Unvollendete Meisterwerke (a.k.a. 2. Allgemeine Altpapiersammlung)

AAPS2

Bald ist 2014 – Zeit für eine Inventur. Seit Start des Blogs vor nun mehr fast sechs Jahren habe ich so einige Beiträge begonnen und – aus welchen Gründen auch immer – nie vollendet. Man könnte – würde ich analog schreiben – durchaus die Bezeichnung „Altpapier“ verwenden, so das dies mein abgewandelter Beitrag zur „2. Altpapiersammlung“ ist, außer der Reihe, meinetwegen. Hier nun also eine Auswahl aller Beiträge, die es nicht zur Vollendung gebracht haben. Und manchmal tatsächlich nur aus 1-2 Sätzen bestehen, oder einem Filmzitat. Die Texte lasse ich unverändert – inkl. Bilder oder Formatierung. Viel Spaß beim wühlen in meinem digitalen Papierkorb.


21.01.2010: „Fanboys“
„Hey Leute!“
– „Was is Mann?“
„Und was ist, wenn der Film schlecht ist?“

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14.03.2013: „Departed – Unter Feinden“
Bisher habe ich ja bekanntlich erst zwei Filme von Martin Scorsese gesehen. Einer davon war Shutter Island, dessen von mir verfasste Kritik doch ziemlich diskutiert wurde. Ich hätte den Film nicht verstanden, sollte ihn doch bitteschön noch einmal schauen und überhaupt: Das ist ein Scorsese! Alleine diese Tatsache, so scheint es, bedeutet einigen in der Endwertung schon mindestens einen Punkt mehr. Der Film MUSS super sein, atmosphärisch dicht, packend, spannend. Wer das nicht so sieht, der hat ihn halt nicht verstanden. Mein Lieblingszitat von einem Blog nebenan zu diesem Film ist übrigens: “[…] weshalb der Film als verschachtelter Kommentar jüngerer zeitgeschichtlicher Ereignisse weitaus befriedigender ist als irgendeine überraschende Wendung.“. Abschließend bleibt zu sagen: Ich hab die Intention des Films wohl einfach nicht begriffen.

Der zweite mir bekannte Scorsese ist der hier behandelte The Departed. Und, um mal die Kurve zu kriegen, weg von meiner persönlichen Aufarbeitung des Shutter Island-Desasters: Ich wurde ganz einfach neugierig, ob ich diesen bisher auch so falsch gesehen habe bzw. den Film einfach aus den falschen Gründen für gelungen hielt.

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01.07.2010: „John Ajvide Lindqvist: SO FINSTER DIE NACHT“

Wenn man nach einem Film das Gefühl hat, den Film gleich im Anschluss nochmal sehen zu wollen liegt der Schluss nahe, dass man sich auch einmal die Vorlage näher ansehen sollte. So finster die Nacht unterscheidet sich jedoch teilweise frappierend von dem doch eher ruhigen und subtilen Horror des Films.
Entgegen des Klappentextes erhält man keinen reinen Thriller oder gar einen „Schwedenkrimi“, sondern doch eher Horror und Gewalt der heftigeren Art.

Die Grundgeschichte ist dabei natürlich die gleiche wie die des Films. Der zwölfjährige Oscar freundet sich eines Abends mit dem Mädchen Eli an und beide treffen sich von nun an Abend für Abend auf dem Hof vor dem Wohnblock. Eli, welche gleich klar stellt „Wir können keine Freunde sein“ hat ein Geheimnis, das bemerkt Oscar recht schnell. Doch welches das ist, daran hätte er in seinen kühnsten Träumen nicht gedacht…

Aber während sich, wie schon angedeutet, der Film eher mit der Beziehung Oscars zu Eli beschäftigt, so gibt es im Buch noch eine Nebenhandlung: Håkan, Elis Begleiter, wird im Film ja relativ schnell aus dem Script geschrieben. Im Buch ist es zwar auch so, dass sein Versuch für Eli Blut zu beschaffen scheitert, dies ist jedoch nur der Auftakt zu einer blutigen Odyssee

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21.07.2010: „Freitag, der 13. (2009)“
Dieses „Remake“ mit dem Original zu vergleichen fällt schwer, wird der Inhalt des Films von 1980 doch in den ersten Minuten abgehandelt. Jasons Mutter ist also schon verschieden, nun darf Jason ans Werk. Wenn schon Remake, dann wohl eher des zweiten Teils, und auch dann kann man das Ganze eher als Neuinterpretation gelten lassen.

