DIE BOURNE-REIHE: IDENTITÄT / VERSCHWÖRUNG / ULTIMATUM / VERMÄCHTNIS [2002-2012]

„Wer ist Jason Bourne?“

Diese Frage musste sich Matt Damon 2002 in dem Film Die Bourne Identität nicht als erster stellen, denn bereits 1988 war Richard Chamberlain auf der Suche nach seiner Vergangenheit. Da die Sichtung dieses Zweiteilers jedoch schon zu lange her ist und die Erinnerung erst noch wieder aufgefrischt werden muss, beschäftigen wir uns vorab schon mal mit den Bournes neueren Baujahres.

Die Bourne Identität [2002]

diebourneidentitat_012002 war es soweit: Matt Damon durfte sein Gedächtnis verlieren und seine Version eines ahnungslosen Jason Bourne abgeben. Herausgekommen ist ein bodenständiger Agententhriller, der versucht halbwegs realistisch zu wirken – was größtenteils auch funktioniert. Wenn es einem zunächst auch schwer fällt, Matt Damon den knallharten Spezialagenten abzukaufen, fällt einem das im Laufe des Filmes immer leichter. Viel schlimmer finde ich da allerdings die Besetzung von Franka Potente, welche wohl hauptsächlich die deutschen bzw. europäischen Zuschauer ins Kino locken sollte (der einzige Grund, warum ja auch hin und wieder Til Schweiger in Hollywoodfilmen auftaucht). Bis auf die Treppenhausszene also ein spannender, glaubwürdiger Film, bei dem man auch in actionreicheren Momenten nie die Übersicht verliert oder den Kopf auf die Tischkante schlagen müsste.
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Die Bourne Verschwörung [2004]

bourneverschwörung_01Marie wird ermordet und Bourne soll in Berlin eine Übergabe sabotiert und einen Agenten getötet haben – was er aber natürlich gar nicht hat. Für die CIA Grund genug jedoch, die Jagd auf ihn zu intensivieren, und Maries Tod ist Grund genug für Bourne, sich mal langsam Gedanken darüber zu machen, ob er nicht mal zurückschlagen will. Nach dem bodenständigen und atmosphärisch dichtem ersten Teil nun also die obligatorische Fortsetzung mit mehr Action und weniger von allem anderen. Die Geschichte wirkt wie Flickwerk zwischen den Verfolgungsjagden, und es wird viel verfolgt in dem Film. Man fühlt sich als Zuschauer schon bald ein wenig betrogen wenn man rausfindet, wie wenig die Geschichte mit Bourne zu tun hat – letztendlich geht es „nur“ um verschwundenes CIA-Geld und Bourne soll als Sündenbock herhalten. Irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes also, aber insgesamt doch noch ok.
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Das Bourne Ultimatum [2007]

bourneultimatum_01Direkt an Teil 2 anschließend, macht „Das Bourne Ultimatum“ trotz allem viel mehr richtig als sein(e) Vorgänger. Das Katz und Maus-Spiel zwischen Bourne und dem aktuellen CIA-Bösen ist an Spannung kaum zu überbieten und zeigt, was ich mir unter Geheimdienst-Arbeit vorstelle: totale Überwachung und Koordination von Langley aus, konkrete Anweisungen von Bourne per Handy und unvermeidliche Konfrontationen: Das sind die Szenen, in denen der Film punktet. Ein konkretes Handlungsziel gibt der Film zu Beginn nicht aus, so dass im Grunde immer nur reagiert wird, was die Geschichte wenig vorhersehbar macht und die Spannung zusätzlich erhöht, da Bourne auf diesem Weg seinem Ursprung immer näher kommt. Ein moderner Actionfilm ohne sichtbaren CGI-Einsatz, der vollen Einsatz von seinen Protagonisten fordert, aber auch volle Konzentration vom Zuschauer, hat der Kameramann doch leider sein Stativ zu Hause vergessen, was aber auch mit der einzige Kritikpunkt an diesem Film ist.
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Das Bourne Vermächtnis [2012]

