Kurzkritik: THE RAID – REDEMPTION [2011]

theraid_01Bruce Willis muss sich warm anziehen: Er ist nicht mehr der Einzige, der ein Hochhaus im Alleingang von bösen Jungs säubern kann. Und sogar die TV Movie (immerhin: Deutschlands härteste Filmredaktion nur echt mit dem Moviestar!) schreibt: „Im Action-Genre derzeit das Maß aller Dinge“, die Süddeutsche Zeitung lässt sich sogar dazu hinreißen zu verkünden, „The Raid“ sei „beispiellos in seinem Tempo, seiner Härte“. Getoppt werden kann das ja nur noch von „Twitchfilm“, wer auch immer das ist, aber die sagen gar: „Der beste Actionfilm seit Jahrzehnten“. Mit diesen Aussagen wirbt zumindest das DVD-Cover. Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich: Welch ein Meisterwerk!

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Shortcuts: TODESZUG NACH YUMA [2007]; TRUE GRIT (ZS) [2011]; ZWEI GLORREICHE HALUNKEN [1966]

Todeszug nach Yuma (3:10 To Yuma)

Russell Crowe und Christian Bale in einem Spätwestern, in dem ein Farmer einen Bandenchef zum Zug bringen muss, welcher ihn dem Galgen ein Stück näher bringt. Crowe entpuppt sich hier als Idealbesetzung für die Rolle des kaltblütigen Mörders, kann jedoch nicht gegen die unfassbaren Logiklöcher und das  schlechte Ende anspielen. Schicke Optik (Blu Ray Fassung), super Darsteller (auch hervorzuheben: Ben Foster!), gute Action aber ein Drehbuch zum Haareraufen: An sich ein guter, spannender Film, der aber so viel besser hätte sein können. Demnächst werde ich mir dann auf jeden Fall das Original anschauen.

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Kurzkritik: ICH BIN NUMMER VIER [2011]

Gibt es eigentlich einen Namen für dieses Genre? Teenie-Mysterie-Science-Fiction oder sowas? Also Filme mit einem möglichst attraktiven, jungen, Hauptdarsteller, möglichst mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, der es aber trotzdem nicht so leicht hat, weil ihm irgendwer an den Kragen will, oder weil sein Leben trotzdem irgendwie doof ist, wegen strengen Eltern, keine Freunde oder allgemein wegen der Liebe und so? Quasi in etwa wie „Twilight“, „Jumper“, „Red Riding Hood“ (meinetwegen auch noch „Unsichtbar“)? Diesem Genre würde „Ich bin Nummer vier“ angehören. Die Zielgruppe irgendwo bei minderjährigen Mädchen eingeordnet, die bereit sind, ihr Taschengeld in die Bücher, die DVDs und „Team John“-T-Shirts zu investieren, so dass die Filmreihe ein ähnlicher Erfolg wird wie die „Twilight“-Reihe oder „Harry Potter“.

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Shortcuts: DRIVE ANGRY [2011]; ENTOURAGE – SEASON 1-3 [2004-2007]; MR. POPPERS PINGUINE [2011]; PROMETHEUS 3D [2012]

Drive Angry

Oha. Ich befürchte, wir bewegen uns hier auf „Ghost Rider“-Terrain. Nicht nur, weil der Film völlig sinnfrei ist und einen Nicolas Cage zeigt, der völlig von der Rolle ist (diesmal in blond, für die Frisur-Chronisten), sondern auch, weil ich den Film trotzdem irgendwie mochte, trotz all seiner Defizite. Und das liegt jetzt nicht zwingend nur an der Szene, in der Cage gleichzeitig (!): die Bedienung der Bar vögelt, Zigarre raucht, Whiskey trinkt und gefühlte 20 Leute abknallt. Multitasking quasi, und wenn das „Drive Angry“ nicht zu DEM Männerfilm schlechthin macht, weiß ich auch nicht.


(bester YouTube-Kommentar übrigens: „Daumen Hoch für Amber Heard die geile Sau!!!“)

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Kritik: COWBOYS & ALIENS [2011]

Jon Favreau, Steven Spielberg, Daniel Craig, Olivia Wilde, Harrison Ford, Sam Rockwell – mit Namen wird beim Vorspann von „Cowboys & Aliens“ bei weitem nicht gegeizt. Dann noch dieser Filmtitel – was kann man da Schlimmes erwarten? Beziehungsweise – was erwartet man überhaupt, was habe ich erwartet? Einen selbstironischen Actionblockbuster, der mit einem Augenzwinkern zeigt was passiert, wenn Außerirdische in den wilden Westen einfallen, anstatt wie üblich in der Gegenwart in New York oder Los Angeles. Einen Daniel Craig, der ordentlich die Sau rauslässt. Aber auf keinen Fall: Einen sich selbst zu ernst nehmenden Actionfilm, der das alles wirklich so meint, wie er es uns zeigt. Und was ist es nun geworden?