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25.09.2010: „Zombieland“


Wenn es um Zombie-Komödien geht, fällt einem höchstwahrscheinlich zuerst ein Film ein: Shaun Of The Dead. Und das zu Recht, ist dieser doch ein sehr guter Genrebeitrag und macht als Zombie-Parodie durchaus Spaß. Als Komödie von der Insel ist das ganze natürlich gespickt mit britischem Humor, welcher ja nicht zu verachten ist. Nun also Zombieland, welcher zwar mehr oder weniger dem gleichen Genre „Zombie-Komödie“ zuzuordnen ist, sonst jedoch nicht viel mit dem englischen Vorreiter gemein hat.

Dabei ist die Story schnell erzählt: „Columbus“ ist einer der Überlebenden einer Epidemie, die fast die gesamte Menschheit in blutrünstige Zombies verwandelt hat. Seiner Meinung hat er es nur aufgrund seiner selbst aufgestellten Regeln („Regel Nr.3: Vorsicht auf dem Klo“) überhaupt so weit gebracht. Als er auf „Tallahassee“ trifft, der von diesen Regeln nicht all zu viel hält, beschließen beide, gemeinsam weiter zu reisen. Dann sind da aber auch noch die Schwestern „Wichita“ und „Little Rock“, die auf dem Weg in einen Freizeitpark sind, da es dort angeblich keine Zombies gibt. Aber wer kann hier wem trauen? Als die beiden Schwestern den Jungs das Auto klauen, scheint die Sache klar – aber nichts ist so einfach wie es scheint. Denn eigentlich würde „Columbus“ nichts lieber tun, als „Wichita“ das Haar hinters Ohr zu klemmen…

Ok, vergesst die letzten beiden Sätze. Sie dienten eh nur als Füllmaterial für die Inhaltsangabe, da der Inhalt nicht all zu viel her gibt. Die großen Überraschungen bleiben aus, und wenn es im Freizeitpark angeblich keine Zombies geben soll, ist dem Zuschauer eh klar, dass dies wohl nicht der Fall sein wird. Und das sich Columbus und Wichita vermutlich näher kommen, ist jetzt auch nicht das Abwegigste. Was hier also scheinbar zählt, ist der Weg zum Ziel – und der ist schon sehr lustig.

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19.11.2010: „The Office“
Als Fan der deutschen Comedy-Serie Stromberg war es eigentich nur eine Frage der Zeit, bis ich auch einmal das britische Original The Office an der Reihe war. Diese hat allerdings nur zwei recht kurze Staffeln zzgl. zwei Specials, doch einen Blick wert ist sie dennoch. Wenn auch die Prämisse eine leicht andere ist, so ist die Herangehensweise bei beiden Serien gleich: Beide täuschen eine reale Dokumentation vor, in der ein Kamerateam den Büroalltag aufnimmt, inkl. kleiner Interviews mit den Angestellten. Hauptakteur ist hier wie dort der Abteilungsleiter, der hauptsächlich von der Kamera verfolgt wird. Und grade bei diesen gibt es den größten Unterschied: Bernd Stromberg steht die Unfähigkeit ins Gesicht geschrieben und wenn es nach seinen Vorgesetzten ginge, wäre er schon längst weg. Nur der Kamera hat er es zu verdanken, dass er seinen Posten behält, denn die Leitung der Capitol sieht dies als Imagegewinn. Obwohl sich diese Meinung im Laufe der Serie natürlich mehrfach ändert. David Brent hingegen, Leiter der Slough-Filiale des Papiergroßhandels Wernham Hogg, hat scheinbar wirklich eine gewisse Ahnung von dem was er da tut und ist auch bei der Unternehmensleitung nicht so unbeliebt – ist er doch sogar für eine Beförderung im Gespräch. Einzig seine eigene Art von Humor und sein „Führungsstil“ stoßen des öfteren auf Unverständnis. Desweiteren wird nicht geklärt, warum genau er von der Kamera begleitet wird.

