Kritik: ERBARMUNGSLOS [1992]

„She was a comely young woman and not without prospects. Therefore it was heartbreaking to her mother that she would enter into marriage with William Munny, a known thief and murderer, a man of notoriously vicious and intemperate disposition. When she died, it was not at his hands as her mother might have suspected, but of smallpox. That was 1878.“

Denkt man an Clint Eastwood, denkt man unweigerlich auch an den Mann ohne Namen mit Zigarillo und Poncho, der für so viele Western stilprägend war und mit „Zwei glorreiche Halunken“ zudem auch noch einen der besten Western überhaupt hervorbrachte. Und auch wenn das Genre des Western nie wieder so beliebt wie in den 60er Jahren war, so war Eastwood scheinbar noch nicht durch mit dem Thema, so dass er sich 1992 erneut in den Sattel setzte, um durch die Prärie zu reiten. Aber nicht alleine: Mit Morgan Freeman und Gene Hackman (und ihm selber in der Hauptrolle) ist sein Streifen zudem auch noch hochkarätig besetzt. Ob das funktioniert? Kann so ein Rentnerwestern mit einem der Ikonen der damaligen Zeit auch jetzt noch begeistern? (Spoiler sind zu erwarten!)

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Shortcuts: TODESZUG NACH YUMA [2007]; TRUE GRIT (ZS) [2011]; ZWEI GLORREICHE HALUNKEN [1966]

Todeszug nach Yuma (3:10 To Yuma)

Russell Crowe und Christian Bale in einem Spätwestern, in dem ein Farmer einen Bandenchef zum Zug bringen muss, welcher ihn dem Galgen ein Stück näher bringt. Crowe entpuppt sich hier als Idealbesetzung für die Rolle des kaltblütigen Mörders, kann jedoch nicht gegen die unfassbaren Logiklöcher und das  schlechte Ende anspielen. Schicke Optik (Blu Ray Fassung), super Darsteller (auch hervorzuheben: Ben Foster!), gute Action aber ein Drehbuch zum Haareraufen: An sich ein guter, spannender Film, der aber so viel besser hätte sein können. Demnächst werde ich mir dann auf jeden Fall das Original anschauen.

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Kurzkritik: THE FALL [2009]

Wo wir grade beim Thema märchenhafte Erzählungen sind. „The Fall“ wartete schon so lange auf seine Sichtung, ich wollte ihn kürzlich bestellen, wurde aber freundlicherweise vom Shop darauf hingewiesen, dass ich das schon längst getan hatte. Ganz klar ein Zeichen, dass es jetzt aber mal Zeit wird, vor allem, da ich nach „Life Of Pi“ Nachschub brauchte an großartig inszenierten Bildern, für die das HD förmlich erfunden wurde, und bei „The Fall“ sollte eben dies der Fall sein, gepaart mit einer tollen Geschichte. Ob der Film die Erwartungen erfüllt hat oder nur ein seelenloser, visueller Overkill ist, lest Ihr hier.

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Kritik: DRIVE [2012]

Alleine vom Titel her assozierte ich Nicolas Winding Refns „Drive“ zuerst mit „Driver“, einem Videospiel für die PlayStation 1. Nach Sicht des Trailer stellte sich zwar relativ schnell heraus, dass es zumindest auf inhaltlicher Ebene keine Gemeinsamkeiten gibt, aber trotzdessen wirkte die Vorschau auf den nur „The Driver“ genannten Fluchtwagenfahrer rasant und actiongeladen, aber dennoch mit ruhigen Momenten versehen. Ryan Gosling spielt den wortkargen Fahrer, und das er spielen kann, weiß man ja spätestens seit „Lars und die Frauen„. Carey Mulligan, wenn schon nicht aus dem Kino, dann doch zumindest bekannt aus einer der Doctor Who-Highlights „Blink„, spielt seinen Love-Interest, so dass zumindest auf der Seite der Schauspieler mit keinen Ausfällen zu rechnen war. Aber wer zur Hölle ist Nicolas Winding Refn? Zumindest war er eins: Die Wahl von Hauptdarsteller Ryan Gosling, und eines ist er, um es vorwegzunehmen, auch: Eine gute Wahl. Wahren Cineasten (also nicht mir) am ehesten bekannt durch seine „Pusher“-Trilogie oder „Valhalla Rising“, werde ich mir den Namen wohl spätestens jetzt merken müssen, da er für das Remake von „Logans Run“ im Gespräch ist. Denn mit „Drive“ hat sich gezeigt: Der kann was.
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Shortcuts: RANGO [2011]; GEFAHR AUS DEM WELTALL [1953]; WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN [1973]; DARK CITY [1998]

