IRON MAN 3 (3D) [2013]

ironman3_01Von allen Superhelden des filmischen Marvel-Universums gefällt mir „Iron Man“ noch am besten, wie meine letzten Kritiken zu den letzten Marvel-Filmen vermutlich deutlich gemacht haben. So habe ich selbstverständlich die ersten beiden Teile überbewertet und so gefiel es mir natürlich auch sehr gut, dass Iron Man in „The Avengers“ eine führende Rolle übernehmen durfte. Jetzt also Film 1 nach den Rächern und die bereits zweite Fortsetzung, von der ich inständig gehofft hatte, dass sie das Niveau der Vorgänger hält. Nicht so wie beispielsweise „Spider-Man„, der im dritten Teil doch stark nachgelassen hatte.

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Kurzkritiken: SPIDER-MAN 1-3 [2002 – 2007]; THE AMAZING SPIDER-MAN [2012]

„Du bist größer als du aussiehst!“ – „Ich geh geduckt.“

Bedeutungsschwangere Reden, Pathos, Kitsch und Teenie-Probleme: Der erste „Spider Man“ von Raimie war so ein typischer, klischeebeladener Superheldenfilm, das ist mir jetzt erst aufgefallen. Beispielhaft sei hier zu erwähnen, dass es wohl kaum einen klassischen Superheldenfilm gibt, bei dem unser Held nicht in regnerischer Nacht einen im Auto davonjagenden Gangster verfolgt, dem schon die Polizei auf den Fersen ist. Vorgeschichte, Kräfteerlangung, Motivation (persönliches Drama), Antagonist: Alles ist hier schön vom Reißbrett skizziert und Parkers persönliches Drama kommt auch nicht zu kurz. Es geht um unerfüllte Liebe von jemandem, der Opfer bringen muss, für die Sache, für die er kämpft. Aber gleichzeitig auch um die Rivalität mit seinem besten Freund um eben jenes Mädchen, was sich aber (natürlich) schon längst in den kostümierten Kämpfer für das Gute verliebt hat. Fast alles, was gesagt wird, ist von tiefer Bedeutung, für den Helden („Aus großer Kraft entsteht große Verantwortung“) als auch für die, die er liebt („Ich werde immer dein Freund sein“ – „Nur mein Freund?“). Konflikte werden vorbereitet („Eines Tages wird Spider-Man dafür bezahlen!“) und aufgelöst („Ich hatte einen Vater. Sein Name war Ben!“). Und doch: All das ist Raimi durchaus bewusst, so dass sein „Spider-Man“ einfach nur unterhalten und keine realistische Charakterstudie sein will. Nur so ist schließlich auch zu erklären, dass Spider-Man in den animierten Sequenzen wie ein Gummiball auf Crack ohne Einfluss jeglicher Schwerkraft durch die Stadt hüpft. Und noch eines wird deutlich: Raimie erfüllt seinen „Spider-Man“ mit Liebe. So kitschig sich das anhört: Man fühlt mit den Charakteren, man lacht mit ihnen, und was noch wichtiger: Man bangt um sie.

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Kritik: THE AVENGERS 3D [2012]

„Guys! I’m bringing the party to you!“

Natürlich ist es üblich, vor einem Film mehrere Teaser und Trailer rauszuhauen, um das Interesse an dem Film zu wecken, hochzuhalten, zu entfachen. Klappt manchmal gut, manchmal schlecht, und dann heißt es oft „Der Trailer war ja besser als der Film!“. Bei Marvel muss man sich des Risikos bewusst gewesen sein, brachte aber trotzdem gleich mehrere Trailer in Spielfilmlänge heraus, getarnt als eigenständige Spielfilme: „Der unglaubliche Hulk„, „Iron Man“ 1 + 2, „Captain America“ und „Thor„: Nichts bereitet besser auf einen Film vor als ein Film. Oder fünf Filme. Einen Vorteil hat diese Vorgehensweise aber durchaus: Dadurch erspart man sich eine womöglich langwierige Charaktereinführung im Hauptfilm und es kann gleich zur Sache gehen.

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Shortcuts: STARSHIP TROOPERS [1997]; BATTLE OF LOS ANGELES [2011]; DIE SCHLÜMPFE [2011]

Starship Troopers

Verhoevens Science-Fiction-Film, der einen Haufen Schönlinge aus ihre „OC California“ Glitzerwelt direkt in den Krieg gegen außerirdische Bugs wirft. Zum Film selber braucht man vermutlich gar nichts zu sagen, aber was für mich neu war: Der Film selber zwar ungeschnitten, die deutsche Synchro ist jedoch enorm sinnverfälschend zensiert. Während im Original nur Soldaten als vollwertige Bürger gelten und z.B. Wahlrecht haben, wird dies in der deutschen Fassung vorsichtshalber umgangen, in dem immer nur von Soldaten geredet wird und Kinder beschützen und so. Das an einer Stelle davon die Rede ist, dass die Demokratie nichts taugt und pure Gewalt die Lösung ist – davon wollte man in Deutschland lieber nichts hören. Futter für alle OT-Verfechter, was schade ist, da die deutsche Synchro ansonsten als gelungen bezeichnet werden kann. Bei aktuellen Sichtungen übrigen sehr witzig: Neil Patrick Harris als Nachrichten-Offizier im Gestapo-Look. Suit up!