Die Vorbildfunktion für Stromberg, der hierzulande wohl mehr Leuten bekannt sein wird, ist unverkennbar. Ein gewisser Fremdschämfaktor ist durchaus vorhanden, wenn auch nicht so ausgeprägt wie beim deutschen Pendant – dafür ist The Office, wenn man so will, realistischer bzw. bodenständiger. Und auch hier gilt: Arbeiten im Büro ist nach dieser Serie nicht mehr das Gleiche. Zu viel kommt einem ganz einfach bekannt vor, und über manche Dinge kann man dann nur noch lachen, auch wenn man dies nicht sollte…
Wenn man beide Serien kennt, ist es aber viel leichter, die Kollegen zuzuordnen: Der ist wie Stromberg, das ist ganz klar Gareth, die ist Dawn und die ganz klar Erika. Je mehr Auswahl man hat, desto mehr Spaß macht das, und auch daran wird deutlich: Stromberg und The Office können sehr gut koexistieren, da sie sich ergänzen.

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12.06.2011: „Die Grenze des guten Geschmacks“
Ab wann ist ein Film Trash? Wann hört Ihr auf, einen Film ernst zu nehmen, um einfach nur Spaß zu haben?

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12.10.2011: „Der Pate“
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ich einmal genauer wissen wollte, um was für ein Angebot es sich denn nun handelt, dass man nicht ausschlagen kann. Und so kam ich nicht daran vorbei, mir endlich einmal The Godfather anzuschauen – restauriert, aber in der original Synchro. Aktuell befindet sich der Film auf Platz 2 der besten Filme aller Zeiten laut IMDB, und das will, wenn auch nicht alles, aber viel, zumindest was heißen. Selbst meine Vorhersage bei Moviepilot betrug 9,3 Punkte, mit dem Kommentar „Wir sind uns ganz sicher“. Na denn! Am 10.01.2010 wurde die Box von mir bestellt (sehr schön in den Kommentaren drüben bei Bullion nachzuvollziehen), heute geschaut – manche Discs müssen halt noch ne Zeit bei mir im Regal reifen, bis sie zum Einsatz kommen. Mal schauen, ob es sich gelohnt hat…

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12.10.2011: „Die Bluthochzeit“
Jeder, der bereits geheiratet hat, wird ja immer irgendwas an der Feier finden, was vielleicht nicht immer perfekt abgelaufen ist. Der vielleicht schönste Tag im Leben ist ja eigentlich nie 100% perfekt, was aber natürlich auch dazu gehört, um so einen Tag unvergesslich zu machen. Alle diejenigen, die vielleicht kaum gute Erinnerungen an ihre Hochzeit haben oder meinen, schlimmer hätte es nicht kommen können, die sollten sich vielleicht einmal Die Bluthochzeit anschauen. Angefangen mit einer angeblich verdorbenen Vorspeise eskaliert die Hochzeitsfeier dermaßen, dass man für die eventuellen Missgeschicke auf seiner eigenen Feier dankbar ist.

Sophie und Mark wollen eben diesen schönsten Tag ihres Lebens im Burgrestaurant von Franz Berger feiern. Marks Vater, der reiche Hermann Walzer, hat schon länger ein Auge auf das Restaurant geworfen und macht Berger auch an diesem Tag ein Kaufangebot, welches dieser aber ablehnt. Als die Shrimps, welche als Vorspeise serviert werden, angeblich verdorben sind, kommt es zum Eklat: Aufgebracht veranlasst Walzer, dass die gesamte Hochzeitsgesellschaft das Restaurant verlässt. Die ganze Gesellschaft? Nein, denn seine Frau und die Braut befinden sich noch auf der Gästetoilette. Kurzerhand nimmt Berger diese als Geiseln und will sie erst wieder freilassen, wenn Walzer die Rechnung für das Hochzeitsmenü beglichen hat. Dieser, mittlerweile mit allen anderen Hochzeitsgästen vom Restaurantgelände ausgesperrt, holt sein Jagdgewehr aus dem Kofferraum – und die Belagerung beginnt…

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08.01.2012: „Submarine“

„My mother is worried I have mental problems. I found a book about teenage paranoid delusions during a routine search of my parents‘ bedroom.“

