Kurzkritik: DETENTION [2011]

detention_01Liebe Freunde des Darwinismus, die Natur sucht sich manchmal seltsame Wege. Manchmal kommt zusammen, was nicht zusammengehört, und dann kommt etwas dabei heraus, was für immer verborgen geblieben sein sollte. Für manche genetischen Mutationen ist die Welt einfach noch nicht reif oder wird vielleicht auch nie reif genug sein. Oder man will auch gar nicht, dass die Welt jemals für so etwas reif ist. Und so erzähle ich Euch heute die Geschichte von „Detention“, einem Unfall, der nicht rechtzeitig abgetrieben wurde. Und für den wenn auch nicht die Welt, dann aber zumindest ich noch nicht bereit bin…


Wenn „Scream“ und „Ferris macht blau“ ein Kind zeugen und LSD in die Muttermilch mischen würden: „Detention“ käme dabei raus und „Donni Darko“ wäre der Patenonkel. Allerdings würde die junge Familie kaum Besuch von der Verwandtschaft kriegen, leidet der Sprössling doch an einer bis dahin unbekannten, extremen Form von ADHS, was immer sehr anstrengend ist. Bemerkbar mach sich das vor allem dadurch, dass sich „Detention“ nie länger als ein paar Minuten konzentrieren kann und von einem Genre ins andere springt: Teeniekomödie, Slasher, Zeitreisen, Coming-of-age – nichts ist vor dem kleinen Springinsfeld sicher, was für Außenstehende oftmals nur so lange niedlich wirkt, bis sie ihn näher kennenlernen oder gar 89 Minuten mit ihm in einem Raum verbringen müssen.

Manchmal schämen sich seine Eltern auch für den Sprössling, würden das aber natürlich nie offen zugeben. Es wurde sogar schon mal gehört, wie sich „Scream“ einmal nach ein paar Bier zuviel darüber aufregte, dass der junge Tunichtgut „Detention“ viel zu plump Meta sein möchte und das ihm das ganze Gerede über die 90er mittlerweile selber tierisch auf den Sack geht. Auch Patenonkel „Donni Darko“ kam noch nie zum Geburtstagskaffee, und auf sein Patenkind angesprochen fängt er immer an über das Wetter zu reden und bekommt dabei hektische Flecken im Gesicht.

Freunde hat „Detention“ auch keine. Manchmal kommt „Scary Movie“ zu Besuch, muss dann aber auch von seinen Eltern unter Protest bis zur Haustür gebracht werden, damit er auch tatsächlich reingeht. Dass „Detention“ trotz allem seinen Lebenswillen noch nicht verloren hat – dafür sorgt schon das Ritalin.
kritik4_xb

2 Kommentare

  1. donpozuelo · Februar 25, 2013

    Autsch!!! Ich fand den super!!! Der hat mir richtig viel Spaß gemacht😉

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    • Xander · Februar 25, 2013

      Ich streite nicht ab, dass man ihn mögen kann. Auf seine Art.

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