SHARKNADO [2013]

“Sharks. I never saw that coming.”

sharknado_01Ich verrate Euch jetzt das Ende des Films, damit Ihr wisst, auf welche Art Film Ihr Euch mit „Sharknado“ einlasst. Außerdem ist dieser Absatz das Lustigste, was ich seit langem bei Wikipedia lesen durfte, insbesondere aufgrund des letzten Satzes: [SPOILER] „Nova stürzt aus dem Hubschrauber und wird von einem besonders großen Hai verschluckt. Als zufällig derselbe Hai aus dem Tornado Richtung Boden fliegt, springt Fin mit einer Motorsäge in dessen Bauch. Er schafft es sich selbst und die blutüberströmte aber lebende Nova mit der Motorsäge von innen heraus zu befreien. Der Hai überlebt diesen Eingriff nicht.“ Das passiert in dem Film wirklich: Fin springt mit der Motorsäge in den Bauch des Haies und rettet sich und seine Bekannte.[/SPOILER] ’nuff said. Eigentlich.

“ Nova: They took my grandfather. That’s why I really hate sharks.
Matt: Now I really hate sharks, too. ”

Denn irgendwas muss man ja dazu sagen. Schließlich verpricht das Cover des Film auch „Enough said“ und trotzdem wird in dem Film viel geredet, um die Szenen zwischen den Hai-Attacken zu überbrücken. Und würde man nicht über den Film reden, wäre er nie so erfolgreich geworden, wie er geworden ist, Twitter sei Dank. Wer’s mitbekommen hat: Über Twitter hatte ich mich ja während der Sichtung auch über den Film ausgelassen, und das war eigentlich nichts Positives. „Man kann das Elend nicht in Worte fassen.“ lautete einer der Tweets, und das geht mir immer noch so, ich reihe hier Wort an Wort in der Hoffnung, da kommt irgendwann ein Geistesblitz. Es gibt viele Punkte, an denen man ansetzen könnte, zum Beispiel die Tatsache, dass hier Szenen aneinandergeschnitten werden, die völlig unterschiedliche Wetterbedingungen zeigen: Der Sturm erreicht den Strand, meterhohe Wellen, die Promeda hält kaum stand, das Riesenrad löst sich aus der Verankerung, Schnitt: Blick auf den Strand, leichter Wellengang, Sonnenschein, heitere Badegäste, Schnitt: Das Riesenrad bricht aus und walzt alles platt. Oder: Erst regnet es wie doof, die Straßen sind überflutet und Hai-verseucht, Schnitt: Blick auf die Straße bei Sonnenschein und Feierabend-Verkehr, Schnitt: Ein Hai fällt aufs Autodach und beißt sich durch selbiges. Darum läuft dann das Benzin aus und weil das bei auslaufendem Benzin immer passiert, fliegt das Auto im Anschluss in einer gigantischen Explosion in die Luft. Nein, ich stelle die Situation nicht überspitzt dar. Das passiert wirklich.

“Instead of letting live sharks rain down on people, we’re going to get in that chopper and throw bombs into the tornados.”

Eine Auswahl der ausgefallensten Dialoge habe ich hier schon zwischen den Absätzen präsentiert, wenn ich noch mehr hier reinschreibe, würde das eventuell die Spannung nehmen. Nur so viel: Der Rest ist in qualitativ ähnlichen Regionen angesiedelt. Keine Bewertungskategorie (Regie, Drehbuch, Effekte, Score, Schauspiel…) macht der anderen evtl. Bonuspunkte streitig, hier ist – im positiven Sinn – alles Scheiße. Jetzt stellt sich mir nur die Frage: Inwiefern ist diese Film gewordene Vollkatastrophe genau so gewollt? Kann Asylum beeinflussen, wie kacke der Film wird? Meine Theorie: Ein gewisser Trashfaktor ist zum einen natürlich gewollt, zum anderen bei geringem Budget vermutlich unvermeidbar. Doch ich denke auch, dass bei diesen Filmen gaaanz viel Unvermögen mit dabei ist. Ein trashiges B-Movie sollte es mit Sicherheit werden, aber ich glaube nicht in diesem Ausmaß.

