Kurzkritik: ICH BIN NUMMER VIER [2011]

Gibt es eigentlich einen Namen für dieses Genre? Teenie-Mysterie-Science-Fiction oder sowas? Also Filme mit einem möglichst attraktiven, jungen, Hauptdarsteller, möglichst mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet, der es aber trotzdem nicht so leicht hat, weil ihm irgendwer an den Kragen will, oder weil sein Leben trotzdem irgendwie doof ist, wegen strengen Eltern, keine Freunde oder allgemein wegen der Liebe und so? Quasi in etwa wie „Twilight“, „Jumper“, „Red Riding Hood“ (meinetwegen auch noch „Unsichtbar“)? Diesem Genre würde „Ich bin Nummer vier“ angehören. Die Zielgruppe irgendwo bei minderjährigen Mädchen eingeordnet, die bereit sind, ihr Taschengeld in die Bücher, die DVDs und „Team John“-T-Shirts zu investieren, so dass die Filmreihe ein ähnlicher Erfolg wird wie die „Twilight“-Reihe oder „Harry Potter“.


Dazu würde passen, dass der titelgebende „Nummer Vier“ aka John Smith, welcher ausnahmsweise kein Vampir ist, sondern vom Planeten Lorien stammt, sich nur einmal verlieben kann – dass dann aber selbstverständlich so richtig doll und auch für immer. Dass das dann natürlich die erstbeste ist, die er an seinem neuen Wohnort Paradise sieht, ist schon merkwürdig, denn an seiner Stelle wäre ich da vielleicht wählerischer. Aber das muss ja so, dass war auch schon im ersten Teil dieser merkwürdigen Vampirfilme so. Und eine große Hilfe ist seine große Liebe dann auch nicht, denn mit ihr fangen die Probleme erst an: Denn obwohl er sich trotz allem unauffällig verhält (er setzt seine Kapuze auf), ist ihr Exfreund nicht wirklich einverstanden mit der noch jungen Liebe und dient somit als Tutorial für John, dessen Kräfte dann auch just in diesem Moment zu erwachen beginnen.

Und das ist dann auch der Moment, in dem der Film auf der Stelle tritt. Hier erinnert er bestenfalls an einen Piloten einer TV-Teenieserie im Stile von „Smallville“ als an einen Kinofilm und es tritt dann doch hier und da mal etwas Langeweile ein. Denn obwohl sowohl Nummer Vier hip ist, weil ja gutaussehend und introvertiert (was ja scheinbar besonders anziehend auf Frauen wirkt) und auch seine Freundin hip ist, weil sie analog fotografiert, ist das nicht für alle Zuschauer Grund genug, ihnen ne gefühlte Ewigkeit bei Gefühlsduseleien zuzusehen. Und wenn man(n) dann grade innerlich mit dem Film abgeschlossen hat, tritt Nummer Sechs in Erscheinung. Das ist dann der Moment, in dem das Ruder herumgerissen wird, denn das Finale entschädigt für so vieles. Wenn schon die Prämisse daraufhin arbeitet (jede Nummer hat auch einen „Wächter“, und wenn man die Nummern einfach „Jäger“ nennt… nun, welche Serie ist das?), das Finale erinnert mit der kampferprobten Nummer Sechs und dem Setting an der Highschool durchaus an ein Staffelfinale von „Buffy“ – mit mehr Budget, wohlgemerkt.

„Ich bin Nummer Vier“ sollte spürbar nur der Auftakt für eine neue Filmreihe sein, für die es aber vermutlich nicht gereicht hat. Trotz allem wirkt der Film wie ein besser finanzierter Serienpilot, da er sich für die Charaktereinführung viel Zeit nimmt, was insbesondere im zweiten Drittel sehr oft in Klischees endet. Gegen Ende wird dann ersichtlich, dass zum einen Michael Bay seine Finger im Spiel hat, zum anderen aber auch Marti Noxon. Und die Mischung rettet den Film durchaus, auch wenn man das nicht glauben mag.

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