Shortcuts: AUFTRAG RACHE [2010]; ASPHALTRENNEN – TWO LANE BLACKTOP [1971]

Auftrag Rache

Auftragrache1_01„Auftrag Rache“ – Wow, das klingt ja mal knallhart. Gut, auch saudämlich, aber schon nach knallharter Action im Stile eines „96 Hours„. Dabei ist Mel Gibsons Rachefilm eher als Verschwörungs-Thriller einzuordnen, so sehr er auch auf Rache aus ist, so sehr ist er eigentlich hauptsächlich damit beschäftigt genau so eine aufzudecken. Natürlich passiert hin und wieder auch was, hin und wieder stirbt auch mal jemand keines natürlichen Todes, aber das ist weit von einem temporeichen Actionfilm entfernt, im Gegenteil. Stellenweise zieht sich das Ganze doch sehr, wird bewusst entschleunigt und die Story manövriert an der Grenze zur Unglaubwürdigkeit. Mel Gibson selber braucht dabei nicht viel mehr zu machen als erschöpft zu gucken und das Finale ist doch sehr unspektakulär. Die finale Szene fand ich jedoch durchaus gelungen, wenn diese auch vielerorts kritisiert wird.
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Complete: PLANET DER AFFEN (PLANET OF THE APES) 1-„8“ [1968-2014]

Planet der Affen (1968)

Das Problem heutzutage wird einfach sein, dass die meisten das Ende dieses Films schon kennen, zu berühmt ist es, und viel zitiert. Dadurch wird dem Schluss des Films ein wenig der Effekt genommen, ist aber nicht weiter tragisch. Schaffners Dystopie aus 1968 fällt in erster Linie durch die genialen Affenmasken auf, die Geschichte ist zwar alles andere als subtil, mag aber dennoch zum Nachdenken anregen. Besonders der Beginn ist etwas verstörend, wenn die Rollen klar verteilt sind: Der Mensch ist das Tier, zu dumm um gezähmt zu werden. Wir wissen: Das ist unfair, das stimmt so nicht, und unweigerlich denkt man in die Geschichte zurück und erkennt: Ähnlich wurde mit diversen Bevölkerungsgruppen auch verfahren. Und wenn man Ende der Wahnsinn des Krieges angeprangert wird, ist der Zuschauert wenn auch kein besserer Mensch, dann vielleicht aber ein wenig sensibilisiert. Und bei aller gesellschaftlicher Kritik – Rassenproblematik, Religion vs. Wissenschaft, Krieg – so ist „Planet der Affen“ auch noch ein unterhaltsamer Science-Fiction-Film.

Rückkehr zum Planet der Affen (1970)

Die ersten 40 min passiert fast das gleiche wie im Vorgänger, und was danach passiert, möchte man am liebsten gar nicht gesehen haben. Verstrahlte Mutanten, die eine heilige Atombombe anbeten – naja. So nett die Idee ja auch ist, Menschen zu zeigen, die sich nicht den Affen unterwerfen, noch sprechen können und sich sogar weiterentwickelt haben, so wie das hier gelöst wurde, ist das nicht ernst zu nehmen. Die Affenmasken können zwar immer noch überzeugen, aber das alleine hilft dem Film dann auch nicht mehr, der sich voll und ganz auf den Vorgänger verlässt. Affentechnisch gibt es somit auch nichts neues zu erzählen, so dass die Mutantenmenschen herhalten müssen. Zum Ende hin immer schlechter werdender Film.

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Kurzkritik: DER OMEGA MANN [1971]

Bevor Will Smith zur Legende wurde, die einsam die durch Stadt streift und Zombies abknallt (I Am Legend), traf dieses Los bereits Charlton Heston (und auch dies in einem Remake). Mit der gleichen Romanvorlage gesegnet, entstanden jedoch zwei völlig unterschiedliche Filme, die sich mal mehr, mal weniger an der Vorlage orientieren sollen, die ich jedoch natürlich nicht kenne.