Rango

Animationswestern mit Johnny Depp als Chamäleon Rango, welches auf der Suche nach sich selber Sherriff in der kleinen Stadt Dirt wird. Weniger kindgerechte Komödie, mehr humorvoller CGI-Western mit Anspielungen auf das Genre: „Rango“ unterhält sehr gut und verfällt nur selten in genretypische Verhaltensmuster. Die Animationen sind grandios und müssen Vergleiche mit Pixar keinesfalls scheuen, im Gegenteil: In manchen Szenen verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Animation nahezu und macht „Rango“ damit zur Blu Ray Referenz in Sachen Bildqualität. Womit der Film auch für Leute interessant wird, die ihn ansonsten vielleicht nicht beachtet hätten.
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Kritik: THOR [2011]

Willkommen zu den Götter-Festspielen von Asgard. Bitte beachten Sie, dass der offizielle Empfang am Bifröst stattfindet und alle anderen Besucher vom Destroyer ungefragt vaporisiert werden. Eine lustige Plastikverkleidung ist Pflicht. Es erwartet Sie ein lustiger Abend voller Prunk und Zeremonien, großer Reden und Emotionen. Für die kleinen Besucher bieten wir Eisriesen-Schminken und Hammerwerfen zur Belustigung. Wir möchten Sie jetzt schon darum bitten, die Heimreise zeitnah einzuplanen, um Wartezeiten am Bifröst zu vermeiden. Als feierlicher Abschluss wird dieser zudem zerstört, so dass eine anschließende Heimreise nicht mehr möglich sein wird. Jetzt wünschen wir Ihnen aber zuerst viel Spaß auf der Veranstaltung!

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Shortcuts: CAPTAIN AMERICA – THE FIRST AVENGER [2011], TIM & STRUPPI UND DAS GEHEIMNIS DER EINHORN [2011], IRON MAN (DS) [2008]

Captain America

Amerikas Vorzeigeheld ist ein schwieriger Fall. Der handlungsbedingte Patriotismus ist mit Sicherheit nicht jedermans Sache, sein doch eher lächerliches Outfit lädt auch nicht grade zu einer näheren Betrachtung ein. Mein letzter Kontakt zu Steve Rogers liegt nun auch schon mindestens 20 Jahre zurück, als ich als Kind auf dem Flohmarkt ein Comicheft mit ihm erstanden habe, mehr wusste ich davon leider auch nicht, bis jetzt. Denn jetzt also der Film als Vorbereitung für die „Avengers“. Und das ganze beginnt recht vielversprechend als actionreiches B-Movie, fällt dann aber mit fortlaufender Spielzeit immer weiter ab. Mehr und mehr driftet der Film ins Lächerliche ab, wenn der Typ in seinem blauen Strampler gegen die rote Skelettfresse antritt – so richtig Spannung will dabei auch gar nicht aufkommen, denn wirklich Gefahr strahlt die Hydra gar nicht aus. Was genau an Captain America so gefährlich sein soll, dass Red Skull direkt seinen ganzen Stützpunkt in die Luft jagt, nur weil er auftaucht, wird auch nicht so ganz deutlich. Bis jetzt („Thor“ noch nicht gesehen) mit dem „Hulk“ der schwächste von Marvels Filmen.

