FOOD FIGHT – WAS KOMMT AUF IHREN TELLER? [2008]

foodfightJa, ein klein wenig kommt es einem bekannt vor, das Cover zu „Food Fight“. Und der uninformierte Interessent (also ich) wird womöglich erst denken, dass diese Doku tatsächlich in irgendeinem Zusammenhang zu „Food Inc.“ steht. Was natürlich nicht so ist. Was sich aber wohl besser verkaufen lässt. Zumindest in Deutschland, ist das originale Cover doch ein ganz anderes. Und durch das gleiche Produktionsjahr stellt sich eh die Frage, ob oder wie man sich da gegenseitig inspiriert hat, denn inhaltlich gibt es durchaus Parallelen.


Gehen wir einmal von dem deutschen Cover aus: Zu sehen ist ein Schwein mit einem Strichcode, die Tagline „Was kommt auf Ihren Teller“ verpricht eine Aufklärung zum Thema Lebensmittel und Massentierhaltung. Punkt zwei kann man direkt entkräften, denn Tierhaltung bzw. Fleisch im Allgemeinen wird nicht angesprochen. Die Dokumentation beschäftigt sich viel mehr mit der Industrialisierung von Farmen, der Erzeugung von Obst und Gemüse.

Denn wie wir schon bei „Food Inc.“ gelernt haben, werden in den Vereinigten Staaten große Unternehmen subventioniert, welche in großem Stil Mais und Soja anbauen, um möglichst günstig möglichst viel anzubauen. Demzufolge dominiere in den USA auch Junkfood, welches alle möglichen Spielarten dieser beiden Arten enthält: Stärke, Öl, Süßungsmittel. Kleinere Farmen welche Obst und Gemüse anbauen erhalten jedoch keine Förderungen, womit sie täglich ums Überleben kämpfen, da sich der Anbau nicht rentiert. Der Film blickt zu Beginn zurück auf die Anfänge von Fertig-Mahlzeiten, welche ihren Ursprung in der Versorgung von Soldaten im Krieg haben und wirft dann einen Blick auf die „Gegenbewegung“ – Menschen, die sich ihre Lebensmittel regional beim Erzeuger kaufen, da diese auch besser schmecken würden als jene aus der Industrie. Eine Mitbegründerin dieses neuen Trends war Alice Waters, die Anfang der 70er Jahre das Restaurant „Chez Panisse“ eröffnete, dessen Speisen nur aus regional erhältlichen Zutaten bereitet wurden und werden. Dieses Thema wird lang und breit ausgeführt und nimmt einen großen Teil des Films ein, einen zu großen, ist doch irgendwann alles erzählt. Der Schluss wiederum versteift sich auf den politischen Aspekt und einen erfolglosen Versuch, das Agrargesetz welches die Subventionen regelt zu kippen.

„Food Fight“ bezieht sich inhaltlich nur auf die USA und ist insofern nicht 1:1 für unsere Breitengrade umsetzbar. Außerdem kratzt er vieles nur an, was man in „Food Inc.“ nicht schon ausführlicher (und unterhaltsamer) gesehen hätte. „Frisch ist besser als Fertiggericht“ lautet die Devise, aber das wusste man ja auch schon vorher. Eine tiefergehende Betrachtung sucht man vergebens, des weiteren wird gar nicht erst versucht, auf eventuelle Schattenseiten des Bioanbaus – beispielsweise die Kosten – einzugehen. Insofern ist man nach der Sichtung nicht wirklich schlauer, wenn man „Food Inc“ schon kennt, erst recht nicht. „Food Fight“ ist daher höchstens als (relativ trockener) Einstieg in die Thematik geeignet.
kritik

4 Kommentare

  1. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · September 4, 2014

    Yeah, Doku!🙂

    Den Film hab ich mir, aufgrund der inhaltlichen Ähnlichkeiten – allerdings gespart.

    Gefällt mir

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