Shortcuts: VOLL AUF DIE NÜSSE (Dodgeball) [2004]; ALICE IM WUNDERLAND [2010]; 30 DAYS OF NIGHT [2007]

Voll auf die Nüsse (Dodgeball) [2004]

Alleine schon aufgrund des deutschen Titels habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet, auch weil Ben Stiller nicht unbedingt für anspruchsvolle Arthaus-Filme bekannt ist. Im Nachhinein ist der Film jedoch durchaus unterhaltsam, was aber nur an der Situationskomik und den skurillen Charakteren liegt, denn sobald es mal etwas ruhiger wird und sich die handelnden Personen versuchen zu unterhalten, kehrt gepflegte Langeweile ein und man erkennt, wie belanglos das doch alles ist. Die Story über eine Verlierertruppe, die ein Dodgeball-Turnier (eine Art Völkerball) gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner gewinnen muss, um ihr Fitnessstudio zu erhalten hat mit Sicherheit auch keinen Innovationspreis gewonnen, so dass hier nicht mit Überraschungen zu rechnen ist. Als leichte Unterhaltung zwischendurch ist der Film also durchaus zu gebrauchen, zu mehr reicht es jedoch nicht.

Alice im Wunderland [2010]

Alice hat mich irgendwie ratlos zurückgelassen. Ich hatte mir im Vorfeld wirklich vorgenommen, den Film zu mögen, von wegen Tim Burton und Johnny Depp und so, aber zu 100% hat das leider nicht funktioniert. Das Wunder- bzw. Unterland sieht zwar herrlich skurril aus und ist stellenweise genau so düster wie auch farbenfroh, aber das scheint nur oberflächlich zu sein, der Rest wirkt irgendwie… glattgebügelt, ohne Ecken und Kanten, ohne Überraschungen. Zudem brauchte ich so meine Zeit, mich an die Kombination „reale“ Schauspieler in digitaler Welt zu gewöhnen, denn man sieht sehr wohl einen Unterschied, die CGI überzeugt hier nicht vollends (wobei die Frösche jedoch grandios sind). Vielleicht ist das im Kino in 3D nicht so zur Geltung gekommen, im Heimkino in 2D, dafür aber HD, um so mehr. Unter diesem Gesichtspunkt kann man den Film wohl kurz mit Avatar vergleichen, und hier zieht er den Kürzeren. Zusammen mit den oberflächlichen Charakteren, der spannungsbefreiten Story und einer Hauptperson, die einem ziemlich egal ist, muss man zu dem Schluss kommen, dass Tim Burton schon bessere Filme gemacht hat, und so schiebe ich das einfach mal auf Disney.

30 Days Of Night [2007]

Vampir-Film der etwas anderen Art. Während sich anderswo von Vampiren bedrohte Menschen damit trösten können, dass die Bedrohung am nächsten Morgen beim ersten Sonnenstrahl vorbei ist, haben die Leute hier wirklich die Arschkarte gezogen: So weit oben in Alaska ist es schon mal 30 Tage dunkel, ein idealer Ort für die Blutsauger, um ihr Winterquartier aufzuschlagen, bei gesicherter Nahrungsversorgung. In der ersten Hälfte durchaus spannend konstruiert, kippt der Film meiner Meinung nach in dem Moment, in dem der Chefvampir den Mund aufmacht. Nicht nur, dass es drehbuchtechnisch scheinbar nicht mehr so viel zu erzählen gibt (wer sich nicht versteckt wird ausgesaugt, bestenfalls), sondern irgendwie passt diese merkwürde Art der Kommunikation nicht wirklich zu diesen zombieähnlichen Vampiren und erinnert etwas an den Omega-Mann, was nicht gut ist. Und an die (sehr gute) Folge „Hush“ von Buffy wurde ich auch erinnert, da das Creature-Design nicht ganz unähnlich ist. Wobei die Buffy-Folge besser ist als dieser Film.

