Kritik: PIRATES OF THE CARIBBEAN – AM ENDE DER WELT [2007]

Der Logik der deutschen Filmtitel nach müsste der ja eigentlich heißt: „Pirates Of The Caribbean 2 – Am Ende der Welt – Fluch der Karibik 3 – At Worlds End“. Tut er aber nicht, was gut ist, denn das hätte für Teil vier ja einen Mordstitel ergeben. Wenn die deutschen Namensgeber also alles richtig gemacht haben, stellt sich ja die Frage, ob die eigentlichen Filmemacher auch alles richtig gemacht haben. Sollte man ja meinen, da ja schon die erste Fortsetzung als sehr gelungen bezeichnet werden kann – siehe hier. Mit dem gleichen Erfolgsrezept weiter, dann kann ja schon mal nichts schiefgehen.
Denkt man sich so. Wenn man nicht vom Fach ist. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Harte Zeiten brechen für die Piraten an. Die East India Trading Company geht mit aller Gewalt gegen die Piraterie vor, was allein schon dadurch deutlich gemacht wird, dass gleich zu Beginn des Films ein Kind erhängt wird. Cpt. Barbossa sieht nur eine Möglichkeit: Die Göttin Calypso muss aus ihrer menschlichen Gestalt befreit werden, damit sie den Piraten im Kampf gegen die Globalisierung beisteht. Cpt. Jack Sparrow hat indes ganz andere Sorgen: Im zweiten Teil von der Krake verschluckt, fristet er sein Dasein in der Unterwelt. Will Turner hat vor ihn zu retten, um mit der Black Pearl seinen Vater aus den Händen von Davy Jones zu befreien – der jedoch für die Trading Company kämpft, da diese im Besitz seines Herzens ist. A propos Davy Jones: Der war auch teilweise mit dafür verantwortlich, dass Calypso eine menschliche Gestalt bekam, und so schließt sich der Kreis.

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Shortcuts: PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2 [2003]; GHOST RIDER [2007]

PIRATES OF THE CARIBBEAN – FLUCH DER KARIBIK 2

Gruseliger ist es, lustiger ist es, gigantischer ist es – und doch leider nicht besser, dafür aber nur geringfügig weniger gut. Der Film hat seine genialen Stellen – stellvertretend seien einfach mal alle Geschehnisse auf der Insel der Kannibalen genannt, und so richtig schlecht ist da gar nichts, aber irgendwie funktioniert die Story mit der Flying Dutchman bei mir nicht, ich kann nicht mal sagen warum, wobei dies technisch natürlich alles sauber gelöst wurde. Was aber ausschlaggebend ist: Auch dieser Teil merkt leider erst ziemlich spät, wann er zu Ende sein sollte. Wie ja auch schon nebenan bei bullion geschrieben wurde: Kannibaleninsel, Mühlenrad – alles grandios und perfekte Unterhaltung, aber dazwischen möchte man fast sagen: Ein großes, aufgeblasenes Nichts. Wenn auch immer noch ein sehr gutes Nichts, welches lediglich einen Teil der Leichtigkeit vom Vorgänger eingebüßt hat.

GHOST RIDER [2007]

Natürlich, dass ist alles ganz großer Quatsch, was man hier geboten bekommt. Nicolas Cage als Kopfgeldjäger des Teufels auf seinem brennenden Motorad, unterwegs um die Seelen für seinen Auftraggeber einzufordern, die diesem einst vertraglich zugesichert wurden. Ob das alles so Sinn macht, wie’s gezeigt und erzählt wird, sollte man nicht hinterfragen, ebensowenig sollte man jedem Dialog so genau zuhören, denn es wird hier gerne mal Blödsinn erzählt. Doch das spielt in diesem Fall überhaupt keine Rolle, denn verdammt noch mal: Der Film macht einfach Spaß. Man könnte sagen: Keine Angst, der tut nichts, der will nur spielen, und das kann er gut. „Ghost Rider“ ist so ein Film, der die Zuschauer spaltet: Entweder man hasst ihn oder man liebt ihn. Ein CGI-Spielplatz, ein High-Budget-B–Movie mit Ansage. Zieht die Jalousinen runter, dreht die Anlage auf, und wenn Cages‘ digital verfremdete Stimme dröhnt „Gnade ist ausverkauft“, dann guckt Ihr den richtigen Film. Und viel mehr sag ich da jetzt nicht zu, da ich mir überlege diesen Film für die moviepilot-Aktion „Lieblingsfilm“ zu besprechen.