Doch die Grundidee bleibt: Dr. Robert Neville ist Virologe und durch der scheinbar einzig Überlebende Mensch einer viralen Epidemie. In dem Film von 1971 erreichte er dies, in dem er sich selber einen noch im Versuchsstadium befindlichen Impfstoff spritzte, der auch tatsächlich wirkte. Bei Infizierten, die nicht sofort an dem Virus starben, entwickelte sich eine akute Lichtempfindlichkeit, stark ausgeprägter Verfolgungswahn und Albinismus („tertiäres Stadium“). Sie kommen nur bei Nacht aus ihrem „Nest“ und entwickelten eine eigene, sektenähnliche Gesellschaft, genannt „Familie“, angeführt von einem Matthias, welcher einen Hass auf Nichtinfizierte sowie auf Fortschritt und Technik propagiert – und somit explizit auf Neville. Dieser sucht tagsüber das Nest der Familie, doch des Nachts muss er sich den Angriffen der Infizierten erwehren.

Die Idee an sich finde ich ja sehr spannend, wenn ich auch die Umsetzung bei I Am Legend nicht als gelungen bezeichnen kann. Oft ist es dann ja so, dass die älteren Vorlagen (wenn sie auch selber nur Remakes sind, wie in diesem Fall) besser sind, und sei es nur, weil nicht machbare Effekte durch eine gute Story und / oder Spannung ausgeglichen werden (mussten). Bei Der Omega Mann sieht das jedoch etwas anders aus. Hier wurde mehr auf Action gesetzt, welcher man heutzutage schon ihr Alter ansieht. Und das nicht nur bei der Action, alles sieht schon extrem nach der damaligen Zeit aus: Kleidung, Frisuren usw., wobei das ja kein Qualitätsmerkmal ist, eher eine Feststellung. Die Filmmusik jedoch, die geht gar nicht. Dieses komische Panflötengedudel will in meinen Augen nicht wirklich zur Thematik und Tonart des Films passen.

Überhaupt wirkt manches ungewollt komisch: Alleine schon der erste Auftritt der Infizierten, wie sie Neville daran hindern wollen, in seine Garage zu fahren, macht in meinen Augen sämtliche vorher aufgebaute Atmosphäre kaputt. Ich hatte kurzzeitig das Bedürfnis zu lachen, keine Ahnung ob das vor 40 Jahren anders gewirkt hat, ich kann es mir schwer vorstellen. Die stärkste Szene hat der Film somit, wenn mal ausnahmsweise nicht auf Action gesetzt wird, sondern auf Spannung. Wenn etwa der Generator ausfällt und Neville ins Erdgeschoss muss, um ihn zu reparieren, während Lisa oben in der Wohnung wartet. Hier versucht die Familie Gott sei Dank nicht, ihn zu überrennen (da hätte ich vermutlich wieder lachen müssen), hier versuchen sie, ihn zu überlisten. Solche Momente gibt es nur leider viel zu selten. Der Omega Mann wirkt, als würde er nur an der Oberfläche kratzen, als würden die Szenen nur abgearbeitet werden, ein nachhaltiger Eindruck wird nicht erzeugt. Die letzte Frau auf Erden wird natürlich zum Love Interest, und gäbe es noch einen Hund, mehr Klischees könnte man fast nicht mehr unterbringen (I Am Legend hat dies übrigens geschafft, in dem noch auf Nevilles Frau und Kind eingegangen wird, damit sein persönliches Schicksal noch… schicksalshafter wirkt. Und einen Hund gabs auch. Der ist aber gestorben. Schicksal.).

Schade also, auch diese Version des Stoffes kann nicht wirklich überzeugen. Ein Film, dem man das Alter extrem anmerkt, dem leider aber nicht viel entgegensetzen kann. Vielleicht sollte ich jetzt einmal mein Glück mit der ersten Verfilmung des Stoffes The Last Man On Earth von 1964 versuchen. Da werden die Infizierten wenigstens noch mit Knoblauch und Holzpflöcken (!) bekämpft. Good old times.