DER HOBBIT: DIE SCHLACHT DER FÜNF HEERE (2D) [2014]

hobbit3_01Zwei Filme hatte Peter Jacksons tolle neue Kinowelt namens HFR Zeit, mich zu überzeugen. Und auch wenn ich es im zweiten Teil „Smaugs Einöde“ nicht mehr als ganz so schlimm wie noch bei „Eine unerwartete Reise“ empfand, es fiel trotz dessen negativ auf und an so etwas will ich mich dann auch nicht gewöhnen. Und da das Kino meiner Wahl einem da nicht mehr so die Wahl ließ – 3D alleine hätte ich akzeptiert, stand aber nicht zur Auswahl – dann nun mal gerne auch in 2D, was ja (wenn man ehrlich ist) auch die beste Variante ist. Und so war ich bereit für die Schlacht: Auf geht’s, Zwerge, Menschen, Elben, Orks und Special Guests: zeigt mir, wie man mit den letzten paar Seiten des Buches gute 2,5 Stunden füllt. Oh ich vergaß: Der Nekromant.


Denn natürlich ist der Nekromant a.k.a. Sauron ein wesentlicher Bestandteil der Verfilmung geworden, auch wenn Saruman dies im White Council noch anders sah. Wo Gandalf im Buch nur mal eben kurz weg ist um etwas zu erledigen, sind wir nun im Film live mit dabei. Im Grunde also: Eine zusätzliche Schlacht zur Haupt-Schlacht. Das konnte man sich vorher denken: Ausdiskutiert werden die Konflikte im letzten Teil der Hobbit-Saga wohl eher nicht.

Aber was soll’s: Die ersten beiden Teile mag ich ja mittlerweile – unter anderem dank fehlendem HFR im Heimkino – auch auf ihre Weise, und wenn ich das HFR jetzt von vorne herein weglasse – und ja auch weiß, dass die Hobbit-Filme in keiner Weise an „Herr der Ringe“ heran kommen – dann dürfte einem kurzweiligen Vergnügen in Mittelerde, vermutlich dem letzten, ja auch nichts im Wege stehen. Mit der richtigen Erwartungshaltung kann man sich schließlich fast jeden Film schönreden. Also, wie war’s?

Im Grunde wie erwartet, besser als befürchtet und schlechter als erhofft. Vieles gibt es zu bemängeln, doch in der Summe ist „Die Schlacht der fünf Heere“ trotz allem unterhaltsam, was andererseits im Vergleich zu HdR ein Armutszeugnis ist, denn das große Finale ist eben nur unterhaltsam und nicht mehr. Es gibt keine Überraschungen, keine denkwürdigen Szenen, alle Beteiligten wissen worauf das jetzt hinausläuft und alles was zuvor geschieht, geschieht sehr beiläufig. Man bedenke nur, wie schnell Smaug abgefertigt wird (wenn es auch trotz dessen ein Highlight des Films ist), wie schnell im Grunde die Dinge in Dol Goldur geklärt werden – und insbesondere davon hatte ich mir so viel versprochen, wenn die Altmeister zum Kampf antreten. Das sieht ganz schick aus, aber mehr sollte es allem Anschein auch nicht.

Es geht ja ohnehin – wie der Titel schon verrät – hauptsächlich um die Schlacht, und die enttäuscht eigentlich auch am meisten. Um mal die Kräfteverhältnisse deutlich zu machen: Gefühlt kämpfen hier 30 Menschen gegen 50 Zwerge gegen 200 Elben gegen 300.000 Orks. Das ist relativ und auch schon nach kurzer Zeit ziemlich aussichtslos, aber wenn dann Thorin und seine auch nach mittlerweile drei Filmen noch gesichtslose Bande Zwerge aus dem Berg stürmt, schöpfen alle neuen Mut und dann – Schnitt! Schon liegt der Fokus auf diversen Einzelduellen in denen Legolas dann endgültig die Gesetze der Physik besiegt. Und: Interessanterweise gibt es eigentlich auch niemanden, dem man den Sieg gönnt. Thorin, der es so weit kommen ließ? Thranduil, der auch nur aus Eigennutz angerückt ist? Den Orks? Ja, den Menschen, die aber am wenigsten auf dem Schlachtfeld zu melden haben. Und dann, nachdem nun ca. zwei Stunden lang jeder seinen persönlichen Endboss bekämpft hat, ist die Schlacht dann plötzlich vorbei und der Film aber auch. Was nun aus den verbliebenen Zwergen wurde oder den Menschen (!) scheint egal, wenn man es ganz genau nimmt kann man eigentlich auch nur erahnen, wer überhaupt gewonnen hat. Dann gibt es noch einen Holzhammer-Verweis auf die HdR-Trilogie und Bilbo darf zurück nach Beutelsend.

Tja. Ich gehe davon aus, dass die erweiterte Fassung vieles wieder gerade rückt was in der Kinofassung schief gelaufen ist. Während des Films hat man kaum die Zeit, über die Unzulänglichkeiten nachzudenken, weil ja immer irgend etwas passiert, da sind es dann andere Dinge, die einen aufregen: Wie angesprochen Legolas‘ Jump’n’Run-Einlage, der Troll der mit dem Kopf durch die Wand will, Tauriel & Kili oder alle Szenen mit Alfrid.

Unterhaltsam ist das alles, keine Frage. Langweilig wird’s ja auch nicht. Nur wirkt es halt alles ein wenig lieblos zu Ende gebracht, noch weniger als bei den Vorgängern sollte man hier den Vergleich mit der ersten Trilogie anstellen. Wenn der Abspann läuft, sitzt man doch einigermaßen ernüchtert im Kinosessel und ist ein klein wenig froh, dass es das jetzt war. Und das ist vielleicht das Schlimmste an der Sache.
kritik65_xb

7 Kommentare

  1. bullion · Dezember 15, 2014

    Ohje, das liest sich ja trotz der annehmbaren Punkte ziemlich katastrophal. Tatsächlich nur die Schlacht? Ich hatte ja immer noch die Hoffnung, dass Jackson da ein wenig Handlung untermengt. Schade, wirklich schade.

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    • Xander · Dezember 15, 2014

      Es gäbe da noch den Thorin mit der Drachenkrankheit, falls das zählt.
      Also ich fand ihn bei der Sichtung besser als danach, als ich das mal rekapituliert hab. Ach, der ist ok aber halt nicht mehr.

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  2. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · Dezember 16, 2014

    Überraschend hohe Bewertung, dafür dass das wohl nur eine einzige große Actionszene ist, die – so klingt es – auch noch unübersichtlich gefilmt wurde. Vielleicht der Fan-Bonus (?)

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    • Xander · Dezember 16, 2014

      Ja, so ist es. Also wenn du Teil 2 schon 0 Punkte gibst, brauchst du diesen nicht gucken!

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    • Florian Lieb (@Flo_Lieb) · Dezember 16, 2014

      Hatte ich auch nicht vor, da ich schon im Buch das Finale eher uninteressant fand.

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