Kurzkritik: THE RAID – REDEMPTION [2011]

theraid_01Bruce Willis muss sich warm anziehen: Er ist nicht mehr der Einzige, der ein Hochhaus im Alleingang von bösen Jungs säubern kann. Und sogar die TV Movie (immerhin: Deutschlands härteste Filmredaktion nur echt mit dem Moviestar!) schreibt: „Im Action-Genre derzeit das Maß aller Dinge“, die Süddeutsche Zeitung lässt sich sogar dazu hinreißen zu verkünden, „The Raid“ sei „beispiellos in seinem Tempo, seiner Härte“. Getoppt werden kann das ja nur noch von „Twitchfilm“, wer auch immer das ist, aber die sagen gar: „Der beste Actionfilm seit Jahrzehnten“. Mit diesen Aussagen wirbt zumindest das DVD-Cover. Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich: Welch ein Meisterwerk!


Meine übliche kurze Inhaltsangabe werde ich mir dieses Mal sparen, oder, um Euch zumindest einen Eindruck zu verschaffen: Ein paar Cops sollen (aus Gründen) ein Hochhaus stürmen und einen Gangsterboss zur Strecke bringen. Da dies schon die komplette Handlung ist, sei noch als Zusatzinfo erwähnt: Dabei wird viel geschossen, viel geprügelt, und wenig gesagt. „The Raid“ ist ein typischer Fall von „you get what you want“: Wer einfach nur einen geradlinigen Actionfilm erwartet, in dem ordentlich die Post abgeht, der ist hier auch genau an der richtigen Adresse. Aber: Mehr darf man einfach nicht verlangen. Der Film ist temporeich, im Takt der Musik durchchoreographiert und atemlos, was einen sprachlos zurücklässt, aber: Was mit der Zeit auch ermüdent ist. Denn der Film hat sonst einfach nichts zu erzählen. Sobald jemand den Mund aufmacht kommen Dialoge zu Vorschein, die in anderen Drehbüchern allenfalls als Platzhalter stehen, bis sich jemand die Mühe macht, um die Leute was gehaltvolles sagen zu lassen.

Aber das ist ja auch gar nicht gewollt. Ein Beispiel: Wenn unser Held auf dem Flur steht, von welchem aus es in die verschiedenen Zimmer der Etage geht, wird er von den bösen Jungs angegriffen. Das heißt, eine Tür öffnet sich, die beiden kämpfen ein wenig, der Gute triumphiert – und die nächste Tür öffnet sich. Das hat was von Videospiel, da geht es nicht darum, möglichst realistisch den Kampf gegen den Gangsterboss (bzw. Endgegner) darzustellen. Die Rahmenhandlung ist nur ein notwendiges Übel, eine vorgeschobene Berechtigung für die vielen (und stylishen) Martial-Arts-Kämpfe.

„The Raid“ spricht also all diejenigen an, die nie genug bekommen können von (brutaler) fernöstlicher Kampfkunst und ansonsten auch gerne auf Handlung oder glaubwürdige Charaktere verzichten können. Wer aber einen „Spielfilm“ per Definition erwartet, könnte enttäuscht werden, alle anderen bekommen ca. 100 Minuten, in denen es fast pausenlos auf die Fresse gibt.
kritik

„The Raid: Redemption“ erscheint am 25.01.2013 auf Blu Ray und DVD

10 Kommentare

  1. bullion · Januar 22, 2013

    Klingt ganz unterhaltsam, aber nichts worauf ich jetzt heiß wäre…

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    • Xander · Januar 22, 2013

      So erging es mir im Vorfeld, und so in etwa könnte auch mein Fazit klingen😉

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  2. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · Januar 22, 2013

    Das sehe ich nicht unähnlich, so nett choreografiert das auch ist, ist irgendwann die Luft raus. 90 Minuten Nonstop-Action sind halt doch nicht der Weisheit letzter Schluss, da hat DREDD sehr viel mehr Spaß gemacht mit ähnlicher Prämisse.

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  3. Wulf | Medienjournal · Januar 23, 2013

    Mh, einen ganz ähnlichen Eindruck hat der Film auch bei mir hinterlassen und ich tue mich noch ein wenig schwer, was die Wertung angeht, denn im Grunde weiß man ja, was man geboten bekommt und das ist ja durchaus toll gemacht, dennoch setzt irgendwann Ermüdung ein und dann kommt er, der unvermeidliche Story-Twist – und das bei im Grunde nicht vorhandener Story – sehr schön formuliert „aus Gründen“

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    • Xander · Januar 23, 2013

      Sie werden ja ihre Gründe haben (böser Mann und so)🙂
      Die Wertung ist in der Tat schwierig und für das, was er sein will mag er toll sein, ist aber für mich etwas wenig.

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  4. donpozuelo · Januar 23, 2013

    Ich mochte den Film wirklich sehr. Mal so richtig schön Action, Geprügel und Geballer. Da war wirklich nicht viel dran auszusetzen, vor allem, wenn man nicht mehr als das erwartet😉

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    • Xander · Januar 23, 2013

      Ja, DANN ist der Film ganz groß. Wenn man das vorher weiß und nicht mehr erwartet😉

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