Shortcuts: HOP [2011]; LARS UND DIE FRAUEN [2007]; MEGA-SHARK VS. GIANT-OCTOPUS [2009]; ZEITEN ÄNDERN DICH [2010]

Hop – Osterhase oder Superstar?

Es ist unglaublich, wie beliebig und langweilig man einen Film gestalten kann, so dass höchstwahrscheinlich sogar die Zielgruppe der unter 9-Jährigen angeödet sein wird. Storytechnisch dachte man sich wohl, dass die Weihnachtsfilme bereits abgegrast sind und man jetzt auch mal mit Ostern Kasse machen will, und so ist es halt der Osterhase Junior (kreative Namensgebung: „E.B.“, für Easter-Bunny…), der das Leben von James Marsden schwer macht, und zwar leider genau so, wie man sich das vorstellt. Das die beste Szene die ist, in der Marsden den Hasen mit einem Stein erschlagen will, sagt erschreckend viel über den Film aus. Belangloser „Santa Clause“-Abklatsch vom Reißbrett, der außer ganz netten Animationen und Penny aus „The Big Bang Theory“ nicht viel zu bieten hat.

Read More

Kurzkritik: 22 BULLETS (L’Immortel) [2010]

Ein Mann fährt mit seinem Sohn nach dem Besuch der Oma wieder nach Hause. Die Straßen sind belebt, die Sonne scheint, der Familienhund hechelt fröhlich in die Kamera. Schief singen beide die Oper mit, welche im Radio läuft. „Darf ich schon aussteigen?“ fragt der Sohn vor der Einfahrt ins Parkhaus, natürlich darf er, und so steigt er auch aus, schaut sich die Straßenkünstler mit ihrer dressierten Ziege an, während sein Vater einen Parkplatz sucht. Langsam fährt er seinen Wagen durch die Tiefgarage, stoppt den Motor, wartet mit dem Aussteigen aber so lange, bis die Oper im Autoradio zuende ist, die er weiterhin gutgelaunt mitsingt. Er steigt aus, BÄM! 22 Schüsse treffen ihn, er sackt zu Boden, der Hund wird mit einer Schrotlinte erwischt, der Junge steht vor dem Parkhaus und wartet auf seinen Vater. Und dann sind die ersten Minuten des Films vorüber.

Read More

Kritik: SKYLINE [2010]

Wer kennt das nicht: Man schaut einen richtig schlechten Film und denkt sich: Gebt mir das Geld und ich mach was Besseres draus. Dachten sich wohl auch die Brüder Strause, die sich zwar im Sektor der Special Effects einen Namen gemacht haben (u.a. „Avatar“ & „2012“), denen das aber scheinbar alles nicht genug war. Nach „Alien Vs. Predator 2“, den ich nicht kenne, ist „Skyline“ ihr zweiter Spielfilm und ihr erster, den sie eigenständig produziert haben. Was immer in diesem Film passiert, die beiden haben es selber zu verantworten, kein Studio, welches ihnen eventuell Auflagen diktiert hat. Das lässt ja hoffen: Ein Film kann ja noch so gut sein, die Story noch so ausgefeilt, wenn Special Effects eine tragende Rolle spielen und diese dann so schlecht sind, dass einem die ganze Illusion geraubt wird, kann das einen ganzen Film zerstören. Wenn man also einen Film von zwei ausgewiesenen Special-Effects-Experten präsentiert bekommt, ist das ja schon die halbe Miete. Also, sollte man meinen.

Read More

Kritik: DER KLEINE NICK [2010]

Was gab es für ein großes Hallo als es damals hieß, „Der Herr der Ringe“ wird verfilmt. Als unverfilmbar galt das Werk. Der Großteil der Fans jedoch konnte von Peter Jackson zufriedengestellt werden. Viel schwieriger als die detailierten Abenteuer Frodos in Mittelerde war für mich jedoch die Vorstellung, dass „Der kleine Nick“ verfilmt werden sollte. Nicht nur, dass Nick in all seinen Abenteuern als Ich-Erzähler auftritt, mit all seinen teilweisen naiven Sichtweisen und kindlicher Logik, die Geschichten sind für mich auch untrennbar mit den Zeichnungen Sempés verbunden. Ich war gespannt, wie das als Real-Verfilmung funktionieren sollte, vor allem die „Massen-Szenen“, in denen sich alle Jungs gegenseitig eins auf die Nase geben (außer Adalbert, weil der eine Brille trägt). Der Trailer wirkte damals ganz ok, ins Kino hab ichs nicht geschafft, nun also die Sichtung im Heimkino, und bei solchen Komödien ist das ja auch völlig ok.