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Kurzkritik: PIRATES OF THE CARIBBEAN 4 – FREMDE GEZEITEN [2011]

Vier Filme auf der Basis einer Freizeitpark-Attraktion – gar nicht mal so eine schlechte Bilanz, ohne Johnny Depp als beschwipsten Cpt. Jack Sparrow wäre es aber vermutlich gar nicht so weit gekommen. Und so kommt es auch, dass er in Teil 4 vollends zur Hauptfigur erhoben wird, um den sich alles dreht. Wobei man sagen muss, dass die Produzenten auch gar keine andere Wahl hatten: Denn ohne Keira Knightly und Orlando Bloom fehlen gleich zwei Sympathieträger der Vorgänger, und bevor jetzt jemand mault, dass er beide nicht mochte: Zumindest kannte man ihre Rollen, ihre Geschichte, und nu sind se weg, weshalb Depp den Film alleine stemmen muss, zumindest bevor sich der Knightly/Bloom-Ersatz etablieren kann. Dabei ist „Film stemmen“ schon richtig formuliert, denn von „Story“ mag ich in diesem Zusammenhang gar nicht erst sprechen.
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Shortcuts: DER DIKTATOR [2012]; HANGOVER: PART 2 [2011]; TUCKER & DALE VS. EVIL [2010]; IM TIEFEN TAL DER SUPERBABES [2011]

Der Diktator

„Borat“ war anders. Eine respektlose Komödie, in der den Amerikanern der Spiegel vorgehalten wurde und die so einige Klagen nach sich zog, weil manche unfreiwilligen Darsteller gar nicht damit einverstanden waren, dass ihre Aussagen im Kino einem Millionenpublikum präsentiert wurden. Zu „Brüno“ kann ich leider nichts sagen, da ich ihn nicht gesehen habe, aber „Der Diktator“ klang dann wieder vielversprechend: Ein Film über einen afrikanischen Diktator, der sein Volk unterdrückt und dem der Besitz von waffenfähigem Plutonium nachgesagt wird – reale aktuelle politische Ereignisse lassen grüßen und man konnte eine bissige Satire erwarten. Aber Sacha B. Cohen zeigt nur selten, was der Film hätte werden können und drehte stattdessen eine Hommage an Adam Sandler mit zahlreichen Sex-Witzchen und einer unnötigen (aber zu erwartenden) Liebesgeschichte. Selig die, die den Trailer im Vorfeld nicht kannten: Selten hat die Werbung für einen Film die wenigen lustigen Szenen überhaupt schon komplett im Vorfeld gezeigt, so dass im Grunde nur noch ein komplett spannungs- und humorbefreites Filmchen übrig bleibt. Die gesamte virale Kampagne im Vorfeld des Kinostarts war lustiger als das Ergebnis im Kino.

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Shortcuts: RANGO [2011]; GEFAHR AUS DEM WELTALL [1953]; WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN [1973]; DARK CITY [1998]

Rango

Animationswestern mit Johnny Depp als Chamäleon Rango, welches auf der Suche nach sich selber Sherriff in der kleinen Stadt Dirt wird. Weniger kindgerechte Komödie, mehr humorvoller CGI-Western mit Anspielungen auf das Genre: „Rango“ unterhält sehr gut und verfällt nur selten in genretypische Verhaltensmuster. Die Animationen sind grandios und müssen Vergleiche mit Pixar keinesfalls scheuen, im Gegenteil: In manchen Szenen verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Animation nahezu und macht „Rango“ damit zur Blu Ray Referenz in Sachen Bildqualität. Womit der Film auch für Leute interessant wird, die ihn ansonsten vielleicht nicht beachtet hätten.
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Shortcuts: HOP [2011]; LARS UND DIE FRAUEN [2007]; MEGA-SHARK VS. GIANT-OCTOPUS [2009]; ZEITEN ÄNDERN DICH [2010]

Hop – Osterhase oder Superstar?

Es ist unglaublich, wie beliebig und langweilig man einen Film gestalten kann, so dass höchstwahrscheinlich sogar die Zielgruppe der unter 9-Jährigen angeödet sein wird. Storytechnisch dachte man sich wohl, dass die Weihnachtsfilme bereits abgegrast sind und man jetzt auch mal mit Ostern Kasse machen will, und so ist es halt der Osterhase Junior (kreative Namensgebung: „E.B.“, für Easter-Bunny…), der das Leben von James Marsden schwer macht, und zwar leider genau so, wie man sich das vorstellt. Das die beste Szene die ist, in der Marsden den Hasen mit einem Stein erschlagen will, sagt erschreckend viel über den Film aus. Belangloser „Santa Clause“-Abklatsch vom Reißbrett, der außer ganz netten Animationen und Penny aus „The Big Bang Theory“ nicht viel zu bieten hat.

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