DO THE RIGHT THING [1989]

Ein-Film-Viele-Blogger
Erst war folgender Text schon Wochen vor seinem Termin fertig und dann bringe ich es doch glatt fertig, den geplanten Termin (28.09.14) zu verpennen. Hier jetzt also, quasi als Nachzügler, mein Beitrag zu „Do the right thing“. Viel Spaß damit…

dtrt_01Die Reihe „Ein Film – Viele Blogger“ habe ich leider nach meinem Beitrag zu „Der Elefantenmensch“ sträflichst vernachlässigt. Daher wurde es mal wieder Zeit, vor allem da ich mit Spike Lees Filmen noch nicht wirklich in Berührung gekommen bin und „Do the right Thing“ wie ein Film wirkte, mit dem man dieses Defizit aufarbeiten kann. Dabei hätte ich gewarnt sein müssen: So schlimm die Diskreminierung von Schwarzen in den USA auch war/ist – so wirkliches Interesse, cineastisch betrachtet, habe ich dafür noch nicht aufbringen können. Und mit diesem Ghetto-Getue kann ich auch nichts anfangen, wenn jemand keinen graden Satz ohne „Motherfucker“ oder „Brother“ rausbringen kann, nervt mich das schon ziemlich schnell. Das gleiche gilt übrigens auch für das deutsche „Alter!“. Ideale Bedingungen also für einen Film der in einem Schwarzenviertel spielt? Wir werden sehen…


Der Afroamerikaner Mookie arbeitet im Schwarzenviertel für den Italo-Amerikaner Sal in seiner Pizzeria. Diese betreibt Sal schon gute 25 Jahre und er ist bei so ziemlich allen akzeptiert. An einem besonders heißen Tag an welchem die Gemüter besonders erhitzt sind, kommen jedoch alle versteckten Vorurteile und Aggressionen der Bewohner des Viertels zum Vorschein: „Nur“ weil Sal an der Wand in der Pizzeria keine Fotos von Schwarzen hängen hat, eskaliert am Abend die Situation…

„Wir hier im Viertel kommen klar mir diesem Leben,
Ich hab alle meine Freunde aus dieser Gegend,
Hab doch keine Angst vor dem Typ mit dem Schlagring,
Er ist zwar verrückt doch ich mag ihn!“
(Sido, „Mein Block“)

Die kurze Inhaltsangabe ist in diesem Fall grob vereinfacht, gibt aber knapp wieder, worum es geht: Nur weil an der Oberfläche alle mehr oder weniger miteinander klar kommen, heißt das nicht, dass es keine versteckten Vorurteile und Aggressionen gibt, die nur einen Auslöser benötigen. Wenn verschiedene Bevölkerungsgruppen in diesem Viertel aufeinandertreffen, kann es schon mal eskalieren. Bis es jedoch soweit ist, dauert es aber. Der Zuschauer bekommt die Gelegenheit, die Charaktere kennen zu lernen, und zu Beginn ist der Film auch noch eher eine Komödie als das Drama, als das er endet. Leider jedoch– und das habe ich zu Beginn schon angedeutet, spielt er in einem Milieu, mit welchem ich nicht viel anfangen kann. Keiner der Protagonisten (außer ganz vielleicht Sal) war mir in diesem Film sympathisch, finde ich dieses Gangsta-Getue doch absolut furchtbar. Dafür kann nur leider der Film nichts, das hätte ich vorher wissen müssen. Nur ist das mit der Hauptgrund, warum „Do the right Thing“ letztendlich nicht in höhere Wertungsstufen vordringen kann, denn ansonsten macht er ja vieles richtig. Der recht lockere Einstieg bis hin zum doch eher erschütternden Ende – anhand des Beispiels von Sals Pizzeria wird gezeigt, wo Rassismus hinführen kann, auch wenn er zu Beginn immer nur vage geäußert wird, ohne besondere Konsequenzen.

Die gewählte Vorgehensweise ist demzufolge die richtige, wenn sie auch die Geduld aufgrund der Laufzeit des Films arg strapaziert. Nein, mir fehlen in einem Drama keine Actionszenen oder explodierende Autos, aber ein klein wenig mehr Handlung hätte dem Film durchaus gutgetan, passiert doch lange Zeit, besonders in der ersten Hälfte, so gut wie nichts. Und am Ende tut es einem dann eigentlich nur für Sal leid, besteht der Rest doch nur aus unsympathischen Idioten.
„Do the right thing!“ wird Mookie mit auf den Weg gegeben und am Ende muss er sich dann wirklich entscheiden. Dass ich diese Entscheidung tatsächlich jedoch nicht nachvollziehen kann, ist nicht besonders hilfreich. Ein Film gegen Rassismus soll es sein, doch am Ende bleibt – rein subjektiv – ein Film über Menschen die alles dafür tun, Vorurteile zu bestätigen. Wenn Vito zu Sal sagt „Er wird dir in den Rücken fallen!“, tja, dann hätte ich mir doch gewünscht, dass dieser rassistische Idiot eben NICHT Recht behält. Das Mookie eben doch der einzige mit ein bisschen Verstand in diesem Haufen rassistischer Idioten ist. Aber so merkt der Zuschauer: Am Ende wird nun mal nicht immer geheiratet, nicht immer nimmt es ein Happy End und keiner kann sich eben so ganz von Fehlern freisprechen.
Ein „Nigger“ ist schnell gesagt, über mögliche Konsequenzen will niemand nachdenken.

kritik65_xb

Ihr wollt selber bei der Aktion „Ein Film – Viele Blogger“ mitmachen? Hier findet Ihr die nächsten Termine!

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2 Kommentare

  1. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · Oktober 4, 2014

    Bei dem Film wollte ich eigentlich mitmachen, da es der einzige war, der mich halbwegs interessiert hätte aus der Reihe – aber am Ende dann doch nicht genug. Und da ich ja eher/leider zu den kritischeren Bloggern zähle, scheine ich da mit deinen 6.5 nicht viel falsch gemacht zu haben #yaiforthat

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    • Xander · Oktober 4, 2014

      Andererseits ist ja bei uns auch manchmal Gegenteiltag. Vielleicht feierst du den Film auch ab!

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