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Serienkritik: DAS PHANTOM 1+2 [2009]

Früher, da waren die Helden noch bunt, die Gegner noch simpel gestrickt und einfach nur böse und der „Score“ bestand aus fröhlichen Melodien, wenn der Held triumphierte. Da war selbst „Das Phantom“ von 1996 keine Ausnahme, der ja im Grunde nur ein lila kostümierter Indiana Jones-Verschnitt war. Das machte ihn zwar nicht zum besten Film aller Zeiten, aber durchaus zu einem Guilty Pleasure, denn auch bei einer kürzlichen, erneuten Sichtung (die wievielte weiß ich schon gar nicht mehr) machte der Film eindeutig Spaß. Als Charaktereinführung dienten fünf Minuten zu Filmbeginn („For those who came in late“), dann war alles gesagt und das Abenteuer konnte beginnen – heutzutage undenkbar. Der Superheld von heute ist bodenständig, realistisch und hat einen tragischen Hintergrund – so auch bei diesem Zweiteiler, ursprünglich als Vierteiler geplant, als Pilot für eine Fernsehserie, die nie produziert wurde: Das 22. Phantom, also (scheinbar) der direkte Nachfahre des Phantoms aus dem Kinofilm.

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Kritik: THOR [2011]

Willkommen zu den Götter-Festspielen von Asgard. Bitte beachten Sie, dass der offizielle Empfang am Bifröst stattfindet und alle anderen Besucher vom Destroyer ungefragt vaporisiert werden. Eine lustige Plastikverkleidung ist Pflicht. Es erwartet Sie ein lustiger Abend voller Prunk und Zeremonien, großer Reden und Emotionen. Für die kleinen Besucher bieten wir Eisriesen-Schminken und Hammerwerfen zur Belustigung. Wir möchten Sie jetzt schon darum bitten, die Heimreise zeitnah einzuplanen, um Wartezeiten am Bifröst zu vermeiden. Als feierlicher Abschluss wird dieser zudem zerstört, so dass eine anschließende Heimreise nicht mehr möglich sein wird. Jetzt wünschen wir Ihnen aber zuerst viel Spaß auf der Veranstaltung!

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Shortcuts: SUCKER PUNCH [2011]; ZWEIOHRKÜKEN [2009]; MARVEL’S MAN-THING [2005]

Sucker Punch

Zack Snyder ist ein Genie. Jeder sollte denken, er könnte nur bekannte Vorlagen visuell eindrucksvoll abfilmen, ohnen ihnen einen neuen Sinn oder gar etwas wie eine Seele mit auf den Weg zu geben, und dann kommt ein Film wie „Sucker Punch“ und belehrt uns allen eines Besseren. Noch nie hat uns Männern ein Autorenfilmer so schonungslos den Spiegel vorgehalten, sich so imposant für die Frauen eingesetzt und dafür sämtliches Nerdtum instrumentalisiert. Ach, Bullshit. Der Film ist krank, langweilig und völlig belanglos. Die Feminismus-Ansätze enden direkt in einer Fleischbeschau, die Videospielsequenzen mit ihren Bosskämpfen wirken genau so und entbehren jeglicher Relevanz. Wenn Fans des Films von Tiefgang sprechen, meinen sie mit Sicherheit was anderes und kichern verschämt.

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Shortcuts: CAPTAIN AMERICA – THE FIRST AVENGER [2011], TIM & STRUPPI UND DAS GEHEIMNIS DER EINHORN [2011], IRON MAN (DS) [2008]

Captain America

Amerikas Vorzeigeheld ist ein schwieriger Fall. Der handlungsbedingte Patriotismus ist mit Sicherheit nicht jedermans Sache, sein doch eher lächerliches Outfit lädt auch nicht grade zu einer näheren Betrachtung ein. Mein letzter Kontakt zu Steve Rogers liegt nun auch schon mindestens 20 Jahre zurück, als ich als Kind auf dem Flohmarkt ein Comicheft mit ihm erstanden habe, mehr wusste ich davon leider auch nicht, bis jetzt. Denn jetzt also der Film als Vorbereitung für die „Avengers“. Und das ganze beginnt recht vielversprechend als actionreiches B-Movie, fällt dann aber mit fortlaufender Spielzeit immer weiter ab. Mehr und mehr driftet der Film ins Lächerliche ab, wenn der Typ in seinem blauen Strampler gegen die rote Skelettfresse antritt – so richtig Spannung will dabei auch gar nicht aufkommen, denn wirklich Gefahr strahlt die Hydra gar nicht aus. Was genau an Captain America so gefährlich sein soll, dass Red Skull direkt seinen ganzen Stützpunkt in die Luft jagt, nur weil er auftaucht, wird auch nicht so ganz deutlich. Bis jetzt („Thor“ noch nicht gesehen) mit dem „Hulk“ der schwächste von Marvels Filmen.

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Kritik: GHOST RIDER 2 – SPIRIT OF VENGEANCE [2012]

Der Rider ist wieder unterwegs. Fünf Jahre nach der Erstverfilmung läuft nun der „zweite Teil“ im Kino, und wieder gibt Nicolas Cage den Kopfgeldjäger des Teufels. In Anführungszeichen deshalb, weil dieser Teil schon fast als Reboot zu sehen ist – der erste Teil spielt in keinster Weise eine Rolle, die Entstehung des Riders wird in Comic-Sequenzen rückblickend erklärt und weicht zudem auch leicht ab. Was aber kann jetzt ein weiterer Film bieten, wurde der erste doch von fast allen verrissen und zähle ich doch zu dem nur kleinen elitären Kreis von Menschen, die im ersten Teil wirklich ganz großes Kino sehen? Rückblick: Ein brennender Typ auf seinem brennenden Motorrad sollte zusammen mit einem brennenden Cowboy auf einem brennenden Pferd verhindern, dass der Teufel eine Liste von Seelen bekommt. Coole Sache dass, ein großer Spaß und sich selbst nicht zu ernst nehmend. Und dass der Film rockt, merkt man spätestens an dieser Stelle: Klick. Und daran, dass er hier 11/10 Punkten bekommen hat.
Jetzt also: „Spirit Of Vengeance“.

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