Kurzkritik: FREUNDE MIT GEWISSEN VORZÜGEN [2011]

friendswithbenefits_01Wie schon in einem der letzten Media Mondays geschrieben: Die durchschnittliche RomCom folgt immer dem gleichen Muster: Es finden sich zwei, dann kommt es zu Verwicklungen unterschiedlichster Art und demzufolge meist zur Trennung, am Ende finden sie sich aber wieder und alles ist gut bis an ihr Lebensende. Meistens spielt zudem Katherine Heigl die Hauptrolle. Das weiß man vorher, das macht diese Filme so vorhersehbar und leider meistens recht belanglos. Desweiteren stehen diese Filme fast immer auf der Seite der Frau, die als liebesbedürftiges, aber missverstandenes Prinzesschen etabliert wird, das auf einen verständnisvollen, gut gebauten Mann wartet. Aber witzig muss er sein! Und treu! Zielgruppengerecht eben. Mit „Freunde mit gewissen Vorzügen“ mit Justin Timberlake und Mila Kunis schickt sich ein Film an, Genre-Konventionen zu brechen und mit ihnen zu spielen – aber gelingt es ihm auch, diese außer Kraft zu setzen?


Jamie und Dylan wurden beide von ihren Partnern verlassen. Als sie sich aus beruflichen Gründen in New York treffen, werden sie schnell Freunde, teilen ihr Leid und beschließen, einfach unverbindlichen Sex zu haben, rein freundschaftlich, ohne störende Gefühle. Bald müssen sie feststellen, dass das so einfach dann doch nicht ist.

So weit, so bekannt. Abseits des eingangs beschriebenen Musters gibt es ja noch eine zweite beliebte RomCom-Variante: Zwei die sich zuerst nicht mögen, auf keinen Fall was miteinander anfangen wollen und am Ende doch ein glückliches Paar abgeben, weil, wie der Zuschauer natürlich von Anfang an merkt: Die passen so gut zusammen, sie merken es nur selber nicht. Hier also eine weitere Version davon. Vielleicht will es der Zuschauer dieser Filme nicht anders, aber natürlich kommen Jamie und Dylan zusammen. Mit großem Brimborium und Kitsch en masse. Und doch ist es anders: In der ersten Hälfte des Films nimmt sich eben jener nicht all zu ernst, da wird über Katherine Heigl gelästert, die Mechanismen der typischen romantischen Komödien auseinandergenommen – z.B. der schmissige Popsong am Ende, der zwar mit dem Film nichts zu tun hat, den Zuschauer aber glauben lässt, was für einen Heidenspaß er mit diesem „Drecksfilm“ hatte. Mit der Konsequenz dass eben jener in dieser Szene erwähnte Song auch am Ende von „Friends With Benefits“ gespielt wird. Es verhält sich so ein klein wenig wie bei „The Cabin In The Woods“, welcher zwar auch immer wieder mit den Genre-Erwartungen des Zuschauers bzgl. des typischen Ablaufs eines Backwood-Slashers spielt – diesem aber trotzdem (oder: grade deshalb?) folgt.

Am Ende steht ein Film mit einem sympathischen Hauptdarsteller-Duo, der sich über RomComs lustig macht, aber dessen Mechanismen trotzdem befolgt, wenn auch mit einem Augenzwinkern. Lustige Dialoge, gut aufgelegte Darsteller und Mila Kunis die viel nackte Haut zeigt: Es gibt tatsächlich schlimmere RomComs, bei „Freunde mit gewissen Vorzügen“ kann man(n) durchaus Spaß haben.

3 Kommentare

  1. Dos Corazones · Februar 8, 2013

    Mir ist bei dem Film auch der Vergleich zu „Cabin in the Woods“ in den Sinn gekommen. Wie witzig, dass ich dann kurz darauf genau diese Bemerkung von dir auch lese.
    Bei RomComs erwarte ich ja keine große Überraschungen, die stehen und fallen bei mir mit der Sympathie mit den Hauptdarstellern. Da kann der Film mit Timberlake und Kunis echt auftrumpfen.

    BTW: Vielen Dank noch einmal für dein Jubiläumsgewinnspiel. Meine Blu-ray ist angekommen und wurde schon stolz in die Hände genommen🙂

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    • Xander · Februar 8, 2013

      Da bin ich ja froh das es geklappt hat, von den Kinokarten habe ich noch nichts wieder gehört…
      Und schon komisch, das einem bei ner RomCom der Vergleich zu nem Horrorfilm kommt..

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  2. Pingback: Shortcuts: RALPH REICHTS [2012]; HAPPY FEET 2 [2011]; FREUNDSCHAFT PLUS [2011] | Xanders Blog - Filme.TV.Sowas.

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