Hinter all seinen Effekten, lustigen Sprüchen und Kampfszenen ist „Scott Pilgrim“ ja doch „nur“ ein Coming-of-age-Drama um einen Jungen, der ein Mädchen mag, sich aber über ihre Absichten nicht ganz im Klaren ist. Und wenn man jetzt diese Effekte und Kampfszenen weglassen würde, das ganze mit etwas Melancholie und Drama erweitern würde, vielleicht könnte man beschreiben, was „Submarine“ für ein Film ist. Und natürlich ist das jetzt vielleicht etwas weit hergeholt, dennoch hat mich „Submarine“ ein klein wenig an „Scott Pilgrim“ erinnert. Auch wenn die Ähnlichkeiten wirklich nur minimal sind.

Der 15-jährige Oliver Tate hat noch nicht ganz seinen Platz im Leben gefunden. Eine Freundin täte ihm ganz gut, ist er der Meinung, und seine Klassenkameradin Jordana hat es ihm wirklich angetan. Obwohl er sich in seinen Bemühungen hoffnungslos selbst überschätzt, werden die beiden ein Paar. Und eigentlich hat Oliver so weit auch alles unter Kontrolle – doch irgendwie fangen die Dinge plötzlich an, kompliziert zu werden. Und leider kann er sich nicht um alles gleichzeitig kümmern.

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01.03.2013: „Josh Bazell – Schneller als der Tod“
schnellertod_01Für dieses Buch hatte ich dann doch länger gebraucht als gedacht, was zwar nichts über die Qualität des Romans aussagen soll, mich aber selber ärgert. Ein etwas anderer Mafia-Roman über einen Aussteiger, der im Zeugenschutzprogramm untergetaucht ist und mittlerweile als Arzt arbeitet, bis ihn seine Vergangenheit einholt. Das Bazell unter anderem auch eine medizinische Ausbildung hat, kommt ihm bei dem Roman zugute: Abgesehen von präzisen anatomischen Zusammenhängen wird der Leser mit vielen Fußnoten konfrontiert, die ihm noch so einiges näherbringen, ob man das will oder nicht. Eine der Fußnoten lautet dann auch zum Beispiel „Das wollen Sie gar nicht wissen“.

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10.05.2013: „Frankie und seine Spießgesellen“
Warum sollte es Frank Sinatra damals besser ergehen als Peter Alexander: Während letztgenannter in seinen Rollen ständig „Peter“ heißen musste, weil das Publikum ja zu dumm ist, ihn sonst zu erkennen und nicht ins Kino geht, wurde aus „Danny Ocean“ mal eben ein „Frankie Ocean“ und aus „Ocean’s 11“ wurde ein neckisches „Frankie und seine Spießgesellen“. Woher soll man sonst auch wissen, dass Frank Sinatra da mitspielt?

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10.05.2013: „Kurzkritiken: TROLLJEGEREN (THE TROLL HUNTER) [2011], RUBBER [2011] & BURIED [2010]“
strong>The Troll Hunter

Trolle gehören in Norwegen dazu wie in anderen Kulturkreisen beispielsweise Hexen. Und so wundert es nicht, dass man diesen Film auch ohne Probleme „Norsk Troll Prosject“ hätte nennen können in Anlehnung an sein scheinbares Vorbild, den Film über die Hexe von Blair. Denn vereinfacht gesagt, ist es das gleiche nur mit Trollen.

Drei Studenten machen sich auf, für die Uni ein Interview mit dem vermeintlichen Wilderer Hans zu führen. Sehr schnell stellt sich allerdings heraus, das Hans gar kein Wilderer ist, sondern ein Trolljäger im Auftrag der Regierung. Und da er mit seinem Job unzufrieden ist, will er den Studenten alles zeigen und die Wahrheit so ans Licht bringen.

Rubber

„Der beste Killerreifen-Film, den Sie je gesehen haben!“ verspricht die Werbung, und schwer ist das nicht, denn ich persönlich kenne sonst gar keinen Killerreifen-Film.

