Shortcuts: STARSHIP TROOPERS [1997]; BATTLE OF LOS ANGELES [2011]; DIE SCHLÜMPFE [2011]

Starship Troopers

Verhoevens Science-Fiction-Film, der einen Haufen Schönlinge aus ihre „OC California“ Glitzerwelt direkt in den Krieg gegen außerirdische Bugs wirft. Zum Film selber braucht man vermutlich gar nichts zu sagen, aber was für mich neu war: Der Film selber zwar ungeschnitten, die deutsche Synchro ist jedoch enorm sinnverfälschend zensiert. Während im Original nur Soldaten als vollwertige Bürger gelten und z.B. Wahlrecht haben, wird dies in der deutschen Fassung vorsichtshalber umgangen, in dem immer nur von Soldaten geredet wird und Kinder beschützen und so. Das an einer Stelle davon die Rede ist, dass die Demokratie nichts taugt und pure Gewalt die Lösung ist – davon wollte man in Deutschland lieber nichts hören. Futter für alle OT-Verfechter, was schade ist, da die deutsche Synchro ansonsten als gelungen bezeichnet werden kann. Bei aktuellen Sichtungen übrigen sehr witzig: Neil Patrick Harris als Nachrichten-Offizier im Gestapo-Look. Suit up!

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Kritik: OBEN [2009]

Es gibt nicht nur Pixar. Das wollen wir doch mal klarstellen. In der Zeit zwischen den Pixar-Titeln kommen so viele Animationsfilme in die Kinos, die um die Zuschauer buhlen, doch wenn man Leute nach ihren Animationslieblingen fragt, werden doch erstaunlich oft Filme aus John Lassiters Firma genannt. Zufall? Wohl nicht. Insbesondere mit „Toy Story“ revolutionierte Pixar das Genre, und das nicht nur aufgrund technischer Perfektion. Es waren auch die erzählten Geschichten, die es manchmal in der Form noch nicht gab, und selbst wenn, wurden sie so hintergründig und humorvoll erzählt, das man oft das Gefühl hatte, vor Pixar gab es das nicht. Sprechende Autos, verliebte Roboter, eine Familie voller Superhelden und kochende Ratten – es gibt nichts, was es nicht gibt. Und genau deswegen kann auch ein alter Mann mit Hilfe hunderter Luftballons mit seinem Haus wegfliegen.

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Kritik: STAR WARS – THE CLONE WARS [2008]

George Lucas tut mir ja ganz ehrlich leid. Da hatte er mit Episode IV-VI Meilensteine des Unterhaltungskinos geschaffen, den ultimativen Kampf zwischen Gut und Böse in einem bis dahin unbeliebtem Genre mit seinerzeit bahnbrechenden Effekten, und dann reicht das nicht mal für den Lebensabend. Gut, je nach Lebensstil ist das ja verständlich, und somit sind Episode II-III auch entschuldbar (Episode I niemals), denn irgendwovon muss der gute Mann ja auch leben. Nun hat es sich aber zugetragen, dass im Zuge der Einführung des Euro auch in Amerika alles immer teurer wird (ganz bestimmt liegt es daran), und somit reichte das Geld dann trotzdem nicht sehr lange. Eine neue Merchandise-Quelle musste her, ein neuer Kinofilm, mit dessen Umsatz die ganzen Rechnungen bezahlt werden konnten. Die Idee zum Film „The Clone Wars“ war geboren. Ok, Spaß beiseite: Natürlich erzählt „The Clone Wars“ eine Geschichte, die George Lucas von Anfang an erzählen wollte und unerlässlich für das Verständnis der Saga ist. Oder so.

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Shortcuts: RED RIDING HOOD [2011]; DER PLAN [2011]; PAUL [2011]

Red Riding Hood – Unter dem Wolfsmond

„Twilight“ meets „Rotkäppchen“. 2012 wird ja eh das Jahr der Märchen, warum sich also nicht schon mal in Stimmung bringen. Das das mit diesem Film allerdings nicht funktioniert, sei euch an dieser Stelle schon mal verraten. Untalentierte „Schauspieler“ stolpern durch billige Kulissen und schmachten sich gegenseitig an. Warum sie das tun, wird dem Zuschauer nie ganz klar sondern einfach vorausgesetzt. Schon nach den ersten Minuten ist klar: Sie liebt ihn, muss aber den anderen heiraten und die beiden lieben sie. Schade, dass sich Gary Oldman ans Set verirrt hat und zum Mitspielen gezwungen wurde, aber wenigstens rettet das den Film ein wenig. Ansonsten ist das alles dummes Zeug für kleine Mädchen, die vom „Twilight“-Kitsch nicht genug bekommen können.

