[REC]² (2007)

rec2_01Den ersten Teil hatte ich ja damals so gar nicht auf dem Schirm, fand ihn aber, auch bedingt durch die relativ ungewöhnliche Sichtung, sehr gelungen (und das Ende finde ich noch immer recht furchteinflößend). Dementsprechend hatte ich den zweiten Teil natürlich erst Recht auf dem Schirm, den ersten Teil des US-Remakes habe ich mir allerdings noch gar nicht angesehen – dafür dann aber dessen Remake, und das war ganz schlimm. Bestens vorbereitet und mit einer rekordverdächtigen Anzahl von Links bereits im ersten Absatz lässt sich nun also feststellen, ob es denn die Fortsetzung des Originals besser gemacht hat – und wenn nicht, warum nicht. Spoiler sind im Übrigen zu erwarten, wer sich die Handlung und auch bestimmte Szenen nicht vorwegnehmen lassen will, sollte beim letzten Absatz weiterlesen.


Die Handlung setzt unmittelbar nach dem Ende des ersten Teils ein. Ein SWAT-Team soll einem (angeblichen) Wissenschaftler Begleitschutz geben, der (offiziell) im Haus nach der Ursache der Infektion suchen soll. Schnell stellt sich heraus: Der „Virus“ ist eigentlich ein Dämon, der Wissenschaftler ein Priester. In der Folge sterben Menschen, vorwiegend durch Kopfschüsse.

Es fing ja alles so gut an. Das SWAT-Team dringt in das Haus ein, jeder mit einer Helmkamera ausgerüstet, und eine bessere Weiterführung des Found-Footage-Prinzips hätte man sich gar nicht wünschen können. Sie macht Sinn, und sie macht einen nervös, weil man sich hin und wieder tatsächlich dabei erwischt das man versucht, irgendwo um die Ecke zu gucken, was natürlich nicht geht. Auch werden leichte Erinnerungen an Ego-Shooter wach, was in der Kombination schon spaßig ist. Doch all das wird schon nach kurzer Zeit auf die Probe gestellt, wenn sich der Priester als eben solcher offenbart. Das Hauptproblem ist dann zu erst einmal, die unerwartete Wendung in der Geschichte zu akzeptieren, was eine Zeit dauert, aber für den späteren Verlauf wichtig ist, wenn Medeiros durch die Infizierten spricht oder gegen Ende, wenn sich die Realität in der Dunkelheit verändert, was im Übrigen eine schöne (übernatürliche) Komponente ist, auf die man sich viel stärker hätte konzentrieren müssen.

Aber das Konzentrieren fällt einem in diesem Film sowieso nicht leicht. Ich finde es ja ganz furchtbar, wenn in so einem Film versucht wird Angst zu erzeugen, in dem man einige einige Charaktere die ganze Zeit panisch rumschreien lässt. Sei es wie in diesem Film der Soldat Lara oder diese Göre, wie immer sie auch heißt: Ständig schreit einer rum, es wird sich gegenseitig angebrüllt und Panik gemacht. Das Verhalten von einem professionellem SWAT-Team stelle ich mir anders vor, Kinder (die im Gegensatz zu den unbedeutenden, kleinen infizierten Kindern als handlungstragende Sympathieträger dann ja doch nicht sterben) haben in so einem Film eh nichts verloren. Das ist es, was dem Film in meinen Augen das Genick bricht. Das und die größte Unlogik, die mir seit langen in einem Film untergekommen ist: Bei jedem Anzeichen von Besessenheit wird das Kreuz gezückt und Gebete gesprochen, woraufhin die Infizierten auch sofort reagieren. Als Angela auftaucht, wird ihr kurz ins Gesicht geleuchtet und ein wenig an der Wange gezupft, woraufhin sie für ok befunden wird. Hätten sie ihr bei der ersten Begegnung gleich das Kreuz in die Fresse gedrückt: Der Film wäre anders ausgegangen.

Was also bleibt ist eine bemühte Fortsetzung, die eigentlich den richtigen Weg einschlägt, gegen Ende auch ein paar sehr gute Ideen mit einbringt, welche allerdings dann doch zu sehr vernachlässigt werden. Mit der Geschichte muss man warmwerden können, mit den nervösen Charakteren auch, und im Grunde gibt es viel zu viel, dass man akzeptieren muss, als das [REC]² noch als gelungene Fortsetzung angesehen werden kann. Besser als „Quarantäne 2“ ist er jedoch allemal, was mir doch glatt noch einen Ehrenpunkt mehr wert ist.
kritik5_xb

3 Kommentare

  1. Dos Corazones · März 4, 2013

    Ich kenne die Remakes nicht, bin allerdings nicht so guter Dinge, dass sie mir sonderlich gefallen würden. Ich bleibe dabei, dass der erste [Rec] für einen Horror-Abend eine der besten Filme darstellt, um für richtigen Grusel zu sorgen. Den Nachfolger hätte es nicht gebraucht.

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    • Xander · März 4, 2013

      Also wenn das erste Remake genauso schlecht ist wie seine Fortsetzung, hast du vermutlich vollkommen recht. Und was den Horror-Abend angeht, auch. Vielleicht im Double-Feature mit „Blair Witch“.

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