TRANCE – GEFÄHRLICHE ERINNERUNG [2013]

trance_01Bei Danny Boyle konnte ich mich bisher immer darauf verlassen, dass seine Filme meinen Erwartungen gerecht würden. Ob „Trainspotting“, „28 Days Later“, „Sunshine“, „Slumdog Millionär“ oder „127 Hours“: Find ich alle gut bis sehr gut. Konnte also – in der Theorie – bei „Trance“ wenig schiefgehen, dämlicher deutscher Tagline zum Trotz. Das ich über den Inhalt im Vorfeld wenig wusste hat sich im Nachhinein als Vorteil erwiesen, ist dies doch einer dieser Filme die einen überraschen (wollen). Ob sich meine hohen Erwartungen erfüllt haben oder ob sich „Trance“ als die erste Enttäuschung in der mir bekannten Filmographie Boyles erweist, lest Ihr im Folgenden.

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Kritik: 127 STUNDEN [2011]

Eigentlich konnte bei dem Film 127 Stunden mit Danny Boyle als Regisseur ja gar nichts schief gehen. Wenn ich von all seinen Filmen auch nur Trainspotting, 28 Days Later und Sunshine gesehen habe, so sind diese doch allesamt ziemlich super. Bei Slumdog Millionaire gehe ich auch erst einmal davon aus, bis mir eine Sichtung das Gegenteil beweist. Natürlich war die Umsetzung der Geschichte von Aron Ralston bestimmt nicht einfach, geht es doch, vereinfacht gesagt, nur darum, wie er 127 Stunden mit seiner Hand in einer Felsspalte feststeckt. Wie soll das einen Spielfilm füllen?

Man sollte denken, dass dann eben die Vorgeschichte Zeit in Anspruch nimmt, oder, wer den Ausgang der Geschichte nicht kennt, dass nebenbei noch von einer Suchaktion erzählt wird – nichts dergleichen. Recht schnell sind sowohl Aron als auch der Zuschauer im Canyon gefangen, und die Geschehnisse im Vorfeld scheinen weit weg. Der Film beginn in der lauten, bunten und hektischen Stadt, was uns Boyle mittels Splitscreen dreimal so deutlich machen will (und was ihm auch gelingt). Ist Aron erst mal eingeklemmt, kehrt fürs erste Ruhe ein. Und eine Ansicht auf seine Situation aus der Vogelperspektive macht deutlich, dass er echt in der Scheiße sitzt.

Und das zeigt man am besten, in dem man den Zuschauer an Arons Empfindungen teilhaben lässt, sie visualisiert. Dabei sind es nicht einmal die Schmerzen, auf die der Film – bis es zum Unausweichlichen kommt – kaum eingeht. Es ist beispielsweise der Durst und die drohende Wasserknappheit, die einem mehr als deutlich gemacht wird, der sich einschleichende Wahnsinn, wenn Aron halluziniert oder sich selber interviewt, inkl. Applaus und Publikumsgelächter vom Tonband. Und es sind Flashbacks (oder Halluzinationen?) von früher, seiner Exfreundin, seiner Familie, durch die man dem Protagonisten, der einem bis dato verhältnismäßig egal war, etwas näher kommt. Er wird einem nicht sympathisch, aber man wünscht ihm auch nicht den Tod. Und wenn der „Hollywood Reporter“ schreibt: „Jon Harris‘ Schnitt ist makellos“ möchte man hinzufügen: Der hatte ja auch besseres Schneidewerkzeug zur Verfügung als Aron.

127 Stunden ist ein großartiger Film. Es ist wirklich sehr lange her, das ich das letzte mal im Kino so von der intensiven Atmosphäre, die der Film aufbaut, mitgerissen wurde. Die Leistung Francos sowie die audiovisuelle Umsetzung lassen den Zuschauer mitlachen, mitbangen und sogar leichte Phantomschmerzen im rechten Arm verspüren. Wir hätten an dem Abend auch 72 Stunden mit Russell Crowe gucken können. Was 55 Stunden doch für einen Unterschied machen können: Denn DEN Film hätte man am nächsten Morgen bestimmt wieder vergessen. Bei 127 Stunden wird das nicht so schnell geschehen.

Kritik: 28 WEEKS LATER [2007]


„Bleiben Sie hier drinnen, Ihnen wird nichts geschehen!“

Mit 28 Day Later wurde eine moderne Variation des Horrorfilms geboten, die mich seinerzeit sehr beeindruckt hatte. Vor allen Dingen die Eröffnung mit dem menschenleeren London hatte es in sich und leistete viel für die weitere Stimmung innerhalb des Films, der zwar an manchen Stellen vielleicht nicht immer logisch, dafür aber atmosphärisch top war. Fünf Jahre später schickte sich die Fortsetzung an, es dem Film gleich zu tun, und Skepsis ist bei Fortsetzungen, und besonders bei Fortsetzungen zu Horrorfilmen, ja grundsätzlich nichts Verkehrtes.

Der Film beginnt seine Handlung parallel zum ersten Teil: In einer abgeschiedenen Hütte hat sich eine Gruppe Menschen verbarrikadiert. Als das Haus von Infizierten gestürmt wird, kann Don Harris fliehen – allerdings mit dem Preis, seine Frau zurückzulassen. 28 Wochen später: Die Infektion ist besiegt und London wird wieder mit Menschen besiedelt. Auch Don wohnt schon dort und kann endlich seine Kinder, die während der Infektion in Spanien waren, dort aufnehmen. Als diese jedoch eines Tages ausreißen und ihr altes Haus besuchen, staunen sie nicht schlecht: Ihre Mutter lebt! Und obwohl sie infiziert ist, ist das Virus bei ihr nicht ausgebrochen. Die Ärztin Scarlet wittert die Chance, einen Impfstoff herzustellen, als erneut die Hölle über London hereinbricht…

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Kritik: SUNSHINE [2007]

„Bist du ein Engel?“
– „Ich bin der letzte Mensch neben Gott.“

Die Sonne erlischt und die Erde befindet sich in einer Eiszeit. Sollte die Sonne eines Tages komplett erlischen, würde dies das Ende der Erde bedeuten. Um das zu verhindern, wurde die „Icarus“ mit einer nuklearen Bombe ins All geschickt. Durch eine gigantische Explosion innerhalb der Sonne sollte sie wieder zum Leben erweckt werden – doch die Mission scheiterte, und niemand weiß, warum. Jahre danach wird ein weiterer Versuch gestartet: Die „Icarus 2“, mit einer Bombe aus dem letzten spaltbaren Material der Erde, setzt Kurs Richtung Sonne, um die Menschheit zu retten…

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