Kritik: SAW VII 3D – VOLLENDUNG [2010]

Es ist soweit. Fünf Jahre nach dem ersten Teil von Saw finden Jigsaws Spiele (angeblich) ein Ende. Wenn man meinen Bewertungen Glauben schenken darf (und ich tu das einfach mal), war wirklich alles dabei: Von vier bis neun Punkten (von insgesamt zehn) gingen die Bewertungen, wobei die neun Punkte selbstverständlich an den ersten Teil gingen. Nachdem sich die darauf folgenden Teile nur noch auf Blut und Gemetzel beschränkten und die Spannung und den Horror schön außen vor ließen, stellt sich natürlich die Frage, ob es denn wenigstens für einen würdigen Abschluss gereicht hat. Die Chancen stehen ja ganz gut, war Teil 6 doch einer der besseren der Fortsetzungen. Die spannende Frage ist außerdem, wie sich das 3D auswirkt, aber das kann ja auch gut aussehen. Tut es nur viel zu selten.

Auf die Geschichte des Films einzugehen lohnt nicht wirklich. Am Ende von Teil 6 lässt Jill Hoffman mit einer der umgekehrten Bärenfallen auf dem Kopf zurück, in der Hoffnung, dass es ihn zerreisst. In einer der letzten Einstellungen sieht man allerdings, das dem nicht so ist. Hier setzt Teil 7 ein: Aus Angst vor Hoffmans Rache sucht Jill Hilfe beim Polizisten Gibson, im Gegenzug will sie ihm alles erzählen, was sie weiß. In der Zwischenzeit lässt Hoffman den Buchautor Bobby Dagen ein Spiel spielen: Dieser behauptet in seinem Buch, ein Spiel Jigsaws überlebt zu haben, in Wahrheit jedoch hat dieses nie stattgefunden. Um zu testen, ob er den Spielen wirklich gewachsen ist, muss er nun nicht nur nach und nach seine Mitarbeiter versuchen zu retten, sondern zu guter Letzt auch seine Frau, die von seiner Lüge nichts weiß.

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Kritik: HARRY POTTER UND DIE HEILIGTÜMER DES TODES / AND THE DEATHLY HALLOWS PART 1 [2010]

Ein Jahr nach dem verkorksten Harry Potter und der Halbblutprinz bringt Yates auch die erste Hälfte des letzten Buches auf die Leinwand, und die Erwartungen meinerseits waren dementsprechend gering. Im Grunde war es nur noch das Bedürfnis, zumindest alle Filme gesehen zu haben und weniger der Wunsch oder gar die Vorfreude, den Film unbedingt gucken zu wollen. Es muss jedoch dazugesagt werden, dass es zumindest zwei gute Ideen vor dem Kinostart gab: Die eine war es, den letzten Band in zwei Filme aufzuteilen, was sicherlich aus mehr-Geld-verdienen-Gründen geschah, die Angst vor unnötigen Kürzungen aber etwas linderte. Die zweite gute Idee kam jedoch erst kurz voher: Harry Potter and the Deathly Hallows erscheint entgegen bisherigen Überlegungen doch nicht in 3D, und kein 3D ist immer noch besser als Möchtegern-3D, wie es bei Kampf der Titanen der Fall gewesen sein soll. 3D wird sowieso überschätzt.

Gespannt war ich jedenfalls, wie der Film die durch die Vorgängerfilme selbst gestellten Probleme löst – die ja seinerzeit nur durch unverständliche Auslassungen oder Abwandlungen der Story entstanden. Das beim Halbblutprinzen der Fuchsbau zerstört wurde, in welchem Bill und Fleur eigentlich noch heiraten wollen, ist da noch das geringere Übel, den kann man ja wieder aufbauen. Wenn man denn erstmal akzeptiert, dass die beiden „plötzlich“ heiraten. Nachdem man Bill dann überhaupt erst mal kennengelernt hat. Und Harry und Ginny sind ja auch nicht mehr zusammen; wenn ich mich recht erinnere, wurde die Trennung filmisch noch gar nicht erwähnt. Und wenn der Opener des Films nicht aus Dumbledores Beerdigung besteht, dann weiß ich auch nicht…

Doch worum geht es überhaupt? Vor seinem Tod beauftragte Dumbledore Harry damit, Voldermorts Horkruxe zu finden und zu zerstören. In die Horkruxe hatte dieser seinerzeit seine Seele aufgeteilt, um auf diese Weise unsterblich zu werden – jeweils in dem er einen Menschen tötete. Tom Riddles Tagebuch war einer davon (siehe H.P. & die Kammer des Schreckens), und ebenso das Medaillon, welches Dumbledore zusammen mit Harry im letzten Band gefunden hatte – welches allerdings nur eine Kopie war. Einen dritten Horkrux, den Ring von Vorlost Gaunt, hatte Dumbledore zu diesem Zeitpunkt schon zerstört. Jetzt liegt es an Harry, Ron und Hermine, zum einen das Original-Medaillon zu finden und zum anderen die restlichen Horkruxe… um schließlich Voldemort für immer zu besiegen.