Joachim ist entsetzt: Er hat ein kleines Brüderchen bekommen und fühlt sich nun völlig vernachlässigt. Als er dann eines Tages nicht in die Schule kommt, ist für Nick und die anderen Jungs die Sache klar: Joachim wurde im Wald ausgesetzt, da für ihn kein Platz mehr ist. Dann macht Nick eine schreckliche Entdeckung: Seine Eltern zeigen scheinbar die gleichen Symptome wie Joachims Eltern, kurz bevor sein Brüderchen da war. Er bekommt es mit der Angst zu tun: Was, wenn er nun auch ein Brüderchen bekommt und ebenfalls im Wald ausgesetzt wird? Das gilt es zu verhindern, und so heckt er mit seinen Kumpels einen Plan aus…

„Der kleine Nick“ spielt in einer steril überzeichneten Welt der 50er-60er-Jahre. Damals war die Welt noch in Ordnung und eines der größten Probleme ist da noch, wenn Nick für einen Schulaufsatz nicht weiß, was er später einmal werden will. Das Setting passt schon mal, denn zu der Zeit kamen ja auch die ersten Geschichten Nicks heraus. Wo es anfängt schwierig zu werden, sind die Charaktere. In den Büchern kennt man sie nur aus den Erzählungen von Nick. Ob das alles wirklich so ist, wie er es beschreibt weiß man nicht, denn Kinder sehen manche Dinge ja nun mal etwas anders, als sie tatsächlich sind, und dass macht ja auch mit den Charme aus. Für den Film jedoch muss man sich festlegen, denn obwohl Nick hier als Off-Sprecher agiert, entspringen die Bilder, die der Zuschauer zu sehen bekommt, nicht alleine seiner Sichtweise. Schließlich ist er nicht mal in allen Szenen anwesend, kann diese also auch nicht erzählen. Die überzeichneten Charaktere entsprechen jedoch trotzdem exakt denen aus den Büchern. Der dicke Otto, der immer am Essen ist, Chlodwig, der immer in der Ecke stehen muss oder Adalbert, der Klassenbeste – so kennt man sie, und so sieht man sie auch im Film. Und so hat jeder Charakter seine Momente (auch Nicks Eltern, die ganz andere Sorgen als die Kinder haben), und durch die Einbindung diverser Buch-Abenteuer fühlt man sich auch beständig an diese erinnert. Und doch fehlt irgendetwas, denn an den Charme der wuseligen Zeichnungen kommt leider keine der Kameraeinstellungen heran.

Man sollte Buchverfilmungen nicht immer an ihrer Vorlage messen. Wenn man diese jedoch kennt, ist es fast unmöglich, den Film fortwährend mit dieser zu vergleichen. Natürlich hat es ein Film schwer, sich mit den Büchern vom kleinen Nick zu messen, sind diese doch auf ihre eigene Art schwer umsetzbar. Doch kann man den Film auch als etwas Eigenständiges sehen, denn „Le Petit Nicolas“ dürfte auch all diejenigen unterhalten, die die Bücher nicht kennen. Im Grunde ist es ein Kinderfilm, an dem auch jung gebliebene Erwachsene ihren Spaß haben werden. Er besteht zwar nicht aus einer Ansammlung von Schenkelklopfern, doch beim Abspann sollte jeder ein Lächeln im Gesicht haben, denn man weiß, warum Nick anfangs keine Ahnung hat, was er werden soll: Eigentlich soll sich gar nichts verändern, denn es ist ja prima so, wie es jetzt ist. Auch wenn er am Ende einsieht, dass nicht jede Veränderung automatisch schlecht ist.

Kurzkritiken: BURIED [2010]; DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT [2010]

