, und wenn, dann erst zum Schluss, wenn man eigentlich denkt, der Film ist vorbei. Im Gesamtkontext sind diese Szenen zwar in meinen Augen überflüssig, da sie ja voraussetzen, dass man irgendwie mit Mattie mitfiebert, aber zumindest interessiert einen dann der „richtige“ Abschluss der Geschichte. Den Epilog hätte es dann aber wirklich nicht mehr gebraucht.

Von mir nicht erwartet – ich hätte mir vor Sichtung des Films die oben bemängelten Punkte alle in besser gewünscht – war dann aber der Humor des Films, der doch vieles wieder rausreißt. Wenn Cogburn und LaBoeuf wetteifern, wer am meisten Brötchen abschießen kann, entbehrt das nicht einer gewissen Komik. True Grit ist also mehr Komödie als Drama, mehr Road Movie als Western, aber als solches dann jeweils gut. Es ist nicht der große Wurf, der Meilenstein des Western-Genres oder anders: Zehn Oscars wären übertrieben.

Kritik: TRON LEGACY 3D [2011]

Lang hats gedauert, jetzt läuft die Fortsetzung des 1982 gestarteten Tron endlich im Kino. Tron, der ja beim Kinostart nicht mal sonderlich erfolgreich war, sondern sich erst im Nachhinein zu einer Art „Kultfilm“ entwickelt hat, setzte seinerzeit Maßstäbe in Sachen Computertechnik in Realfilmen und dies macht ihn bis heute besonders. Trotz dessen wurde auch Wert auf die Story gelegt, die zwar irgendwie an den Haaren herbeigezogen war, aber im Kontext des Films schon irgendwo Sinn machte: Das rebellische Programm Tron soll das übermächtige Programm MCP aussschalten, damit Kevin Flynn beweisen kann, dass Encom seine von ihm entworfenen Computerspiele gestohlen hat. Im Verlauf der Geschichte wird Flynn selber in das Programm gezogen und kämpft an der Seite von Tron. Die Geschehnisse in der realen und der in der Computerwelt hängen also schon irgendwie zusammen. Würde es Tron Legacy auch schaffen, etwas mehr zu sein als eben nur eine Fortsetzung mit besseren Effekten?

Kevin Flynn ist mittlerweile seit 20 Jahren verschwunden, sein Sohn Sam hält zwar die meisten Anteile an Encom, ist aber nicht wirklich an einer Mitarbeit in dem Unternehmen interessiert. Viel mehr hat er das Verschwinden seines Vaters nie wirklich überwunden und lebt rebellisch und selbstzerstörerisch. Als er eines Tages in der alten Spielhalle seines Vaters seinen alten Computer entdeckt, wird er, so wie Kevin Flynn seinerzeit, in eine Computerwelt gezogen und erhält eine Ahnung, wo sein Vater die ganze Zeit steckte: Gefangen in dieser Welt, die von seinem digitalen Pendant CLU beherrscht wird. Zusammen mit dem Programm Quorra versuchen sie nun eine Rückkehr in die reale Welt…

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Shortcuts: TRON [1982]; JOYRIDE 2 – DEAD AHEAD [2008]

TRON [1982]

Viel gibt es zu diesem Film eigentlich nicht zu sagen. Möchte man ihn ernsthaft kritisieren, so muss man zwangsläufig, wie bei allen älteren Filmen die Effekte eingesetzt haben, die Qualität dieser mit dem Alter des Film in Relation setzen. Und da war Tron nun mal der erste Realspielfilm, der Computeranimationen in so einem Ausmaß einsetzte, und das vor gut 29 Jahren! Der Look des Films ist dabei bis heute unerreicht – vielleicht nur von dem Nachfolger, wir werden sehen. Was bleibt, ist eine hanebüchene Story und aufgesetzt spielende Akteure – man muss ja nur mal darauf achten, was Jeff Bridges damals unter „Schleichen“ verstanden hat. Schlecht ist der Film nicht, aber in meiner Erinnerung war er besser. Weshalb ich mich auch trotzdem auf Teil zwei freue.

JOYRIDE 2 – DEAD AHEAD [2008]

Mitten in der Wildnis wollen die vier Protagonisten nur mal eben eine Abkürzung nehmen (kennt man ja), auf der dann leider ihr Auto verreckt (kommt vor) und das Handy hat sowieso keinen Empfang (Standard). Das ist der Stoff, aus dem Horrorfilme sind. „Rusty Nail“, vielen noch aus dem Vorgänger Joyride – Spritztour bekannt, lebt Gott sei dank in dieser Einöde und da er grad unterwegs ist (Fernfahrer, das muss man wissen), leihen sich die vier mal eben sein Auto, welches er netterweise in der Garage stehen hat. Alles weitere kennt man vom Vorgänger: Einer der Freunde gerät in Rustys Gefangenschaft, die verbliebenen drei müssen tun was er sagt, noch einer gerät in Gefangenschaft, die verbliebenen zwei müssen tun was er sagt. Zwischendrin stirbt auch mal jemand. Die Fortsetzung des gar nicht mal so verkehrten, eher subtilen Thrillers vermischt die Story des erstens Teils mit aus Saw bekanntem Torture Porn, um noch etwas hipper zu wirken und ist ansonsten gar nicht mal so schlimm wie befürchtet, was für eine Direct-to-DVD-Fortsetzung doch schon mal was heißen will. Weshalb ich mich auch trotzdem auf Teil drei freue. Oder besser: Weshalb ich für Teil drei auch nicht das Schlimmste erwarte.

Kritik: MÄNNER DIE AUF ZIEGEN STARREN [2010]


„Die Russen betreiben paranormale Forschungen, weil sie glauben, wir betreiben paranormale Forschungen. Und darum müssen wir paranormale Forschungen betreiben!“

Es gibt Filme, die sammeln schon Pluspunkte, wenn man sich nur den Titel anhört. Männer die auf Ziegen starren gehört dabei definitiv dazu. Für mich einer der besten und dabei lustigsten Filmtitel der letzten Jahre, und gleichzeit macht er auch neugierig auf das, was einen erwartet. Zum Beispiel würde man ja schon gerne wissen, wer denn diese Männer sind, die auf die Ziegen starren und warum sie das tun. Angestarrt werden ist für die Ziegen jedoch das kleinste Übel in diesem Film, wiederfahren ihnen doch weitaus schlimmere Dinge im Laufe der Handlung.

Reporter Bob Wilton wird von seiner Frau verlassen, die es vorzieht, mit seinem Chefredakteur rumzumachen, da er ja nur ein Waschlappen sei. Um ihr das Gegenteil zu beweisen, zieht er kurzerhand in den Krieg, und das ist wörtlich zu nehmen: Er reist in den Irak, um Kriegsberichterstatter zu werden. Dort trifft er auf Lyn Cassady, der ihm Unglaubliches erzählt: Es gab eine Einheit bei der US Army namens „New Earth Army„, die Kriege mit paranormalen Fähigkeiten beenden wollte. Er selber sei ein Jedi-Krieger und habe Superkräfte. Wiltons Neugier ist geweckt…

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Gut gesagt (2): The Big Lebowski


„Was macht einen Mann aus, Mr. Lebowski?“
– „Dude.“
„Häh?“
– „Ich…ähm, ich weiß auch nicht, Sir.“
„Ist es darauf vorbereitet zu sein, das Richtige zu tun, egal was es kostet? Ist es das, was einen Mann ausmacht?“
– „Hmmm, klar. Das und zwei Eier in der Hose.““

aus: „The Big Lebowski“