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Kurzkritik: PERSEPOLIS [2007]

Das Leben im Iran war und ist nicht immer einfach. Das wissen die Menschen die dort leben bzw. gelebt haben wohl am besten. Marjane Satrapi kommt aus dem Iran, lebt jetzt in Frankreich und hat ihre Erlebnisse aus der Heimat in einem mehrbändigen Comic festgehalten. In tristem – dafür aber kontrastreichen – S/W-Zeichnungen erfährt der Leser – oder in diesem Fall der Zuschauer – wie es war, damals, von der Regentschaft des Schah, über die Islamische Revolution bis in die 90er Jahre, in denen Satrapi nach Frankreich auswanderte.

Der Film beginnt mit der Kindheit Satrapis, in welcher der Schah noch an der Macht ist. Die Menschen im Iran sind unzufrieden mit den Verhältnissen in ihrem Land und im Zuge der Revolution verlässt der Schah den Iran. Aufbruchstimmung macht sich breit, die jedoch bald wieder verfliegt: Die neuen Machthaber setzen ihre religiösen Vorstellungen über die Gesellschaft sehr bald in die Tat um, welche das Leben im Iran stark einschränken und insbesondere die Rolle der Frau beeinflussen.

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Adam Elliot: HARVIE KRUMPET

Der Oscar prämierte Kurzfilm (Best Animated Short Film) von Adam Elliot, der quasi die Vorlage zu „Mary & Max“ bildet. Kein Feel-Good-Movie, dass sei zu Beginn gesagt. Aber sehenswert auf alle Fälle, nicht nur trotzdem, sondern vielleicht auch genau deswegen. Und die Idee mit der Bushaltestelle ist weniger Fiktion, als manche von Euch vielleicht glauben.

Kurzkritik: MARY & MAX – oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet? [2009]

Mary Daisy Dinkle, acht Jahre alt, lebt in Australien und ist todunglücklich. Ihre Mutter ist Alkoholikerin, ihr Vater zieht sich immer in seinen Schuppen zurück und präpariert tote Tiere und sie hat keine Freunde, unter anderem weil sie auch ein merkwürdiges Muttermal mitten auf der Stirn hat.
Max Jerry Horrowitz, 44 Jahre alt, lebt einsam in New York und hat ebenfalls keine Freunde, weil er unter dem Asperger-Syndrom leidet. Soziale Interaktion mit anderen Menschen fällt ihm schwer, alles Fremde löst Panikattacken in ihm aus.
Mary glaubt, dass Babys in Australien in Biergläsern gefunden werden. Um festzustellen, ob dies woanders auch so ist, sucht sie sich nach dem Zufallsprinzip Max‘ Adresse aus dem Telefonbuch von New York und schreibt ihm einen Brief, woraufhin sich eine wunderbare, tragikomische Freundschaft entwickelt…

Nicht alle Filme, die animierte und/oder geknetete Hauptdarsteller beinhalten, sind automatisch für Kinder. Trotz des doch eher lustigen deutschen Titels gehört „Mary & Max – oder: Schrumpfen Schafe wenn es regnet?“ definitiv nicht in Kinderhände, oder zumindest nicht in all zu kleine. Davon abgesehen, dass die Kleinen den Film bestenfalls langweilig finden, gehört die Thematik doch eher nicht so in das Interessengebiet kleiner Kinder. Behinderungen, Isolation, Suizid: Es sind schwere Geschütze, die Sam Elliot in seinem ersten Spielfilm auffährt. Dabei fängt ja alles recht harmlos an. Mary und Max werden einzeln vorgestellt, man lernt sie kennen, und noch achtet man auf die Kleinigkeiten – wie gut die Animation gelungen ist, ob man Fingerabdrücke auf den Figuren sieht (ich meine einen entdeckt zu haben) – doch mehr und mehr zieht einen der Film in seinen Bann. Es sind die lustigen Stellen, etwa wenn Max von seinem imaginären Freund erzählt: Als ihm sein Psychiater sagte, er brauche ihn nicht mehr, sehen wir diesen imaginären Freund „Mr. Ravioli“, wie er in einer Ecke sitzt und Selbsthilfebücher liest. Und es sind die tragischen Momente, etwa wenn der Tod Marys Mutter gezeigt wird (der allerdings auch eine gewisse Komik innehat). Und während sich Mary allem Anschein nach weiterentwickelt, bleibt bei Max alles beim Alten, abgesehen von der Tatsache, das Mary ein wichtiger Teil seines Lebens geworden ist, für welches er sich drei Ziele gesetzt hat: Ein Lebensvorrat an Schokolade, alle Figuren der Noblets besitzen, einen Freund finden.