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Kritik: STAR WARS – THE CLONE WARS [2008]

George Lucas tut mir ja ganz ehrlich leid. Da hatte er mit Episode IV-VI Meilensteine des Unterhaltungskinos geschaffen, den ultimativen Kampf zwischen Gut und Böse in einem bis dahin unbeliebtem Genre mit seinerzeit bahnbrechenden Effekten, und dann reicht das nicht mal für den Lebensabend. Gut, je nach Lebensstil ist das ja verständlich, und somit sind Episode II-III auch entschuldbar (Episode I niemals), denn irgendwovon muss der gute Mann ja auch leben. Nun hat es sich aber zugetragen, dass im Zuge der Einführung des Euro auch in Amerika alles immer teurer wird (ganz bestimmt liegt es daran), und somit reichte das Geld dann trotzdem nicht sehr lange. Eine neue Merchandise-Quelle musste her, ein neuer Kinofilm, mit dessen Umsatz die ganzen Rechnungen bezahlt werden konnten. Die Idee zum Film „The Clone Wars“ war geboren. Ok, Spaß beiseite: Natürlich erzählt „The Clone Wars“ eine Geschichte, die George Lucas von Anfang an erzählen wollte und unerlässlich für das Verständnis der Saga ist. Oder so.

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Kurzkritik: CHATROOM [2010]

Das böse, böse Internet. Alles voll von Raubkopierern, Kinderschändern und Perversen. „Chatroom“, dessen Tagline (wohl aus marketingtechnischen Gründen) „Willkommen im Anti-Social Network“ lautet, nimmt sich dieser Prämisse an, ohne sie zu hinterfragen. Das muss man wissen, wenn man sich auf diesen Film einlassen will, denn viel Gutes bietet das filmische Netz nicht. Denn obwohl sich Jim, Emily, William, Mo und Eva einfach nur in einem Chatroom treffen, um zu reden, stellt sich schnell heraus, dass William ein falsches Spiel spielt, um damit die anderen zu manipulieren und Jim gar in den Selbstmord zu treiben. Denn er hat Gefallen daran gefunden anderen dabei zuzusehen wie sie tun, was er selber nicht geschafft hat.

Der Inhalt ist also schnell erzählt, aber als Umsetzung eines Theaterstücks geht es bei „Chatroom“ weniger um eine möglichst komplexe Handlung mit wechselnden Schauplätzen oder effektreicher Action, sondern mehr um die Beziehungen der fünf Freunde untereinander. Im Chatroom wird halt viel geredet, aber Gott sei Dank sieht man den Fünfen nicht 90 min dabei zu, wie sie vor ihrem Computer hocken. Das Internet ist wie ein Hotel mit langen Fluren, und jede Tür führt in einen anderen Chatroom. Diese werden von ihren Admins nach Belieben gestaltet und können auch mit Passwörtern gesichert werden – eine geniale und visuell gute Idee, HTML-Code filmisch umzusetzen. Wenn sich die fünf in Williams Chatroom treffen, sitzen sie auf fünf Stühlen in einem ansonsten leeren Raum, wohingegen Evas Raum trendy geschmückt ist, mit riesigen Plakaten an der Wand. Jeder Chatraum drückt auf diese Weise die Gefühle seines Besitzers aus. Jim beispielsweise hat erst gar keinen. Depressiv, weil als Kind vom Vater verlassen, lässt er niemanden an sich heran, weder im richtigen Leben, noch im Internet. Mehr durch Zufall scheint er in Williams Chatroom „Chelsea Teens!“ zu kommen und wird gleich von Williams Art eingenommen.

Die Grundidee sowie die technische Umsetzung, als auch die musikalische Untermalung, all das ist gut gelöst, und doch, mit fortschreitender Laufzeit enthält der Film immer mehr Längen. Wenn die Figuren vorgestellt sind, die Konstellationen klar sind und auch die Hintergründe der handelnden Personen, ab dem Zeitpunkt gibt es etwas Leerlauf. Es geht nur noch um Jim und William und die Dynamik ist ein wenig raus. Und wie schon zu Beginn gesagt: Entweder, die Macher haben wirklich Angst vor dem sogenannten Internet mit all den bösen Menschen die es füllen, oder es ist Absicht, es so darzustellen – doch „Anti-Social Network“ macht hier wirklich Sinn. Wenn man Chats zum Social Network dazuzählen will: sozial ist hier niemand. Man kann es also nur so sehen, dass die positiven Aspekte bewusst ausgeblendet werden, um die Intention deutlicher werden zu lassen. Im Endeffekt allerdings doch zu oberflächlich und dabei noch nicht mal konsequent.

„Chatroom“ ist seit dem 24.06.2011 auf DVD und Blu Ray erhältlich.