Man kann es erahnen: Selbst wenn man keines der Bücher gelesen hat, ohne Kenntniss der Vorgängerfilme wird es schon schwierig. Wenn man nun noch bedenkt, dass sich das letzte Buch auf Dinge bezieht, die in den Vorgängerfilmen ignoriert wurden, wird es schon schwieriger, dem Ganzen zu folgen, selbst wenn man die Filme kennt. Als kompletter Neueinsteiger hat man, und da kann man das Buch auch Seite für Seite verfilmen und ein 10 Stunden-Epos daraus machen, sowieso verloren. Zumindest hatte ich mir im Vorfeld fest vorgenommen, den Film unabhängig vom Buch zu betrachten, denn die Filme laufen, wie oben schon erwähnt, sowieso mehr oder weniger unabhängig davon. Selbst wenn die Horkruxe in diesem Film überhaupt gar nicht erwähnt werden würden, es sollte mir egal sein. Selbst wenn der Protagonist plötzlich Kurt heißt, solange das innerhalb des Films schlüssig ist, warum nicht.

Hatte ich mir so überlegt.

Hat aber so nicht ganz funktioniert.

Denn obwohl die Horkruxe tatsächlich erwähnt werden (!) und Harry nicht Kurt heißt, funktioniert das alles nicht 100% so wie gewünscht. Zum einen wird Dumbledores Beerdigung nicht nur nicht am Anfang, sondern der Einfachheit halber gar nicht gezeigt, geschweige denn erwähnt. Harrys Beziehung zu ihm ist dem Film egal, fast die komplette Sache mit Ritas Biografie wird außen vor gelassen, und somit auch Harrys starke Zweifel, ob er Dumbledore überhaupt richtig kannte – es wird kurz erwähnt, das muss reichen. Ansonsten, und bedenkt man die beiden Vorgängerfilme, ist das schon beachtlich, hielt sich Yates diesmal erstaunlich dicht an die Romanvorlage. Was aber auch zum Problem wird, hatte er dies doch zuvor nicht für nötig gehalten. Und eben so kommt es, dass man wirklich die Romanvorlagen kennen muss, um den Film komplett zu verstehen. Denn auch wenn so manche, zuvor ausgelassene Szene als Zeitungsüberschrift im Tagespropheten wiederzuerkennen ist, so wirkt dies doch vielmehr als nettes Gimmick für aufmerksame Zuschauer, allen anderen ist dies wahrscheinlich egal.

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Kritik: MACHETE [2010]


„Machete hat eine SMS geschickt!“

So fing alles an: Obiger Fake-Trailer begeisterte zwischen den Filmen beim Grindhouse-Double-Feature von Tarantino und Rodriguez. Die Rufe nach einem kompletten Film über Machete wurden laut – und sie wurden erhört. Jetzt liegt seid einiger Zeit das Ergebnis vor, sozusagen eine einseitige Fortsetzung des Grindhouse-Projektes, auch wenn ich mir persönlich eher Werewolf-Women of the SS gewünscht hätte, aber an Machete führte natürlich auch kein Weg vorbei. Das Schöne hierbei ist, dass durch den Film der Fake-Trailer nicht „zerstört“ wurde, denn Machete besteht, wie zu erwarten (oder erhoffen?) war hauptsächlich aus zwei Dingen: Gewalt und Titten. Und das entspricht ja auch im Groben der Inhaltsangabe eben dieses Fake-Trailers. Nur dieses Mal halt um ein paar Minuten länger.

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Double-Feature: SMOKIN‘ ACES [2006] + SMOKIN‘ ACES 2 – ASSASSINS BALL [2010]

SMOKIN‘ ACES

Dr. Borstel fand ihn ja, auf deutsch gesagt, scheiße, Bullion gab ihm immerhin 6/10, C.H. wiederum fand grade mal 2 Punkte angemessen. Das aber eben diese Leute den ähnlich gelagerten Lucky#Slevin teilweise besser bewerten (Dr. Borstel gar mit 9/10), relativiert das Ganze dann aber schon wieder, denn diesen fand ich wiederum nicht… wirklich gut (6/10). Jetzt ist meine Erstsichtung von Smokin‘ Aces ja schon länger her. Danach hatte ich noch mal den, mit Abstrichen ähnlichen, Running Scared gesehen, welcher bei mir mit fünf Punkten durchging. Was das nun bedeuten soll? In meiner Erinnerung hatten die rauchenden Asse bestimmt acht Punkte. Jetzt finden den aber plötzlich alle doof – grundlos? Ähnliche, danach gesehene Filme fand ich wiederum doof – hat sich mein Geschmack geändert, wurde dieser gar nach der Sichtung von Ghost Rider völlig verkorkst oder habe ich Smokin Aces einfach nur zu blauäugig gesehen?