Buried

Bei kaum einem anderen Film lässt sich der Slogan „Mittendrin statt nur dabei“ besser anwenden als bei „Buried“. Ryan Reynolds spielt hier einen LKW-Fahrer im Irak, der Hilfsgüter transportiert, als plötzlich sein Konvoi von Aufständischen angegriffen wird und er von eben diesen gefangen genommen und als Geisel genommen wird. Die moderne Geisel von heute wird jedoch nicht irgendwo in einer Lagerhalle gefangengehalten, sondern bei lebendigem Leib in einem Sarg begraben, mit einem Handy als Kontakt zur Außenwelt. Und nur über eben dieses Handy erfährt der Zuschauer (und Herr Reynolds) das alles, denn das Innere des Sarges ist das Einzige, was man in den 90 min des Films zu sehen bekommt. Das hört sich jetzt vielleicht nicht all zu aufregend an, 90 min mit Ryan in der Kiste zu liegen (vielleicht sehen Frauen das ja anders), und dementsprechend war ich vor dem Film auch skeptisch. Und doch schafft der Film es, eine klaustrophobische Spannung zu erzeugen, man fiebert mit ihm mit und sorgt sich spürbar um den Handyakku. Das funktioniert also sogar so gut, dass es Showeinlagen wie die Schlange gar nicht gebraucht hätte, denn es ist mehr als offensichtlich, dass diese aus eben diesem Grund als einziger Nebendarsteller in den Film geschafft hat: Die Geschichte aufzulockern, den Zuschauer zu wecken, sowas in der Richtung. Als würde man der selber aufgebauten Spannung nicht ganz trauen. Und doch: Am Ende wirkt es fehl am Platz und passt so gar nicht zur restlichen Stimmung des Films. Denn ansonsten, und das hat schon ein wenig überrascht, ist der Film spannend mit einem in der Form nicht ganz so erwarteten Ende.

Drachenzähmen leicht gemacht

So sind sie, die Wikinger: Immer auf Streit aus, und keinesfalls nachgeben. Und wenn es auch eine ganze Horde Drachen sind, die das Dorf regelmäßig angreift – zurückgewichen wird nicht, dann werden halt die Häuser immer wieder neu gebaut. Da muss dann erst der Wickie der Neuzeit namens Hicks kommen, der seinem Vater dem Stammeshäuptling den Weg weisen muss. Der Drache, das missverstandene Wesen. Und getreu dem gerne verfilmten Motto „Kindermund tut Wahrheit kund“ wird auch hier natürlich am Ende alles gut und die Erwachsenen sehen ihren Fehler ein, soviel darf man wohl verraten. Überhaupt sind Animationsfilme für Kinder gerne mal überraschungsarm, und so auch hier, der Weg ist das Ziel. Aber: Das macht alles überhaupt nichts. „Drachenzähmen leicht gemacht“ ist ein grundsympathischer Animationsfilm, der als Mischung aus „Dragonheart“, „Ronja Räubertocher“ und „Wickie“ zu keiner Sekunde langweilt und ganz nebenbei auch reichlich Action zu bieten hat, die seinerzeit im Kino das 3D rechtfertigen musste. Immerhin, und das ist schon fast einen Extrapunkt wert: Keine Szene des Films macht den Eindruck, als sei sie nur wegens des 3Ds eingefügt worden. So wie das in 3D vielleicht ganz schick ausgesehen haben könnte, so funktioniert das in 2D alles genau so gut, wenn nicht sogar besser, weil ohne Brille.

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10.05.2013: „Kurzkritiken: DOCTOR WHO AND THE DALEKS [1965] + DALEKS – INVASION EARTH 2150 AD [1966]“
DOCTOR WHO AND THE DALEKS [1965]

Zwei Jahre nach dem ersten Auftritt des Doktors im Fernsehen sollte er den Sprung auf die große Leinwand schaffen, erstmals in Breitbild, in Farbe und mit Peter Cushing als Doktor Who. Wenn sich die Handlung auch größtenteils an die Folge The Daleks aus der ersten Staffel der Classic-Serie hält, so ist der Film doch unabhängig von der Fernseh-Serie zu sehen, ist die Prämisse doch eine vollkommen andere.

