DIE TRIBUTE VON PANEM – CATCHING FIRE [2013]

tributepanem2_01Man macht schnell den Fehler, die „Tribute“-Filme als weiteren Teenie-Quatsch und Cash-Cow à la „Twilight“ abzustempeln. Mit diesen Erwartungen bin ich seinerzeit auch an den ersten Teil herangegangen und wurde daraufhin positiv überrascht – weswegen die Sichtung des zweiten Teils natürlich Formsache war. Die Bücher habe ich, dass sollte ich vielleicht dazu sagen, immer noch nicht gelesen. Ob oder wie sich der zweite Teil an die Buchvorlage „Gefährliche Liebe“ (ganz, ganz schlimmer Titel) hält, kann ich also nicht beurteilen. Also mal ehrlich: Ich würde vermutlich nie von alleine auf die Idee kommen ein Buch zu lesen, das „Gefährliche Liebe“ heißt – siehe erster Satz oben. Jetzt vielleicht, aber wenn man nicht weiß um was es geht, da lass ich den Groschenroman doch lieber im Regal.


Die Spiele sind gewonnen, jetzt gehen Katniss Everdeen und Peeta Mellark auf große Tournee. Präsident Snow hat Sorge, dass die Distrikte die Liebesgeschichte nicht glauben – da das Volk sowieso kurz vor einem Aufstand steht, müssen die beiden Sieger also ihr ganzes Schauspieltalent aufbringen. Doch es nützt ja alles nichts – ehe sie sich versehen, stehen sie wieder in der Arena. Lasset die 75. Hungerspiele beginnen!

Das klingt ja bald so, als wäre der zweite Teil der „Hunger Games“ nur ein müder Abklatsch einer bekannten Geschichte: Kurzes Vorspiel, dann gehts wieder zur Sache. Dem ist aber bei weitem nicht so. Mit 146 Minuten gibt der Film der Geschichte genügend Zeit und man glaubt es nicht: Der Liebe werden nur wenige (dafür aber überflüssige) Minuten geschenkt. Der Rest widmet sich voll und ganz den aufständigen Distrikten, den Versuchen des Präsidenten, das Volk in Schach zu halten, der medialen Manipulation. Der Film bleibt zwar Popcorn-Kino für die jüngere Generation, überrascht aber durchaus mit ernsten Momenten und scheut sich nicht, die Probleme in seiner Welt zu zeigen. Und diese Aufgabe erfüllt er soweit mit Bravour, man muss schon bald sagen: Schade, jetzt müssen die wieder in den Wald.

Denn so sehr der Film auch versucht, hier innovativ zu sein – was das ganze mit der Uhr und den Blitzen und Affen und so letztendlich sollte, ist mir ein Rätsel. Ich dachte, die sollen sich gegenseitig umbringen und nicht (wenn es ganz blöd läuft) alle auf einmal aufgrund einer Regieanweisung von Spielleiter Plutarch Heavensbee (ein Name wie aus Hogwarts!). Schlimmstenfalls wäre die Übertragung der Spiele nach 10 Minuten vorbei gewesen, da hätte ja niemand was von, außer den Kinozuschauern vielleicht: Die Spiele selber sind in diesem Film wie angedeutet nur so semi-interessant.

Aber so schlimm können auch die Arena-Szenen nicht sein, denn selten schafft es ein Film solcher Länge, eben ohne diese auszukommen. Die Zeit verging wie im Flug, und gerade als ich dachte das es doch mal gut gewesen ist, da war er zu Ende, perfektes Ende sozusagen. „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ ist einwandfreies Unterhaltungskino mit einem Fünkchen mehr Tiefgang, als man erwartet und hinterlässt den Zuschauer mit dem Verlangen, jetzt dann auch schnellstmöglich Teil 3 zu sehen. Oder vielleicht doch mal die Bücher zu lesen?
kritik

10 Kommentare

  1. Dominik · November 24, 2013

    Hihi, nett und vor allem wirklich sehr ähnlich zu meiner Kritik.🙂 Jetzt ist es raus. Du schreibst bei mir ab.😉

    Weißt was ich cool finde? Dass die Panem-Filme sehr viele mögen. Ich sehe das so wie du: Von wegen Teenie-Filme. Man muss sich einfach erst einmal überwinden, und schon wird man belohnt.

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    • Xander · November 24, 2013

      Verdammt, jetzt ist es raus. Die Illusion eines Filmblogs mit eigenständigem Inhalt bricht in sich zusammen😉

      Ansonsten hast Du natürlich auch bei deinem zweiten Absatz Recht.

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  2. bullion · November 24, 2013

    Ist ja lustig, habe den auch gerade gesehen…🙂

    Lies bis zum nächsten Teil mal die Bücher. Durch die kommt man auch schnell durch und sind noch eine Spur besser, als die Filme. Ich fand den zweiten Teil auch besser verfilmt und er richtet sich nahezu 1:1 nach der Vorlage, die natürlich noch ein wenig detaillierter ist. Dem dämlichen deutschen Buchtitel wird auch der Roman glücklicherweise nicht gerecht.

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    • Xander · November 24, 2013

      Ja, aber wenn man danach geht was ich noch alles lesen will und wieviel ich in letzter Zeit tatsächlich lese…

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  3. donpozuelo · November 25, 2013

    Ja, das mit dem „Wir schicken alle mal wieder in den Wald“ und die darin auftauchenden „Gefahren“ fand ich auch nicht wirklich soooo gut, dafür hat mir der Anfang mit den aufkeimenden Unruhen echt sehr gut gefallen.

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    • Xander · November 25, 2013

      Sind wir uns ja einig. Vor allem geht es mir bei diesem Teil kurioserweise wie beim ersten: Ich hab doch mehr bekommen, als ich vor der Sichtung erwartete. Das lässt ja für das Finale Großes hoffen.

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  4. DHJaeger · November 26, 2013

    Ja und das große Finale wird Gott sei dank in zwei Teile ausgestrahlt.
    Schon komisch welche Trends sich immerwieder durchsetzen.

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    • Xander · November 26, 2013

      Aber andererseits: wenn beide Teile gut sind freut man sich, länger was davon zu haben. Es darf sich nur nicht unnötig gestreckt anfühlen (ja Bilbo, Du bist gemeint!).

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