Die Story jedenfalls ist schnell erzählt: Buddy Israel soll als Kronzeuge gegen die Mafia aussagen. Das findet die Mafia an sich nicht so gut und es macht die Runde, dass 1 Mio. Dollar auf seinen Kopf ausgesetzt sind, was wiederum jede Menge Auftragskiller ganz gut findet. Buddys ach so geheimer Aufenthaltsort ist dummerweise gar nicht so geheim und so kommt es zum großen Showdown – Buddy Israel, die Hotelsecurity, das FBI gegen jede Menge Killer (die dann natürlich auch noch gegeneinander)… und am Ende kommt es dann ganz anders, als man denkt.

Verpackt ist die krude Geschichte in stylische Bilder, die Killer sollten sich nach Drehbuchvorgabe untereinander möglichst stark unterscheiden und, um möglichst schnell einen gewissen Kultstatus zu erreichen, müssen alle cooles Zeug reden und den anderen möglichst cool um die Ecke bringen. Stichwort, man merkt es schon: Cool. Der Film will cool sein. Manchmal gelingt das, manchmal nicht. Völlig uncool ist z.B. das Ritalin-Kind, über dessen Funktion (also, außer cool zu sein) ich mir noch nicht ganz im Klaren bin. Aber, und mit der Meinung steh ich (auch in unserem Haushalt) wohl alleine dar: Die verschiedenen Killer, auch wenn sie nur als schablonenhaftes Kanonenfutter dienen, finde ich teilweise schon recht cool, von den Killerlesben mal abgesehen, und da widerum abgesehen von der Riesenwumme, denn die war schon cool. Den Auftritt der Tremor-Brüder fand ich eigentlich recht witzig.

Natürlich könnte man denken, ich finde den Film nach der erneuten Sichtung genauso schlecht wie die eingangs genannten Personen, das trifft es aber nicht ganz. Man muss sich darüber im klaren sein, dass der ganze Film nur aus geplanter Coolness besteht und hochgradig konstruiert ist. Sobald jemand den Mund aufmacht, kommt gequirlte Kacke heraus. Und dennoch hat mich der Film unterhalten, denn soo viele Filme gibt es nicht, die im Grunde nur aus einem einzigen Showdown und sinnloser Ballerei bestehen, und manchmal ist das ganz schön.

SMOKIN‘ ACES 2 – ASSASSINS BALL

Ach, ich weiß auch nicht. So viel mag ich da gar nicht zu sagen. Ich mein, anstelle eines Kronzeugen, der von allen möglichen Leuten umgebracht werden soll ist es dieses Mal ein FBI-Agent kurz vor dem Ruhestand, der Rest ist ähnlich, er hat sogar ein paar Kartentricks drauf (muss ja auch, da titelgebend). Warum er umgebracht werden soll? Ist völlig egal, hab ich auch nicht ganz begriffen, hatte aber auf jeden Fall irgendetwas mit Terrorismus zu tun, denn der zweite Teil will gerne politisch sein. Den Versuch des ersten Teils, Tarantino-Dialoge in den Film unterzubringen, hat man hier gar nicht erst gestartet, hier wird ganz einfach nur dummes Zeug geredet, teilweise will man echt in die Tischkante beißen – wenn man nicht grade seinen Kopf auf selbige schlägt. Das ganze ist so dumm, vorhersehbar, langweilig, die Charaktere sind so… egal, dass es echt schwer ist, dem Film interessiert zu folgen. Irgendwelche Leute werden einfach umgebracht, nicht mal der Versuch einer Erklärung wird gestartet. Der Twist gegen Ende ist einfach nur lächerlich und wie gesagt, ganz verstanden habe ich ihn nicht, habe dies aber auch nicht ernshaft versucht. Selten habe ich bei einem Film so sehr mit den Schauspielern gelitten, die den Job wohl auch nur angenommen haben, weil sie irgendwie ihre Rechnungen bezahlen müssen. Da habe ich dann auch durchaus Verständnis für. Kein Verständnis habe ich für die Tremor-Familie, die ihre Kanone mit kleinwüchsigen Clowns bestückt und abfeuert, ein FBI, welches seinen Job nicht richtig macht bzw. die wichtigsten Dinge zu spät in Frage stellt oder für den krampfhaften Versuch, mit dem ganzen Terror-Gedöns auf den 9/11-Betroffenheitszug aufzuspringen. Hier wird eine Seriösität vorgegaukelt, die ganz einfach nicht eingehalten wird.