Womöglich wird „Sharknado“ der erste Asylum-Film, den ich in meine Sammlung aufnehmen werde. Dieser Film ist prädestiniert für eine Sichtung mit Bier und Freunden – in genau der Reihenfolge. Man darf „Sharknado“ nicht alleine und hochkonzentriert gucken, sich vermutlich noch „auf den Film einlassen“, um Gottes Willen: Besauft Euch (wenn Ihr alt genug seid) und lästert über den Film, während des Films. Mit Sicherheit kann man die Sichtung mit einem Trinkspiel kombinieren. Viel Spaß!

kritik9_txb

P.S.: Ich empfehle auch dringend die Lektüre der Amazon-Bewertungen. Großartig! (Ausnahmsweise)

12 Kommentare

  1. Dominik · November 29, 2013

    Klingt wie großes Kino. Wird geguckt.

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  2. Franziska · November 29, 2013

    Sehr geil😀 Das Cover allein verspricht ja schon viel Trash. Ich guck ihn mir an, aber ich warte dann doch lieber, bis er auf Tele 5 oder Das Vierte läuft😉 Den Alkohol stell ich schonmal bereit^^

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    • Xander · November 29, 2013

      Du glaubst also nicht an eine Ausstrahlung auf Pro7, Sonntags 20:15 Uhr?

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    • Franziska · November 29, 2013

      Hm, lass mich überlegen…Nope! Dafür ist sich selbst Pro7 zu schade (denke ich…hoffe ich).

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  3. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · November 29, 2013

    Durchaus vergnüglich in seiner „Schlechtigkeit“, stimmt.

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    • Xander · November 29, 2013

      Bei sowas bist Du dann meiner Meinung, na immerhin!

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  4. Franziska · Januar 10, 2014

    Ach ich musste grad so lachen, als ich gesehen habe, dass „Sharknado“ heute Abend auf Tele 5 läuft.
    Das Vierte ist ja nun leider, leider Geschichte😉

    Blöderweise habe ich „Sharknado“ jetzt aber schon im Regal (Murphys Gesetz hat wieder voll zugeschlagen) – war ein Weihnachtsgeschenk meines lieben Freundes, der deine Rezi auch ganz entzückend fand und der Meinung ist, ich soll mir endlich mal mehr unterirdische Filme anschauen… Also werde ich Tele 5 heute ausnahmsweise mal auslassen und mir den Film für einen besonderen Moment aufheben🙂

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    • Xander · Januar 10, 2014

      Da hast du mit deinem Freund eine gute Wahl getroffen! Liest gute Blogs, schaut schlechte Filme, das wirkt sehr sympathisch!

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    • Franziska · Januar 10, 2014

      Ja, denke ich auch. Und die elf gemeinsamen Jahre sprechen auch für ihn🙂

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  5. Intergalactic Ape-Man · Januar 14, 2014

    Das mit der Lästerei ist so eine Sache. An sich liegt mir das nicht. Ich würde mich lieber am Film erfreuen, ohne da festzulegen, ob es nun an den haarsträubenden Effekten liegt oder auch einer sichtbaren Qualität. Das, was ich an „Trash“ mag, sind Filme, die mir in ihrer Art wirklich gefallen. Ich bin darüber hinaus der Ansicht, daß man gute Filme nur schätzen kann, wenn man auch wirklich schlechte Filme gesehen hat. In so eine Position kann man Sharknado eher rücken. Was ich dann jedoch eher bevorzuge ist es, wenn jemand sich bemüht hat, einen Film nach seinem Gusto zu drehen. Sowas findet man z.B. auch in den frühen Vollerotik Spielfilmen, wo sich Filmemacher versucht haben mit den geringen Möglichkeiten zu verwirklichen. Kann man das von The Asylum sagen, die halt ein paar Szenen für den Trailer zusammenbekommen müssen etc?

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    • Xander · Januar 14, 2014

      Das kann man von Asylum wohl nicht sagen, ich bin auch der Meinung da geht es nur um die schnelle Mark. Wobei ich bei Sharknado eher noch als bei den Vorgänger-Filmen das Gefühl habe, die wollten auch einen Film drehen. Doch ich gebe dir Recht: Filme die zwar schlecht sind, aber gut gemeint sind mir auch lieber. Weswegen man über Sharknado auch lästern darf – das ist so gewollt, ab Werk.

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