bournevermächtnis_01Nach fünf Jahren war der Wunsch der Produzenten noch immer groß, noch mehr Geld mit der Bourne-Reihe zu machen, und da kein Original-Material von Robert Ludlum mehr vorhanden ist, geht man halt jetzt die Bücher von Eric Van Lustbader (oder zumindest die Titel dieser Bücher) durch. Es fällt direkt auf, dass der Film weniger eine durchgehende Actionsequenz ist wie noch seine Vorgänger, was ja erst mal zu begrüßen ist – wäre da nicht die völlige Substanzlosigkeit der Geschichte. „Outcome“, wieder ein mal ein Projekt à la „Treatstone“, wieder einmal ein gejagter Agent, dessen Name ausnahmsweise dem Zuschauer entfällt, direkt nach dem Film spätestens. Mehr muss man nicht wissen, dafür geht der Film aber ganz schön lang.
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11 Kommentare

  1. Dos Corazones · Juni 19, 2013

    Habe mir den neuesten „Bourne“ gar nicht gegeben, dabei mochte ich die Filme mit Matt Damon in der Hauptrolle sehr.

    Ich weiß allerdings nicht ganz, warum dich Franka Potente stört – das kommt in der Kürze leider gar nicht so ganz raus. Meiner Meinung nach spielt sie ihre Rolle vollkommen zufriedenstellend aus, sie ist ja auch keine ganz Schlechte ihres Faches.

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    • Xander · Juni 19, 2013

      Ist ja nicht so, dass Frau Potente Talentfreiheit vorzuwerfen ist. Und so wirklich kann ich das gar nicht verorten, was genau mich gestört hat – für mich wirkte sie immer ein wenig wie ein Fremdkörper neben Matt Damon. Wirkt aber vielleicht auch nur irritierend, wenn sich deutsche Schauspieler selber synchronisieren.

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  2. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · Juni 19, 2013

    Mochte die Reihe noch nie wirklich, zu viel Wackelkamera – gerade im 3. Teil – und streckenweise zu abstruse (bzw. unnötig abstruse) Handlung. Teil 2 mochte ich da noch am meisten, auch wenn das nur eine Art Remake von Teil 1 war (wobei jede Fortsetzung generell nur dasselbe erzählt wie das Original), allerdings gleich einstieg und nicht diesen langen Vorlauf hatte. Spielen sich bei mir aber alle im 6er-Bereich ab (okay, aber nicht gut), wobei eben Teil 2 einen Ausschlag nach oben hat. Das Renner-Sequel hab ich mir dann gespart.

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    • Xander · Juni 19, 2013

      Interessant, dass du gerade den Teil der ersten drei am besten findest, den ich am wenigsten mochte. Eigentlich müsstest du dann doch den ersten besser finden, wenn du den zweiten als „Remake“ bezeichnest und dir das zu viel Wackelkamera ist? Denn davon gibt es mein ich in Teil zwei mehr noch als im ersten.

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    • Florian Lieb (@Flo_Lieb) · Juni 19, 2013

      Die Kamera fand ich in allen Teilen nicht sonderlich gut. Der 2. Teil gefiel mir vielleicht deswegen besser da er wie angesprochen den Vorlauf ausspart. Das ist ja das Schöne an Franchise-Filmen, Teil 2 kann gleich loslegen, anstatt zu zeigen „Das ist der Jason, der schwimmt im Wasser, der kann sich an nichts erinnern, der wird angegriffen und kann sich wehren,der weiß aber nicht wieso, …“. Zudem mag ich Karl Urban ganz gern, die Potente segnet ziemlich schnell das Zeitliche, die Set-Pieces fand ich bis auf das Osteuropa-Finale ganz schick. Sagte mir einfach mehr zu.

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  5. bullion · Juni 19, 2013

    Ich bin mit der Reihe nie warm geworden. Den ersten Teil fand ich noch ziemlich gut (7 Punkte), doch bereits Teil 2 ist mit Gewackel in die Mittelmäßigkeit (5 Punkte) gestürzt, so dass ich mir den dritten gar nicht mehr angesehen habe.

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    • Xander · Juni 19, 2013

      Wobei ich ja wie gesagt den zweiten auch nicht so gerne mag. Vielleicht hätte dich der dritte wieder mehr begeistert? Aber: Beware of Wackelkamera.

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