Dieser Film ist wirklich ganz, ganz schlimm. Einen Punkt gibt es dennoch, weil naja… weniger gibts hier halt nicht.

Kurzkritiken: X-MEN ORIGINS: WOLVERINE [2009]; DER FANTASTISCHE MR. FOX [2010]

WOLVERINE

Auch wenn ich im Marvel-Universum nicht wirklich zu Hause bin, so glaube ich schon, dass Wolverine einer der beliebtesten Charaktere der X-Men ist. Was liegt also näher, als in der geplanten X-Men Origins-Serie mit der Herkunft desselbigen zu beginnen? Die Idee an sich ist ja auch keine schlechte, ist es doch immer interessant, etwas über die Hintergründe einer Figur zu erfahren, um ihr Tiefe zu verleihen. Und so erfährt man in X-Men-Origins: Wolverine dann auch, wie aus Logan der Held mit den Metall-Klingen wurde, wie man ihn aus den Vorgängerfilmen kennt. Oder aus den Comics. Das kann ich aber nicht beurteilen.

Der Film beginnt mit der Kindheit Logans und endet mit dessem Gedächtnisverlust – der ja in den drei X-Men Teilen auch thematisiert wurde. Wir erfahren, dass Logan einen Bruder hat – Victor (oder aber auch, hab ich gelernt: „Sabretooth“). Als dessen Vater Logans Vater tötet, tötet Logan wiederum ihn, kurz bevor er erfährt, dass dieser aber auch SEIN Vater ist. Logans Vater ist also gar nicht Logans Vater und er hat quasi Vatermord begangen. Victor und Logan beschließen darauf hin zu fliehen und der Vorspann beginnt – ganz nebenbei ist dieser genial gemacht, sehr intensiv und macht wirklich Lust auf mehr. Man erfährt in den Credits z.B., dass die beiden Seite an Seite im Amerikanischen Bürgerkrieg, dem ersten und zweiten Weltkrieg und in Vietnam gekämpft haben, und das dies Victor doch durchaus Spaß gemacht hat. Logan sieht dies mit Sorge – scheint sein Halbbruder doch Freude am Töten zu haben. Eines Tages werden sie Mitglieder einer Spezialeinheit von Colonel William Stryker, bis sich Logan abwendet. Sechs Jahre später taucht Victor auf: Nach und nach tötet er alle ehemaligen Mitglieder des Teams, inkl. Logans Frau – und dieser schwört Rache…

Das hört sich ja jetzt alles ganz furchtbar kompliziert an, ist aber im Grunde eine ganz simple Rachegeschichte inkl. einer kleinen Lovestory, was durchaus schade ist. So etwas wie Tiefgang sucht man in dem Film vergeblich, er wurde gedreht für die Action. Wenn man sich das vor Augen führt, ist das Ergebnis zwar durchaus unterhaltsam, berührt einen aber mal so gar nicht und lässt einen den Film schneller vergessen als er Laufzeit hatte. Die eine oder andere furchtbar schlechte CGI-Sequenz ist auch noch enthalten (beispielsweise Logan im Badezimmer des älteren Ehepaares, wie er seine Messer begutachtet) und so reiht der Film sich ein in die Reihe „typisches Popcornkino der Neuzeit“. Aber schade ist das schon, irgendwie.


