BREAKING BAD – Season 1

breakingbad1_01Alle Welt redete von „Breaking Bad“. Das Finale! Alles endet! Die geilste Sendung der Welt, der 80er, 90er und von heute! Ich gebe hiermit zu, bis dahin noch keine einzige Sekunde davon gesehen zu haben. Aber sie haben mich zermürbt. Als in Amerika die letzten Folgen begannen und sogar unsere Lokalzeitung darüber berichtete, da war’s passiert. Ich bin eingeknickt. Gut, dann schau ich halt mal rein. Wenn dann alle Ruhe geben. Hiermit erledigt. Und jetzt will ich nichts mehr hören! (Nicht wörtlich nehmen, kommentiert werden darf trotzdem)


Walter White hat auch schon mal bessere Tage erlebt. Nicht nur, dass sein Sohn behindert ist und seiner Familie das Geld fehlt, so dass der Chemie-Lehrer noch einen Nebenjob an der Autowaschanlage ausführen muss, jetzt wurde auch noch Lungenkrebs bei ihm diagnostiziert, so dass er eine folgenschwere Entscheidung zugunsten seines Sohnes und seiner schwangeren Frau trifft: Um diese finanziell zu unterstützen, fängt er mit Hilfe eines ehemaligen Schülers von ihm an, Crystal Meth zu kochen und zu verkaufen…

Wie oben schon erwähnt – gesehen hatte ich noch nichts von der Serie, inhaltlich wusste ich im Vorfeld sogar noch weniger als in meiner Zusammenfassung beschrieben. Ideale Voraussetzungen also, wenn man unvoreingenommen an einen Film oder eine Serie herangehen will. Und was soll ich sagen? Ok, dass ich positiv überrascht wurde eher weniger, denn bei all den positiven Kritiken draußen im Netz hatte ich mir schon gedacht, dass mir das gefällt, was ich da sehe, überrascht wäre ich gewesen, wenn es mir dann nicht gefällt. Es scheint tatsächlich kaum jemanden zu geben, der der Serie gar nichts abgewinnen kann. Aber woran liegt das? Was macht die Serie anders, warum können das andere Serien nicht?

Andere Serien werden das natürlich auch können. Die Frage ist eher, warum sie das nicht tun, warum es nicht alle schaffen, ihre Charaktere glaubhaft anzulegen, ihre Motivation nachvollziehbar zu gestalten und in dem Zuschauer eine gewisse Ambivalenz und ein Interesse zu erzeugen, aufgrund dessen man schon dranbleiben muss. Denn all das gelingt „Breaking Bad“, wenn auch – das sei dazugesagt, nicht sofort. Die Serie braucht ein paar Folgen, um alle Weichen zu stellen, die Charaktere auszugestalten und den Zuschauer zu fesseln, aber die Zeit nimmt sie sich. Zum Beispiel, um das Drama um Walters Krebs ausführlich darzustellen, wie es ihm geht, wie seine Familie reagiert – großartig, wie sie alle im Wohnzimmer sitzen und über ihre Gefühle reden: Selten lagen Komik (es redet nur wer das Kissen hat!) und Tragik näher beieinander. Speziell dieser Part der Geschichte hat mich mehr mitgenommen, als ich gedacht hätte. Nein, „Spaß“ hat man mit „Breaking Bad“ nicht immer. Der Begriff Drama ist in manchem Szenen durchaus angebracht. Das Kunststück ist, den Zuschauer nicht vollends zu deprimieren, sondern glaubhaft auch unterhaltsamere Elemente zu integrieren – und das gelingt der Serie durchaus.

Chemielehrer aus der Mittelschicht wird zum Drogenkoch: „Breaking Bad“ zeigt schon in der ersten Staffel sein Potenzial, wenn dieses vielleicht auch noch nicht ganz ausgeschöpft wird. Aber schon jetzt macht die Serie gleichermaßen Spaß und deprimiert, ist spannend, hat aber auch hier und da ihre Längen, die wiederum durch das vielversprechende (wenn auch nicht spektakuläre) Staffelfinale in Vergessenheit geraten. Aber vor allem halte ich sie, trotz der durchgeknallten Prämisse, für glaubwürdig und nachvollziehbar.
kritik

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10 Kommentare

  1. bullion · August 22, 2013

    Das hast du ziemlich exakt genauso beschrieben, wie ich die erste Staffel wahrgenommen hatte. Zwar etwas gewöhnungsbedürftig und insgesamt ziemlich gut – aber noch nicht der Hit, als der die Serie überall dargestellt wird. Spätestens mit Staffel 3 war ich dann auch nahezu restlos begeistert. Viel Spaß bei der weiteren Aufholjagd!

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    • Xander · August 22, 2013

      Werd ich haben! Die erste Staffel war aber auch arg kurz, und irgendwie will ich ja schon wissen wie’s weitergeht…

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  2. donpozuelo · August 22, 2013

    Ich muss ja auch gestehen, dass ich mich auch noch nie mit der Serie beschäftigt habe. Ich bekomme dafür auch immer nur entsetzte Blicke und ungläubiges Kopf-Schütteln. Aber ich komme einfach nicht dazu, bei all den tollen Serien, die man angeblich gesehen haben muss…

    Aber irgendwann werde ich „Breaking Bad“ auch eine Chance geben. Zumal, wenn jetzt der Abschluss kommt, dann finde ich das mit 5 Staffeln ja noch in Ordnung. 😉

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    • Xander · August 22, 2013

      Ja, wenn das so weitergeht gibt es bald mehr tolle Serien, die man gesehen haben muss, als Filme. Nur dass so eine Serie oftmals längert dauert als ein Film…

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  3. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · August 22, 2013

    DIe Serie steigert sich – glücklicherweise – in der Tat im Laufe der Jahre. Wobei ich auch bei der finalen Staffel selbst noch nicht verstehe, warum das Ganze derart gehyped wird. Aber in 6 Wochen ist das ja dankenswerter Weise dann vorbei.

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    • Xander · August 22, 2013

      „dankenswerter Weise“? Man muss bei dem Hype ja nicht mitmachen, wenn man nicht will 😉

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    • Florian Lieb (@Flo_Lieb) · August 22, 2013

      Mitmachen nicht, aber wie du selbst ja eingangs schreibst, inzwischen begegnet er einem ja überall. Schlimmer als bei „Game of Thrones“ 😀

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    • Xander · August 22, 2013

      Stimmt wohl. Ich bin dem erlegen, man muss dagegen ankämpfen und es versuchen zu ignorieren…

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