Shortcuts: SCREAM 1, 2 & 3 [1996-2000] + Kritik: SCREAM 4 [2011]

Scream – Schrei! [1996]

15 Jahre ist es nun her, das Wes Craven mit Scream 1 das Slasher-Genre wiederbelebte. „1996“ hört sich ja im ersten Moment gar nicht mal so alt an, aber wenn ich nur daran denke, wie alt ich zu diesem Zeitpunkt war… also im Kino habe ich Teil 1 nicht gesehen, das steht schon mal fest. Und das ist vielleicht auch gut so, denn im Gegensatz zu seinen beiden Nachfolgern geht es in diesem ersten Teil ganz gut zur Sache, was einen trotz all des Humors nicht vergessen lässt, in welchem Film-Genre man sich grade befindet.

Scream 2 [1997]

Wenn sich schon der Vorgänger durch leichte Ironie hervortat und seine Vorbilder zitierte, so musste der Fortsetzungswahn Hollywoods natürlich auch innerhalb der Fortsetzung thematisiert werden. Bedenkt man dann noch, dass innerhalb des Films die Geschehnisse des ersten Films durch einen Film (Stab) thematisiert werden, schafft das Platz für viele Zitate und Querverweise, die zwar nicht darüber hinaus täuschen können, dass die Fortsetzung (wie so oft und durch Diskussionen innerhalb des Film bestätigt) nicht an das Original heranreicht, er jedoch letztendlich noch besser ist als einige seiner Vorbilder. Das ganze Gerede (vor allem zu Beginn) über die Rolle von schwarzen Schauspielern in (Horror-)Filmen nervt jedoch ungemein, da dies dann doch wieder irgendwie von Klischee-Schwarzen vorgetragen wird. Das kann in der Form auch so gewollt sein, mich hat’s genervt.

Scream 3 [2000]

Beim Abschluss einer Trilogie muss man mit allem rechnen, so lauten die Regeln. Das nimmt sich der letzte Teil dieser selbsternannten Trilogie dann auch zu Herzen und lässt direkt zu Beginn eine der Hauptfiguren hopps gehen. Wenn man bedenkt, in welcher Position sich diese im ersten Teil befand und was sie zu Beginn des dritten Teils erreicht hat, ist das schon sehr schade, wie es dann endet. Wer will, kann Sidney die Schuld geben. All die Zitate und Meta-Ebenen gipfeln schließlich darin, dass sämtliche Hauptpersonen auf ihre filmischen Stab-Äquivalente treffen und sich im nachgebauten Studio-Woodsboro herumtreiben. Was an sich wie eine gute Idee klingt, wird ein wenig dadurch getrübt, dass versucht wurde mehr oder weniger übernatürliche Elemente durch das Auftauchen von Sidneys Mutter-Visionen einzubauen, was jedoch nicht so ganz funktionieren will. Das Ende wirkt zudem, ob als Trilogie geplant oder nicht, doch ziemlich konstruiert, damit es im Zusammenhang zu den ersten Teilen steht. Nichts desto trotz: Für eine Fortsetzung ein gelungener Film (auch wenn für Trilogien andere Regeln gelten).

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Kritik: INDEPENDENCE DAY (ID4) [1996]


„Wozu die Eile? Denkst du, Washington ist weg wenn wir da sind?“

Roland Emmerich ist den meisten nicht unbedingt als Meister des niveauvollen Films bekannt. Werke wie Independence Day (ID4), Godzilla, The Day After Tomorrow, 10.000 BC oder aber auch der kommende 2012 lassen vermuten, dass dieser Mann einen Groll auf die Menschheit hat: Denn alles, was sich diese so mühsam aufgebaut hat, zerstört der Schwabe in seinen Hollywood-Blockbustern bis auf die letzte Schraube. Um dies jedoch zu tarnen, sind seine Hauptfiguren dennoch gute Menschen, denen nichts mehr am Herzen liegt als das Wohl der Menschheit und die alles dafür aufgeben würden – wichtiger ist ihnen nur noch das Wohl Amerikas. Wenn auch schon länger im Geschäft, brachte es Emmerich mit dieser Philosophie erst mit ID4 zu großem finanziellen Erfolg und die ganze Welt konnte sehen, was für tolle Hechte die Amerikaner doch sind. Gezeigt wurde es ihnen jedoch von einem Deutschen.

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