Buried

Bei kaum einem anderen Film lässt sich der Slogan „Mittendrin statt nur dabei“ besser anwenden als bei „Buried“. Ryan Reynolds spielt hier einen LKW-Fahrer im Irak, der Hilfsgüter transportiert, als plötzlich sein Konvoi von Aufständischen angegriffen wird und er von eben diesen gefangen genommen und als Geisel genommen wird. Die moderne Geisel von heute wird jedoch nicht irgendwo in einer Lagerhalle gefangengehalten, sondern bei lebendigem Leib in einem Sarg begraben, mit einem Handy als Kontakt zur Außenwelt. Und nur über eben dieses Handy erfährt der Zuschauer (und Herr Reynolds) das alles, denn das Innere des Sarges ist das Einzige, was man in den 90 min des Films zu sehen bekommt. Das hört sich jetzt vielleicht nicht all zu aufregend an, 90 min mit Ryan in der Kiste zu liegen (vielleicht sehen Frauen das ja anders), und dementsprechend war ich vor dem Film auch skeptisch. Und doch schafft der Film es, eine klaustrophobische Spannung zu erzeugen, man fiebert mit ihm mit und sorgt sich spürbar um den Handyakku. Das funktioniert also sogar so gut, dass es Showeinlagen wie die Schlange gar nicht gebraucht hätte, denn es ist mehr als offensichtlich, dass diese aus eben diesem Grund als einziger Nebendarsteller in den Film geschafft hat: Die Geschichte aufzulockern, den Zuschauer zu wecken, sowas in der Richtung. Als würde man der selber aufgebauten Spannung nicht ganz trauen. Und doch: Am Ende wirkt es fehl am Platz und passt so gar nicht zur restlichen Stimmung des Films. Denn ansonsten, und das hat schon ein wenig überrascht, ist der Film spannend mit einem in der Form nicht ganz so erwarteten Ende.

Drachenzähmen leicht gemacht

So sind sie, die Wikinger: Immer auf Streit aus, und keinesfalls nachgeben. Und wenn es auch eine ganze Horde Drachen sind, die das Dorf regelmäßig angreift – zurückgewichen wird nicht, dann werden halt die Häuser immer wieder neu gebaut. Da muss dann erst der Wickie der Neuzeit namens Hicks kommen, der seinem Vater dem Stammeshäuptling den Weg weisen muss. Der Drache, das missverstandene Wesen. Und getreu dem gerne verfilmten Motto „Kindermund tut Wahrheit kund“ wird auch hier natürlich am Ende alles gut und die Erwachsenen sehen ihren Fehler ein, soviel darf man wohl verraten. Überhaupt sind Animationsfilme für Kinder gerne mal überraschungsarm, und so auch hier, der Weg ist das Ziel. Aber: Das macht alles überhaupt nichts. „Drachenzähmen leicht gemacht“ ist ein grundsympathischer Animationsfilm, der als Mischung aus „Dragonheart“, „Ronja Räubertocher“ und „Wickie“ zu keiner Sekunde langweilt und ganz nebenbei auch reichlich Action zu bieten hat, die seinerzeit im Kino das 3D rechtfertigen musste. Immerhin, und das ist schon fast einen Extrapunkt wert: Keine Szene des Films macht den Eindruck, als sei sie nur wegens des 3Ds eingefügt worden. So wie das in 3D vielleicht ganz schick ausgesehen haben könnte, so funktioniert das in 2D alles genau so gut, wenn nicht sogar besser, weil ohne Brille.

Shortcuts: SO SPIELT DAS LEBEN [2010]; SHERLOCK HOLMES [2010]; BLAIR WITCH PROJECT [1999]; REINE FELLSACHE [2010]

So spielt das Leben

Junge trifft Mädchen, sie mögen sich erst nicht, müssen miteinander auskommen, mögen sich dann doch, sie aber auch einen anderen, aber den erstgenannten dann doch viel lieber und am Ende haben sich alle lieb. Das ist in etwa die Formel für jede zweite RomCom, und so auch für diesen Film. Was aber Katherine Heigl entgegen kommen dürfte, denn da sie gefühlt gar keine anderen Rollen spielt, muss sie sich hier nicht umgewöhnen. Zusätzlich haben wir in diesem Film noch die typischen Zutaten die man gerne nimmt, wenn man grad nichts anderes im Haus hat: Lustige Nebenrollen wie die dicke Frau und ihr unterdrückter Mann, zwei Schwule, die fröhlich in der Klischeeschublade wühlen, der lustige schwarze Taxifahrer und natürlich das süße Baby. Mir persönlich hat eigentlich nur der Golden Retriever gefehlt. Im Großen und Ganzen ist das alles durchaus wegguckbar und das ein oder andere Mal ist es auch recht witzig, aber es reicht bei weitem nicht für eine Ansiedlung im oberen Bereich, dafür ist der Film dann doch zu belanglos und vorhersehbar.

Read More

Kritik: THE BOOK OF ELI

Wer hat nicht schon einmal darüber nachgedacht, auf welche Weise sich die Menschheit demnächst zugrunde richten wird? Also, DAS es passiert, scheint außer Frage, über das WIE gibt es noch Uneinigkeit. Eine beliebte Variante und wie ich finde, gar nicht mal so abwegig, ist der Atomkrieg. Wenn dann jedoch wirklich alle tot wären, macht das ja keinen Spaß und regt nicht wirklich die Fantasie an. Die Frage ist doch: Was kommt danach? Wie würden die Überlebenden in der postapokalyptischen Welt, ja, überleben? „Waterworld“ zeigt die Welt überflutet, zwar nicht wegen eines Atomkrieges, aber das Ergebnis ist ähnlich: Trinkwasser ist ein knappes Gut, alleine schlägt man sich am besten durch und Frauen bringen in der Regel nur Unglück. Die Erlösung findet man immer nach einer langen Reise, nie da, wo man sich grade aufhält, aber immerhin: Am Ende wird dann alles gut, mal mehr, mal weniger.