„Mary & Max“ ist einer dieser besonderen Filme, die einen zum Lachen bringen, die aber auch das Gegenteil bewirken (können). Direkt nach dem Film weiß man eigentlich gar nicht, wie man sich fühlen soll, auf keinen Fall denkt man weiter über die Herstellung des Films nach, sondern über Mary und Max, die beiden einsamen MENSCHEN, die sich gefunden, zwischendurch verloren, und am Ende wieder – gefunden? – haben. Eine Geschichte über Freundschaft, die Liebe, das Leben und den Tod. Und darüber, ob Babys von Prostituierten in Eiern gelegt werden, wenn man Atheist ist. Oder ob Schafe im Regen schrumpfen.

Kurzkritiken: BURIED [2010]; DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT [2010]

Buried

Bei kaum einem anderen Film lässt sich der Slogan „Mittendrin statt nur dabei“ besser anwenden als bei „Buried“. Ryan Reynolds spielt hier einen LKW-Fahrer im Irak, der Hilfsgüter transportiert, als plötzlich sein Konvoi von Aufständischen angegriffen wird und er von eben diesen gefangen genommen und als Geisel genommen wird. Die moderne Geisel von heute wird jedoch nicht irgendwo in einer Lagerhalle gefangengehalten, sondern bei lebendigem Leib in einem Sarg begraben, mit einem Handy als Kontakt zur Außenwelt. Und nur über eben dieses Handy erfährt der Zuschauer (und Herr Reynolds) das alles, denn das Innere des Sarges ist das Einzige, was man in den 90 min des Films zu sehen bekommt. Das hört sich jetzt vielleicht nicht all zu aufregend an, 90 min mit Ryan in der Kiste zu liegen (vielleicht sehen Frauen das ja anders), und dementsprechend war ich vor dem Film auch skeptisch. Und doch schafft der Film es, eine klaustrophobische Spannung zu erzeugen, man fiebert mit ihm mit und sorgt sich spürbar um den Handyakku. Das funktioniert also sogar so gut, dass es Showeinlagen wie die Schlange gar nicht gebraucht hätte, denn es ist mehr als offensichtlich, dass diese aus eben diesem Grund als einziger Nebendarsteller in den Film geschafft hat: Die Geschichte aufzulockern, den Zuschauer zu wecken, sowas in der Richtung. Als würde man der selber aufgebauten Spannung nicht ganz trauen. Und doch: Am Ende wirkt es fehl am Platz und passt so gar nicht zur restlichen Stimmung des Films. Denn ansonsten, und das hat schon ein wenig überrascht, ist der Film spannend mit einem in der Form nicht ganz so erwarteten Ende.

Drachenzähmen leicht gemacht

So sind sie, die Wikinger: Immer auf Streit aus, und keinesfalls nachgeben. Und wenn es auch eine ganze Horde Drachen sind, die das Dorf regelmäßig angreift – zurückgewichen wird nicht, dann werden halt die Häuser immer wieder neu gebaut. Da muss dann erst der Wickie der Neuzeit namens Hicks kommen, der seinem Vater dem Stammeshäuptling den Weg weisen muss. Der Drache, das missverstandene Wesen. Und getreu dem gerne verfilmten Motto „Kindermund tut Wahrheit kund“ wird auch hier natürlich am Ende alles gut und die Erwachsenen sehen ihren Fehler ein, soviel darf man wohl verraten. Überhaupt sind Animationsfilme für Kinder gerne mal überraschungsarm, und so auch hier, der Weg ist das Ziel. Aber: Das macht alles überhaupt nichts. „Drachenzähmen leicht gemacht“ ist ein grundsympathischer Animationsfilm, der als Mischung aus „Dragonheart“, „Ronja Räubertocher“ und „Wickie“ zu keiner Sekunde langweilt und ganz nebenbei auch reichlich Action zu bieten hat, die seinerzeit im Kino das 3D rechtfertigen musste. Immerhin, und das ist schon fast einen Extrapunkt wert: Keine Szene des Films macht den Eindruck, als sei sie nur wegens des 3Ds eingefügt worden. So wie das in 3D vielleicht ganz schick ausgesehen haben könnte, so funktioniert das in 2D alles genau so gut, wenn nicht sogar besser, weil ohne Brille.

Kurzkritiken: X-MEN ORIGINS: WOLVERINE [2009]; DER FANTASTISCHE MR. FOX [2010]

WOLVERINE

Auch wenn ich im Marvel-Universum nicht wirklich zu Hause bin, so glaube ich schon, dass Wolverine einer der beliebtesten Charaktere der X-Men ist. Was liegt also näher, als in der geplanten X-Men Origins-Serie mit der Herkunft desselbigen zu beginnen? Die Idee an sich ist ja auch keine schlechte, ist es doch immer interessant, etwas über die Hintergründe einer Figur zu erfahren, um ihr Tiefe zu verleihen. Und so erfährt man in X-Men-Origins: Wolverine dann auch, wie aus Logan der Held mit den Metall-Klingen wurde, wie man ihn aus den Vorgängerfilmen kennt. Oder aus den Comics. Das kann ich aber nicht beurteilen.