11/10

Shortcuts: VOLL AUF DIE NÜSSE (Dodgeball) [2004]; ALICE IM WUNDERLAND [2010]; 30 DAYS OF NIGHT [2007]

Voll auf die Nüsse (Dodgeball) [2004]

Alleine schon aufgrund des deutschen Titels habe ich mit dem Schlimmsten gerechnet, auch weil Ben Stiller nicht unbedingt für anspruchsvolle Arthaus-Filme bekannt ist. Im Nachhinein ist der Film jedoch durchaus unterhaltsam, was aber nur an der Situationskomik und den skurillen Charakteren liegt, denn sobald es mal etwas ruhiger wird und sich die handelnden Personen versuchen zu unterhalten, kehrt gepflegte Langeweile ein und man erkennt, wie belanglos das doch alles ist. Die Story über eine Verlierertruppe, die ein Dodgeball-Turnier (eine Art Völkerball) gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner gewinnen muss, um ihr Fitnessstudio zu erhalten hat mit Sicherheit auch keinen Innovationspreis gewonnen, so dass hier nicht mit Überraschungen zu rechnen ist. Als leichte Unterhaltung zwischendurch ist der Film also durchaus zu gebrauchen, zu mehr reicht es jedoch nicht.

Alice im Wunderland [2010]

Alice hat mich irgendwie ratlos zurückgelassen. Ich hatte mir im Vorfeld wirklich vorgenommen, den Film zu mögen, von wegen Tim Burton und Johnny Depp und so, aber zu 100% hat das leider nicht funktioniert. Das Wunder- bzw. Unterland sieht zwar herrlich skurril aus und ist stellenweise genau so düster wie auch farbenfroh, aber das scheint nur oberflächlich zu sein, der Rest wirkt irgendwie… glattgebügelt, ohne Ecken und Kanten, ohne Überraschungen. Zudem brauchte ich so meine Zeit, mich an die Kombination „reale“ Schauspieler in digitaler Welt zu gewöhnen, denn man sieht sehr wohl einen Unterschied, die CGI überzeugt hier nicht vollends (wobei die Frösche jedoch grandios sind). Vielleicht ist das im Kino in 3D nicht so zur Geltung gekommen, im Heimkino in 2D, dafür aber HD, um so mehr. Unter diesem Gesichtspunkt kann man den Film wohl kurz mit Avatar vergleichen, und hier zieht er den Kürzeren. Zusammen mit den oberflächlichen Charakteren, der spannungsbefreiten Story und einer Hauptperson, die einem ziemlich egal ist, muss man zu dem Schluss kommen, dass Tim Burton schon bessere Filme gemacht hat, und so schiebe ich das einfach mal auf Disney.

30 Days Of Night [2007]

Vampir-Film der etwas anderen Art. Während sich anderswo von Vampiren bedrohte Menschen damit trösten können, dass die Bedrohung am nächsten Morgen beim ersten Sonnenstrahl vorbei ist, haben die Leute hier wirklich die Arschkarte gezogen: So weit oben in Alaska ist es schon mal 30 Tage dunkel, ein idealer Ort für die Blutsauger, um ihr Winterquartier aufzuschlagen, bei gesicherter Nahrungsversorgung. In der ersten Hälfte durchaus spannend konstruiert, kippt der Film meiner Meinung nach in dem Moment, in dem der Chefvampir den Mund aufmacht. Nicht nur, dass es drehbuchtechnisch scheinbar nicht mehr so viel zu erzählen gibt (wer sich nicht versteckt wird ausgesaugt, bestenfalls), sondern irgendwie passt diese merkwürde Art der Kommunikation nicht wirklich zu diesen zombieähnlichen Vampiren und erinnert etwas an den Omega-Mann, was nicht gut ist. Und an die (sehr gute) Folge „Hush“ von Buffy wurde ich auch erinnert, da das Creature-Design nicht ganz unähnlich ist. Wobei die Buffy-Folge besser ist als dieser Film.

Kritik: THE TRACEY FRAGMENTS [2007]


Tracey Berkowitz, 15 Jahre, hat ein echt beschissenes Leben. Ihr Vater bezeichnet sie und ihren Bruder als Unfälle, ihre kettenrauchende Mutter hängt nur vor dem Fernseher, in der Schule wird das „Etwas ohne Titten“ nur fertig gemacht. Als dann eines Tages ihr scheinbar zurückgebliebener Bruder (?) spurlos verschwindet und ihr die Schuld daran gegeben wird, reißt sie von zu Hause aus und begibt sich alleine auf die Suche.