DER FANTASTISCHE MR. FOX

Bei all dem ganzen 3D-Gedöns und computeranimierten Kinderfilmchen, mit CGI vollgepackten Popcornfilmen und Remakes und RomComs, ist es geradezu eine Wohltat, mal wieder etwas „Handgemachtes“ zusehen. Stop-Motion, bei der man eben dieses auch sieht, ohne Brillenzwang, ohne HD-Wahn. Der fantastische Mr. Fox und seine Kumpels sind Puppen, und das sieht man. Sie bewegen sich nicht flüssig, haben ein „X“ in den Augen, wenn sie k.o. sind und sehen in manchen Szenen nicht mal ansatzweise realistisch aus. Aber das ist alles vollkommen ok. Das ist gewollt und funktioniert, und all die Leute, die die ganzen Animes so toll finden, tuen das ja sicherlich nicht aufgrund der realistischen Darstellungsweise oder den schönen Zeichnungen. Es kommt schließlich immer darauf an, was man daraus macht. Und Wes Anderson machte daraus einen sehr witzigen, vor allem aber unterhaltsamen Film. Und nicht nur weil Mr. Fox von George Clooney gesprochen wird: Auch vom Inhalte her könnte der Film genausogut „Fox‘ Eleven“ heißen, hat er doch auch ein wenig eines Heist Movies. Denn trotz seines Versprechens an seine Frau kommt Mr. Fox mit einem ehrlichen Job bei der Zeitung nicht klar. Einen letzten Coup will er noch durchführen, wenn auch in drei Phasen: Die drei berühmt-berüchtigsten Bauern der Gegend sollen um einige Hühner, Gänse und Cidre ärmer werden, er dafür aber reicher. Und auch ein fantastischer Fuchs erkennt am Ende, dass es sich nicht lohnt, sich selber zu verleugnen. Auch wenn man in einem Baumhaus wohnt, so bleibt man ein wildes Tier, wie der Wolf. Der gar nicht erste auf diverse Fremdsprachen reagiert, sondern nur auf Gesten.


Shortcuts: THE EXPENDABLES [2010]; RAMBO [1982]; MÄNNERTRIP [2010],

The boys are back in town. Und in was für einer kranken Scheiße… – Also, das war jetzt nicht durchweg negativ gemeint. Obwohl – eigentlich mag ich ja solche Filme nicht. Stumpfe Action, dümmliche Dialoge, Männer sind noch echte Männer. Und doch habe ich mich dabei erwischt, bei Szenen gelacht zu haben, die genau den Klischees dieser Filme entsprachen. Ich hasse mich dafür, den durchkalkulierten Auftritt von Schwarzenegger komisch gefunden zu haben, der im Kontext des Films nicht überaus viel Sinn macht. Muss man sich schämen, bei solchen Filmes Spaß zu haben? Nur soviel Handlung wie irgendwie nötig (Böser Diktator in irgendeinem Land, rettungswürdige Frau, naja, und echte Männer, die das angehen), mehr Dialoge, als vielleicht gut wären („Du hast geblutet, und ich hab geblutet. Ich möchte neben einer Frau sterben, aber nicht für eine Frau“) und schlechte Computereffekte, die der „handgemachten“ Action mehr schaden als helfen. Ganz objektiv: Der Film ist nicht gut. Aber auch: Der Film macht, bedenkt man was er sein will, auch durchaus Spaß.

Um Zuge der „Verzichtbaren“ (s.o.) kam es am Wochenende nach der Sichtung des Films nach einigen Gläsern irischen Getränks zu einer Diskussion, deren Hauptthema darin bestand, das ich Rambo noch nie gesehen habe. Jetzt kam es mir zwar so vor, als sei der Großteil der Diskussionsteilnehmer leicht alkoholisiert gewesen, aber dennoch ließ sich eine These leicht herausarbeiten: Ich sollte das doch bitte nachholen. Hiermit erledigt. Ob dieser Film dieser agressiven Werbung bedarf, weiß ich nicht, wahrscheinlich aber hätte ich ihn in fünf Jahren noch nicht gesehen. Und das lohnt sich durchaus: Rambo ist nur auf den ersten Blick ein stumpfer Actionfilm. Bei näherem Hinsehen kann man durchaus eine gewisse Gesellschaftskritik erkennen. Selbst für die Geschehnisse im Film kann John Rambo nicht 100% zur Verantwortung gezogen werden. Die Gesellschaft ist an allem schuld. Vom Krieg gezeichnet, von der Gesellschaft für seine Dienste schon fast verachtet, ist Rambo trotz aller Gewalt der einzige Sympathieträger des Films. Ich hätte nur das Originalende des Romans dem Ende des Films vorgezogen – Rambos Tod hätte das ganze noch dramatischer gemacht