So heißt der Doktor in dem Film tatsächlich Doktor Who – soll meinen, er ist ein Mensch, hat einen Doktortitel auf der Erde erworben und sein Nachnahme lautet ganz einfach „Who“. Außerdem hat er Tardis (nicht DIE Tardis) selber erfunden. Ebenso wie in der Classic-Serie spielen auch hier Barbara, Susan und Ian mit, doch sind die erstgenannten im Film seine Enkeltöchter und Ian, der Freund von Barbara, fungiert hier eher als Comic-Relief. Was aber auch nicht so wichtig ist, denn als die vier erstmal in Tardis sind (nicht in DER Tardis), legt Ian aus Versehen einen Hebel um und sie landen unfreiwillig auf dem Planeten Skaro, der kürzlich erst einen nuklearen Krieg hinter sich hat. Aus purer Neugier auf den Planeten sagt der Doktor den anderen, die schnellstmöglich wieder zur Erde wollen, Tardis wäre defekt und er bräuchte Ersatzteile, nicht wissend, das die nahegelegene Stadt von den Daleks beherrscht wird…

Wenn man die abgewandelte Vorgeschichte einmal außer acht lässt, ist der Film gar nicht mal so schlecht, wie man vermuten könnte. Sicher, zum „offiziellen“ Kanon des Dr. Who-Universums kann man ihn und seinen Nachfolger (s.u.) nicht zählen (ähnlich wie bei James Bond „Sag Niemals Nie“), und im Grunde wird die gleiche Geschichte wie in der Serie mit den gefühlt gleichen Einstellungen erzählt, aber der betriebene Aufwand sowie die Umsetzung als Spielfilm lassen den Film runder wirken. Peter Cushing ist mehr „verrückter Wissenschaftler“ als „Time Lord“, aber das erklärt sich ja aus der Vorgeschichte.

DALEKS – INVASION EARTH 2150 AD [1966]

Diesmal ohne Ian, dafür mit einem ahnungslosen Polizisten. Die Fortsetzung von Doctor Who And The Daleks von 1965 mit Peter Cushing als Doktor kam relativ zeitnah in die Kinos, wenn auch mit weitaus weniger Erfolg. Vielleicht haben die Zuschauer nach dem ersten Teil gemerkt, dass dieser, bis auf Breitbild und Farbe, zu 99% das Gleiche erzählt hat wie der gleichnamige Handlungsstrang in der Classic-Serie. Mit der Kinofortsetzung drohte nun das gleiche Schicksal – und das wollte sich wohl nicht jeder antun.

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22.10.2013: „GTA 5“
gtaVDer ein oder andere wird es mitbekommen haben: Ich hab ja zur Zeit keine Zeit. Für gar nichts. Immerhin: Ich steh Werktags noch auf und fahr zur Arbeit. Aber eigentlich müsste ich Urlaub nehmen. GTA is in the house, und nein: Ich hab es immer noch nicht durch. Ich bin weder Schüler, Student oder Arbeitslos, noch alleinstehend. Kurz: Ich hab keine Zeit. Aber die Zeit, die ich hab, verbring ich nun mal in Los Santos im Bundesstaat San Andreas. Ich nehme mit Franklin, Michael und Trevor Juweliere aus, überfalle Züge, stehle Autos, tauche nach Atommüll, schieße auf Aliens, fliehe vor der Polizei, tune meine Autos, lasse mir Tattoos stechen und spiele Golf. Ich entspanne beim Yoga, sammle Raumschiffteile, trete einer Sekte bei, gehe Jagen, spiele Tennis und gehe darten. Ich stehle Giftgas von der Agency, rette meine Tochter vor dem TV-Casting-Wahn und liefere Anhalter bei befreundeten Kannibalen ab. Und wenn mir langweilig ist, veranstalte ich ein Massaker in Los Santos, meiner neuen, dritten Heimat (nach New Austin).

Dabei fing ja alles ganz harmlos an: Mein Charakter Franklin, ein Ghetto-Kind wie es im Buche steht, klaut im Auftrag eines Autohändlers Autos „zurück“, von Kunden, deren Zahlung aussteht. Wie es der Zufall will, treffe ich mit Franklin also auf Michael, just als ich das Auto seiner Frau aus der Garage fahren will – und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Wobei, so richtig eigentlich erst, als Trevor erscheint, einer der durchgeknalltesten Videospielcharaktere der letzten Jahre. Schätz ich. Kenn ja nicht so viele. Denn Michael und Trevor hatten eine gemeinsame Vergangenheit, bis sich ihre Wege unschön trennten.

