SILVER LININGS [2012]

silverlinings_01Ich hab ja grundsätzlich nichts gegen Liebeskomödien. Was mich nur auf Deutsch gesagt ankotzt ist die immer gleiche Vorgehensweise dieser typischen Katherine Heigl Filme, der übertriebene Zuckerguss, die Vorhersehbarkeit, weil Austauschbarkeit. Nun versprach der Trailer zu „Silver Linings“ wahrlich keine Innovation: Ein leicht trotteliger Protagonist verliebt sich in eine junge Frau, sie nehmen zusammen an einem Tanzwettbewerb teil und nur unterbrochen von einer kleinen für die Spannung nötigen Verwicklung wird dann am Ende alles gut. Dachte ich. Kam dann aber (fast) doch nicht so. Also, im Grunde ja schon, irgendwie aber anders als gewohnt. Was gut ist. Wie der Film.


Nachdem er seine Frau Nikki mit ihrem Kollegen unter der Dusche erwischte und diesen zusammengeschlagen hatte, wurde Pat in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen. Acht Monate später wird er entlassen, von dem Gedanken besessen, seine Ehe zu retten – auch wenn seine Frau schon längst das Haus verkauft hat und er ihr per gerichtlicher Verfügung nicht näher als 150m kommen darf. Damit Nikki sieht, dass er sich gebessert hat, will er mit seiner neuen Bekanntschaft Tiffany an einem Tanzwettbewerb teilnehmen. Die scheint allerdings genauso gestört zu sein wie er…

Es ist schön zu sehen, dass das Genre doch noch mehr zu bieten hat als es uns die typischen RomComs der letzten Jahre weismachen wollten. „Silver Linings“ bietet zwar inhaltlich keine Innovationen – der Ausgang der Geschichte dürfte jedem relativ klar sein, sobald der Satz „Veronicas Schwester wird beim Essen dabei sein, das stört dich doch nicht oder?“ fällt. Also, spätestens dann. Aber immerhin ist der Weg dahin, die Charaktere und die Qualität der Schauspieler dieses Mal auf einem ganz anderen, will sagen besseren Niveau als beispielsweise bei „27 Dresses“ und Konsorten. Es macht einfach Spaß, den beiden Verrückten dabei zuzusehen und darauf zu warten, wann sie sich denn endlich mal finden, Bradley Cooper, Jennifer Lawrence aber auch Robert De Niro geben dabei wirklich alles, um die skurrilen Charaktere glaubwürdig mit Leben zu füllen. Wobei es wahrscheinlich auch egal ist, was Jennifer Lawrence spielt. Hauptsache, sie spielt mit…

Wenn man dem Film etwas ankreiden möchte, dann ist das zum einen die viel zu laute Musik, mit welcher manche Szenen unterlegt bzw. überlegt werden und zum anderen, dass das Ende dann doch arg konventionell gestaltet wurde. Sicherlich war es so in etwa zu erwarten, überraschender wäre aber besser gewesen. Im Zweifel hätte man dann ja auch Hemingway die Schuld geben können.

„Silver Linings“ ist lustig und traurig, lebensbejahend und emotional, albern und manchmal ernst. Zusammen mit einem tollen Cast ist eine etwas unkonventionellere Liebeskomödie entstanden, die den durchschnittlichen Rest des Genre spielend in den Schatten stellt und somit zusammen mit z.B. (500) Days Of Summer ein Genrehighlight darstellt.

kritik

7 Kommentare

  1. bullion · Mai 27, 2013

    Klingt toll und will ich auch unbedingt sehen. Wenn ich die anderen xundneunzig ungesehenen Filme abgeabeitet habe. Irgendwann 2020 oder so.

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    • Xander · Mai 27, 2013

      Ach, bei den xundneunzig Filmen ist bestimmt auch Ausschuss dabei, da kannst du den hier ruhigen Gewissens vorziehen😉

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    • bullion · Mai 27, 2013

      Erschreckend dabei ist, dass du damit völlig Recht hast!😀

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    • Xander · Mai 27, 2013

      Bleibt ja nicht aus. Ein blindes Huhn und so😉

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