Ist das alles wirklich so? Was davon ist wirklich passiert, was wird dramatisiert, wer ist Tracey wirklich? Eine verstörte Jugendliche mit reichlich Selbsthass, ein kaputtes Elternhaus, ein verschwundener Bruder – so viel scheint sicher zu sein. Der Rest ist Interpretationssache, denn wir befinden uns während des gesamten Films in Traceys Kopf. Wir sehen, was sie denkt, sie erzählt, was ihr grade in den Kopf kommt. Zusammenhangslos, in loser Reihenfolge, unvollständig, nicht immer logisch. Nur in einen Duschvorhang gewickelt sitzt Tracey im Bus. WIr erfahren, dass sie sich die Buslinie je nach Stimmungslage aussucht, fröhliche Menschen deprimieren sie, und depressiv ist sie sowieso schon. Das „Etwas ohne Titten“, in der Schule gemobbt, träumt von Billy Zero, der Neue in der Schule, der sie wie ein Held auf seinem Motorad durch den Schulkorridor in die Freiheit fährt. Sie gründen eine Band, sie wird berühmt, wird geliebt, man schenkt ihr Aufmerksamtkeit – sie ist Tracey Zerowitz. Doch da ist kein Billy Zero, und wenn doch, dann lief das anders ab. Und jetzt sitzt sie in einen Duschvorhang gewickelt in einem Bus. Warum? Dazu kommt Tracey noch. Das ist nichts, woran man gerne denkt, was man als erstes erzählt.

The Tracey Fragments ist genau das, was der Titel verspricht: Es geht um Tracey Berkowitz, 15 Jahre und Fragmente aus ihren Gedanken, ihrem Leben. Sie ist verwirrt, und der Zuschauer ist es auch. So wie Tracey die Gedanken durch den Kopf schwirren, so wird das Bild auf der Leinwand in dutzende Fragmente aufgeteilt, dynamisch, ohne Begrenzung. Die selbe Szene, fünf Mal nebeneinander, leicht zeitversetzt, nicht immer dramaturgisch notwendig, aber das ist egal. Wir sehen, was Tracey denkt, und das ist nicht immer wichtig, zumindest nicht für uns – ihre Wahrnehmung ist manchmal eine andere. Das ist nicht immer leicht, zumindest nicht für den Zuschauer. Gute 80 min lang prasseln Bilder auf ein ihn ein, der Splitscreen bei 24 ist nichts dagegen. Und besonders in der ersten halben Stunde funktioniert dies besonders gut. Vielleicht liegt es daran, das man sich nach der Eingewöhnung darauf eingestellt hat und sich noch nicht an dieser kunstvollen Montagetechnik sattgesehen hat, aber das liegt wohl vor allem daran, dass hier die Cutter noch frische Ideen hatten. Die stärkste Szene des ganzen Films befindet sich dann auch in diesem ersten Teil des Films, wenn Tracey von zu Hause wegläuft. Dieser Moment wird besonders dadurch so intensiv, weil sich der Film hier stellenweise von seinem Konzept verabschiedet und man Tracey in Großaufnahme vom Haus wegrennen sieht, begleitet von einem (wie immer) absolut passenden Soundtrack. Dadurch hat man, wenn auch nur für kurze Zeit, keine Möglichkeit, sich auf andere Frames zu konzentrieren. In diesem Moment denkt Tracey aber auch nicht an so viel, einfach weg, möglichst schnell. Wie Pferde, die aus der Koppel, aus der Gefangenschaft, in die Freiheit rennen. Und deshalb wird eben dieses Bild dann auch als Parallelmontage verwendet.

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Kritik: SAW 3 [2007]


„Du verstehst nicht… sie ist wichtig für Dich!“

Nachdem der zweite Teil ja nun eher ein Griff ins Klo war, aber an der Kinokasse doch noch genug überzeugt hat, war der dritte Teil abzusehen. Und zwar insofern, dass man schon „damals“ merkte, was auf das Kinopublikum zukommt: Jedes Jahr ein neuer Teil. Die Messlatte für den 2007er Beitrag hing Gott sei Dank nicht all zu hoch, da sich dieser nicht an zwei grandiosen Vorgängern messen musste – man war ja schon zufrieden, wenn er nicht ganz so schlecht wie der zweite Teil wurde.

Allein inhaltlich gab es jedenfalls schon Verbesserungen. Statt einer ganzen Gruppe Dumpfbacken, die nach und nach dezimiert wurde, geht es hier hauptsächlich um einen einzelnen Mann – Jeff – der eine Reihe von Prüfungen absolvieren muss. Der Grund, warum er ausgewählt wurde, das Spiel zu spielen ist der Unfalltod seines Sohnes – der Unfallverursacher wurde seiner Meinung nach zu milde bestraft und seitdem sinnt Jeff nach Rache. Jigsaw will ihm nun die Chance geben – wenn er die Prüfungen besteht und er dem Mann bis dahin nicht vergeben kann…

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Kritik: 28 WEEKS LATER [2007]


„Bleiben Sie hier drinnen, Ihnen wird nichts geschehen!“

Mit 28 Day Later wurde eine moderne Variation des Horrorfilms geboten, die mich seinerzeit sehr beeindruckt hatte. Vor allen Dingen die Eröffnung mit dem menschenleeren London hatte es in sich und leistete viel für die weitere Stimmung innerhalb des Films, der zwar an manchen Stellen vielleicht nicht immer logisch, dafür aber atmosphärisch top war. Fünf Jahre später schickte sich die Fortsetzung an, es dem Film gleich zu tun, und Skepsis ist bei Fortsetzungen, und besonders bei Fortsetzungen zu Horrorfilmen, ja grundsätzlich nichts Verkehrtes.