Auch Eli hat diese Reise vor sich und vor allem vor, sie alleine zu beschreiten. Er muss ein Buch in den Westen bringen, ein Buch, dass für die Menschen scheinbar die Erlösung bringt, zumindest aber für Eli selber, denn er liest auch jeden Tag darin, was er gar nicht braucht, er kanns eh auswendig. Recht schnell lernen wir: Es ist die Bibel. Das Wort Gottes als Heilsbringer, aber nur, je nachdem in wessen Hände es fällt – denn auch Gary Oldmann will es haben, aber nur, damit ihm die Menschen folgen, da nur die Bibel dafür die richtigen Worte kennt.

„The Book Of Eli“ beginnt unheimlich atmosphärisch. Eli als einsamer Jäger im Wald, der im atomaren Ascheregen eine Katze erlegt, um was zu Essen zu bekommen. Die Farbfilter dürfen zeigen was sie können, allgemein ist das Setting durchaus beeindruckend, sowohl die Kamerafahrten als auch, oder vielleicht genau des wegen, die Actionszenen wissen durchaus zu gefallen. Denzel Washington als Einzelkämpfer wirkt im ersten Moment zwar ungewohnt, aber letztendlich passt die Rolle als dystopischer Blade sehr wohl zu ihm – auch wenn sein Charakter erst durch seinen Gegenspieler komplettiert wird, einem grandios spielenden Gary Oldman, durch den der düstere Pessimismus welcher den Film durchzieht ein wenig aufgelockert wird. Schon bei „Léon“ gab er den Bösen, der sich gegen einen Einzelkämpfer behaupten muss, und auch hier passt die Rolle einfach zu ihm. Wäre sein Part nicht, man würde schon viel früher bei diesem Film einschlafen. Denn so gut das alles technisch gelöst ist, so sehr sich Washington und Filmpartnerin Mila Kunis auch bemühen: Der Film ist zwischen den Actionsequenzen ruhig, zu ruhig. Das wäre eigentlich gar nicht schlimm, wenn sich ein Film die Zeit nimmt, um seine Story und die Charaktere zu entwickeln, aber hier entwickelt sich gar nichts, es werden lieber noch ein paar Landschaftsaufnahmen gezeigt, die zwar zu Beginn noch beeindrucken, am Ende den Film aber unnötig in die Länge ziehen. Denn den Leuten beim Reden zuhören sollte man tunlichst lassen, solange man kein christlicher Fundamentalist ist.

[SPOILER] Denn wie gesagt, es geht um die Bibel, und Eli will nicht nur das Buch überbringen, sondern auch die Botschaft. Und so wird nicht nur in einer Szene Jonny Cash zitiert, sondern auch fleißig die Bibel. Den Leuten wird das Beten beigebracht und überhaupt, Eli ist zu seiner Mission aufgebrochen, da ihn eine Stimme dazu aufgefordert hat. Das Eli letztendlich auch noch blind sein soll, setzt dem Ganzen noch die Krone auf: Nicht nur, das er bis zum Schluss so gut wie unverwundbar ist, scheinbar wurde er auch noch von Gott geleitet. [/SPOILER]

Es geht also sehr biblisch zu, und nicht nur aufgrund des Filmtitels kommt es einem vor als würde man ein Kapitel aus der Bibel mit einem bis dato unbekannten Propheten sehen. Für Leute, die mit Gottes Botschaft wenig anfangen können, wird der Film zu einer Qual, die Grundaussage ist zudem mit „Und bist du nicht gläubig, so brauch ich Gewalt“ sehr fragwürdig. Man stelle sich einfach mal vor, anstelle der Bibel würde es um den Koran gehen – unvorstellbar, das Geschrei wäre groß. Religionsunterricht mit großem Budget in einer Welt, in der passender Weise Dan Browns „Sakrileg“ verbrannt wird. Der coole, sonnenbebrillte Christ der Zukunft wäscht sich mit Erfrischungstüchern von Kentucky Fried Chicken, hört Musik über den iPod und metzelt sich mit seiner Machete den Weg frei, um die frohe Botschaft in die Welt zu tragen. Das lässt nicht wirklich für die Menschheit hoffen.