HOUSE OF CARDS – Season 1

HouseofCards1_01Laut Wikipedia einer der Mitbegründer des „Binge-Watchings“, hielt sich mein Interesse für „House Of Cards“ bisher eher in Grenzen. Nachdem die dritte Staffel nun aber doch so aggressiv beworben wurde (sowohl im TV als auch im örtlichen Internet kam man nicht dran vorbei) dachte ich mir ok, einen Versuch ist es wert. Man kann die Sichtung ja abbrechen, wenn es dann doch nichts ist. Und da Ihr das hier lest könnt Ihr es Euch schon denken: Nein, ich habe die Sichtung nicht abgebrochen. Aber dennoch: Ist die Serie das Highlight, welches einem überall versprochen wird?

Zumindest eines kann man nach der Sichtung festhalten: Wenn es in Berlin genauso zugeht wie laut der Serie in Washington, kann ich die geringen Wahlbeteiligungen nachvollziehen. In der Politik von „House Of Cards“ geht es nur um Macht, und kaum einer erstrebt sie mehr als Francis „Frank“ Underwood, seines Zeichens Kongressabgeordneter. Eigentlich wurde ihm versprochen nach der Wahl der neuen Regierung Außenminister zu werden, doch er wurde getäuscht. Aber er lässt sich nicht entmutigen, im Gegenteil: Frank beginnt ein intrigantes Spiel, Kollegen und Freunde sind nur Marionetten auf seinem Weg nach oben.

Mein politisches Interesse würde ich selber als eher gering einstufen, mit ein Grund, warum die Serie bisher etwas außerhalb meines Radars lag. Das macht aber gar nichts, denn der Fokus von „House of Cards“ liegt auf Frank und seinen Machenschaften. Natürlich ist das alles Politik, aber vielmehr ist es Franks persönlicher Feldzug gegen diejenigen, die ihn ausgebootet haben, seine Intrigen, Verschwörungen, Pläne. Besonderes Stilmittel hierbei ist die direkte Anrede des Zuschauers, in welcher Frank seine Gedanken teilt und erläutert. Sehr schön sind teilweise auch einfach nur Spaceys Blicke direkt in die Kamera, ohne Kommentar, mit denen er sagen will: „Seht ihr, so geht das“. Das sind meine liebsten Momente der Serie.

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Weniger lieb war mir die Geschichte um Claire und Adam. Überhaupt, Szenen mit Claire sind wie Simpsons-Folgen mit Lisa: Nicht immer von Bedeutung und manchmal sogar ganz schlimm wie ihr Ausflug nach New York zu ihrem schleimigen Fotografen-Freund, einem richtigen Lebemann der (natürlich) in einer riesigen Wohnung lebt und (natürlich) abends Freunde zu sich einlädt um zu kubanischer Musik zu tanzen (so stellt sich glaube ich auch Herr Schweiger das Stadtleben vor). In diesen Szenen wird alles andere als subtil gezeigt, wie sehr sich ihre Leben unterscheiden und klar, Claire soll sich deutlich machen, was sie an Frank hat und warum sie sich für ihn entschied, aber mein Gott, Wayne und so.

Doch, man kann das so sagen: „House of Cards“ war spannender und interessanter als im Vorfeld vermutet / befürchtet. David Finchers Serie über den Kongressabgeordneten Underwood besticht durch eine dichte Atmosphäre und geschickte Intrigen, bei denen Frank selbst dem Zuschauer gegenüber nicht alles offenlegt. Hier und da einige Längen und ein leider nicht ganz so starkes Finale trüben den Gesamteindruck etwas, aber insgesamt gesehen überaus sehenswerte Serie über den ganz normalen Alltag im politischen Washington.
kritik

7 Kommentare

  1. zirkusmanege · März 6, 2015

    House of Cards fand ich die erste Staffel ähnlich gut wie du – Staffel 2 legt nochmal ne Schippe nach…allein für das Schlußbild der letzten Staffel lohnt es schon!😉 Von Staffel 3, die ja gerade erst rausgekommen ist, hab ich bislang eher nur schlechtes gehört. Mal sehen – muss ich selbst noch anschauen!

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    • Xander · März 6, 2015

      Die zweite ist dann vermutlich nächste Woche dran. Ein wenig muss ich mich in diesem Fall nach der Ausstrahlung richten. Bin jetzt allerdings noch etwas gespannter, wenn das zutrifft was du sagst…

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  2. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · März 6, 2015

    Mir hatte die erste Staffel wenig gegeben, war mir dann doch zu konstruiert das Ganze (und wird es ja im Verlauf der letzten beiden Staffel scheinbar noch mehr, wenn ich Plotinhalte so lese). Just not my cup of tea

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    • Xander · März 6, 2015

      Sicher ist das konstruiert, wie scheinbar fast alles klappt, wie Frank das vorhersagt. Aber genau das mochte ich eigentlich auch, für solche Sachen bin ich immer zu haben. Und auch leicht zu begeistern.

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  3. bullion · März 6, 2015

    Klingt extrem gut! Auch diese Serie muss ich mir noch geben. Du legst zurzeit aber auch ein Tempo vor!😀

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    • Xander · März 6, 2015

      Tempo ist gut – es kommen bestimmt wieder Zeiten wo hier wochenlang gar nichts los ist…

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  4. Pingback: Unkommentiert Gesehenes | Xanders Blog

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