Der Film beginnt seine Handlung parallel zum ersten Teil: In einer abgeschiedenen Hütte hat sich eine Gruppe Menschen verbarrikadiert. Als das Haus von Infizierten gestürmt wird, kann Don Harris fliehen – allerdings mit dem Preis, seine Frau zurückzulassen. 28 Wochen später: Die Infektion ist besiegt und London wird wieder mit Menschen besiedelt. Auch Don wohnt schon dort und kann endlich seine Kinder, die während der Infektion in Spanien waren, dort aufnehmen. Als diese jedoch eines Tages ausreißen und ihr altes Haus besuchen, staunen sie nicht schlecht: Ihre Mutter lebt! Und obwohl sie infiziert ist, ist das Virus bei ihr nicht ausgebrochen. Die Ärztin Scarlet wittert die Chance, einen Impfstoff herzustellen, als erneut die Hölle über London hereinbricht…

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Kritik: HARRY POTTER UND DER ORDEN DES PHÖNIX [2007]


„Der eine mit der Macht den dunklen Lord zu besiegen naht heran… jenen geboren die ihm dreimal die Stirn geboten haben… geboren wenn der siebte Monat stirbt. Und der dunkle Lord wird ihn als sich ebenbürtig kennzeichnen, aber er wird eine Macht besitzen, die der dunkle Lord nicht kennt. Und der eine muss von der Hand des anderen sterben, denn keiner kann leben während der andere überlebt!“

Das fünfte Jahr schon begleitet man Harry Potter und seine Freunde durch Hogwarts, und vieles hat sich getan. Nicht nur, dass der Umfang der Bücher immer größer wurde, in Harry Potter 5 versuchte sich mittlerweile der vierte Regisseur an der Zauberer-Geschichte – dementsprechend unterschiedlich sind ja letztendlich auch die Filme ausgefallen. In einem Punkt jedoch gehen sie mit den Büchern konform: Zu Beginn, mit Der Stein der Weisen, noch recht kindgerecht, werden sie von Band zu Band düsterer und auch brutaler. Die Zielgruppe muss mit den Protagonisten älter werden, für Kinder ist das nichts mehr so wirklich. Aber auch die Geschichten werden ausgefeilter und versprühen nicht mehr den naiven Charme eines Kinderbuches. Mit Der Orden des Phönix erwartet uns also die Vefilmung des umfangreichsten Werkes, welche naturgemäß ein Problem mit sich bringt: Ein Film kann nicht beliebig überziehen sondern sollte schon eine gewisse Maximal-Laufzeit haben. Überlegungen, den Inhalt über zwei Filme zu verteilen wurden über Bord geworfen und somit über 1.000 Seiten in 138 Filmminuten gepresst…

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Kritik: SUNSHINE [2007]

„Bist du ein Engel?“
– „Ich bin der letzte Mensch neben Gott.“

Die Sonne erlischt und die Erde befindet sich in einer Eiszeit. Sollte die Sonne eines Tages komplett erlischen, würde dies das Ende der Erde bedeuten. Um das zu verhindern, wurde die „Icarus“ mit einer nuklearen Bombe ins All geschickt. Durch eine gigantische Explosion innerhalb der Sonne sollte sie wieder zum Leben erweckt werden – doch die Mission scheiterte, und niemand weiß, warum. Jahre danach wird ein weiterer Versuch gestartet: Die „Icarus 2“, mit einer Bombe aus dem letzten spaltbaren Material der Erde, setzt Kurs Richtung Sonne, um die Menschheit zu retten…

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Kritik: HE WAS A QUIET MAN [2007]


„Ihr fragt Euch, warum ich das getan hab? Doch was hätte ich denn tun sollen, damit Ihr mich bemerkt?“

Bob arbeitet in einem Großraumbüro und wird von Tag zu Tag frustrierter. Von der Arbeit angeödet und den Kollegen gemobbt, sieht er nur eine Möglichkeit: Ein Massenmord in seiner Firma. Doch als ihm sein Kollege Coleman zuvor kommt, avanciert Bob zum tragischen Helden…

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