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Shortcuts: DER MANN, DER SEIN GEHIRN AUSTAUSCHTE [1936]; SHUTTER ISLAND (ZS) [2010]; NAVY CIS / NCIS SEASON 4

DER MANN, DER SEIN GEHIRN AUSTAUSCHTE [1936]

Also, der deutsche Titel ist vielleicht gewollt irreführend: Hier werden keine Gehirne ausgetauscht, literally, sondern nur die Gedanken, der Geist, oder wie es der von Boris Karloff dargestellte verrückte Wissenschaftler ausdrückt: Die Seele. Dass der englische Titel dann auch bedeuten kann „Der Mann, der seine Meinung ändert“, also nicht zwangsläufig im Sinne von austauschen beweist eine gewisse Mehrdeutigkeit und wenn man so will eine Tiefsinnigkeit, die dem Film aber nicht wirklich gerecht wird, handelt es sich hier doch um ein typisches B-Movie um einen scheinbar verrückten Wissenschaftler, der an seinen leuchtenden, blitzenden Gerätschaften herumfuchtelt, deren Sinn nur er versteht. Leider bekommt man jedoch das Gefühl, der Film nimmt sich zu ernst, denn wirklicher Trash zum Lachen ist das auch nicht, alles plätschert halt so vor sich hin. Kein Film, der einem spontan einfällt, wenn man an den Darsteller von Frankensteins Monster denkt.

SHUTTER ISLAND (ZS) [2010]

Ok, ich glaube ich habe mittlerweile verstanden, warum die Dachauszenen „relevant“ sind. Doch auch die Zweitsichtung ändert nichts daran, dass Shutter Island oft zu behäbig daher kommt und in manchen Szenen gruseliger und bedeutungsschwangerer sein will, als er es wirklich ist. Aber, und das hatte ich glaube ich in meiner ersten Review noch nicht erwähnt: Die Schlussszene finde ich dann doch wieder sehr genial. Es ist vor allem DiCaprios letzter Satz, der ein wenig zum Nachdenken anregt.

NCIS – SEASON 4

Der NCIS in love: Gibbs ist verliebt, Tony ist verliebt, Abby ist verliebt, und allem Anschein Ziwa auch – und zwar in Tony. Und so schließt sich der Kreis. Damit McGee aber nicht zu kurz kommt, darf er mit seinem Buch richtige Erfolge feiern – nur nicht bei seinen Kollegen. Die Soap hat die Navy erreicht – das ist zwar ganz nett, damit die Figuren zumindest etwas mehr Hintergrund haben, aber vielmehr als eben das ist es leider auch nicht. Einzig Tonys Liebschaft darf noch eine größere (wichtige) Rolle spielen, und mal abgesehen von Kates Tod in Staffel Zwei ist dies einer der wenigen Fälle, die man aufgrund von Spoilergefahr nicht verraten sollte. Ja, NCIS hat eine episodenübergreifende Handlung bekommen. Eine, die mehr als nur ein paar lose Folgen (Ari) umfasst. Es reicht nicht für den Punktgewinn, dafür werden die Besserungen wieder durch Schnulz ausgeglichen, aber es geht voran:

Kritik: INCEPTION [2010]



Wieder einmal ein Film, um den es einen großen Hype gab, bevor er überhaupt startete. Niemand wusste eigentlich so wirklich, worum es überhaupt geht, aber die ersten Teaser und Trailer ließen Großes vermuten. Dementsprechend groß war dann auch meine Neugierde, und konsequent habe ich es geschafft, mir im Vorfeld keinerlei Kritiken, Inhaltsangaben oder weitere Trailer mehr anzuschauen, um völlig vorbehaltlos in den Film zu gehen. Hin und wieder schnappte ich mal eine Wertung auf, und moviepilot sagte mir schon, dass ich dem Film 9/10 Punkte geben würde. Auch das ließ Großes vermuten.

Die einzige Vorbereitung, die ich mir dann doch erlaubt habe, war die Lektüre des Comic-Prologes kurz vor dem Kinobesuch. Es sollte die Vorgeschichte sein, die endet, wo der Film einsetzt – insofern schien es mir legitim. Wer aber den Film noch sehen will und so wie ich völlig unvereingenommen die Story „erleben“ will, der sollte sich den Rest meiner Review schenken. Man kann kaum über den Film sprechen, ohne zu viel zu verraten. Also: Spoiler ahead.

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