Der Film beginnt mit der Kindheit Logans und endet mit dessem Gedächtnisverlust – der ja in den drei X-Men Teilen auch thematisiert wurde. Wir erfahren, dass Logan einen Bruder hat – Victor (oder aber auch, hab ich gelernt: „Sabretooth“). Als dessen Vater Logans Vater tötet, tötet Logan wiederum ihn, kurz bevor er erfährt, dass dieser aber auch SEIN Vater ist. Logans Vater ist also gar nicht Logans Vater und er hat quasi Vatermord begangen. Victor und Logan beschließen darauf hin zu fliehen und der Vorspann beginnt – ganz nebenbei ist dieser genial gemacht, sehr intensiv und macht wirklich Lust auf mehr. Man erfährt in den Credits z.B., dass die beiden Seite an Seite im Amerikanischen Bürgerkrieg, dem ersten und zweiten Weltkrieg und in Vietnam gekämpft haben, und das dies Victor doch durchaus Spaß gemacht hat. Logan sieht dies mit Sorge – scheint sein Halbbruder doch Freude am Töten zu haben. Eines Tages werden sie Mitglieder einer Spezialeinheit von Colonel William Stryker, bis sich Logan abwendet. Sechs Jahre später taucht Victor auf: Nach und nach tötet er alle ehemaligen Mitglieder des Teams, inkl. Logans Frau – und dieser schwört Rache…

Das hört sich ja jetzt alles ganz furchtbar kompliziert an, ist aber im Grunde eine ganz simple Rachegeschichte inkl. einer kleinen Lovestory, was durchaus schade ist. So etwas wie Tiefgang sucht man in dem Film vergeblich, er wurde gedreht für die Action. Wenn man sich das vor Augen führt, ist das Ergebnis zwar durchaus unterhaltsam, berührt einen aber mal so gar nicht und lässt einen den Film schneller vergessen als er Laufzeit hatte. Die eine oder andere furchtbar schlechte CGI-Sequenz ist auch noch enthalten (beispielsweise Logan im Badezimmer des älteren Ehepaares, wie er seine Messer begutachtet) und so reiht der Film sich ein in die Reihe „typisches Popcornkino der Neuzeit“. Aber schade ist das schon, irgendwie.


DER FANTASTISCHE MR. FOX

Bei all dem ganzen 3D-Gedöns und computeranimierten Kinderfilmchen, mit CGI vollgepackten Popcornfilmen und Remakes und RomComs, ist es geradezu eine Wohltat, mal wieder etwas „Handgemachtes“ zusehen. Stop-Motion, bei der man eben dieses auch sieht, ohne Brillenzwang, ohne HD-Wahn. Der fantastische Mr. Fox und seine Kumpels sind Puppen, und das sieht man. Sie bewegen sich nicht flüssig, haben ein „X“ in den Augen, wenn sie k.o. sind und sehen in manchen Szenen nicht mal ansatzweise realistisch aus. Aber das ist alles vollkommen ok. Das ist gewollt und funktioniert, und all die Leute, die die ganzen Animes so toll finden, tuen das ja sicherlich nicht aufgrund der realistischen Darstellungsweise oder den schönen Zeichnungen. Es kommt schließlich immer darauf an, was man daraus macht. Und Wes Anderson machte daraus einen sehr witzigen, vor allem aber unterhaltsamen Film. Und nicht nur weil Mr. Fox von George Clooney gesprochen wird: Auch vom Inhalte her könnte der Film genausogut „Fox‘ Eleven“ heißen, hat er doch auch ein wenig eines Heist Movies. Denn trotz seines Versprechens an seine Frau kommt Mr. Fox mit einem ehrlichen Job bei der Zeitung nicht klar. Einen letzten Coup will er noch durchführen, wenn auch in drei Phasen: Die drei berühmt-berüchtigsten Bauern der Gegend sollen um einige Hühner, Gänse und Cidre ärmer werden, er dafür aber reicher. Und auch ein fantastischer Fuchs erkennt am Ende, dass es sich nicht lohnt, sich selber zu verleugnen. Auch wenn man in einem Baumhaus wohnt, so bleibt man ein wildes Tier, wie der Wolf. Der gar nicht erste auf diverse Fremdsprachen reagiert, sondern nur auf Gesten.