Meine persönliche GTA-Geschichte ist eine kurze. 1997 mit sehr viel Freude den Erstling gespielt – dabei jedoch wenig auf die Missionen geachtet, das Spiel war einfach nur ein Pausenfüller, in welchem durch die Gegend gecruised und Leute überfahren wurden. Bei Teil zwei das gleiche Spiel. Das Spielprinzip war neu, der Spielspaß hoch. Ab Teil 3 boykottierte ich die Serie dann, den Wechsel in die Third-Person-Perspektive wollte ich 2001 nicht gutheißen. 12 Jahre später also die Rückkehr zu einer Spieleserie aus meiner Jugend, und sie ist erwachsen geworden, also, teilweise.

Ja, ich hatte oben im ersten Absatz geschrieben, Los Santos wäre meine dritte Heimat, nach New Austin. Denn obwohl die Welt in „GTA 5“ so groß ist, obwohl man drei grundverschiedene Charaktere spielt, deren Geschichte irgendwie zusammenhängt: „Red Dead Redemption“ gefällt noch einen Hauch besser. Die Spielwelt dort wirkt nicht nur größer (keine Ahnung, vielleicht ist sie’s auch), sie wirkt vor allem lebendiger. Das kann daran liegen, dass man auf einem Pferd unterwegs ist statt in einem Auto zu sitzen, vielleicht liegt es aber auch daran, dass man dadurch viel mehr von seiner lebendigen Umgebung mit all den wilden Tieren mitbekommt. In „GTA 5“ sitzt man halt im Auto und fährt durch die Stadt – welche im Übrigen während der Fahrt weniger bevölkert zu sein scheint. Man muss sich teilweise so sehr auf die Straße konzentrieren, dass man von all dem Details um sich herum wenig mitbekommt. Letztendlich ist der Grund aber ein ganz anderer: Das Western-Feeling hat bei mir wesentlich bessere Karten als das Gangster-Getue. Was „GTA 5“ ja nicht schlechter macht.
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29.11.2013: „Winter’s Bone“
WINTERS BONE 1SHT.inddJennifer Lawrence wird ja vielen hauptsächlich aus den „Tributen von Panem“ ein Begriff sein, eventuell auch aufgrund der „X-Men“-Filme. Dabei war ihr erster großer Kino-Film „Winter’s Bone“ bereits eine „One-Woman“-Show, welche ihr viel Beachtung einbrachte.

5 Kommentare

  1. bullion · November 30, 2013

    Da bist du aber wirklich zu früh dran! Tststs…

    Auf jeden Fall eine tolle Idee einmal Blog-Fragmente vorzustellen. Klasse! Nur warum blieb es denn teils bei den Fragmenten? Viele Kritiken sind doch fast schon komplett, oder haben sie es nicht durch die Xanders Blog-Qualitätsprüfung geschafft? 😉

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    • Xander · November 30, 2013

      Weiß ich auch nicht so genau. Irgendwie ist wohl was dazwischen angekommen oder mir fiel kein Schluss ein…

      Jedenfalls morgen werd ich wohl nicht dazu kommen, zumindest weiß ich’s noch nicht, und planen find ich auch doof. Aber ich war zumindest nicht der erste!

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  2. maloney · Dezember 1, 2013

    Wird alles noch durchgelesen, versprochen :3

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  3. Owley · Dezember 2, 2013

    Schön bin ich nicht der Einzige, der Scott Pilgrim und Submarine auf die gleiche Ebene stellt. Nicht, dass die Filme auf den ersten Blick ähnlich wären oder konkrete Parallelen aufwiesen – aber sie berühren mich beide auf dieselbe Art und Weise. Und mit den beiden Hauptfiguren konnte ich mich damals total gut identifizieren. Der grosse Unterschied: Scott Pilgrim habe ich seit dem Kinobesuch etwa 1000 Mal gesehen, bei Submarine blieb es, warum auch immer, bei der einen Sichtung.

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  4. Pingback: Die eskapistischen Links der Woche – Ausgabe 49/2013 » nerdlicht.net

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