Kurzkritik: BATTLESHIP [2012]

Zugegeben: Wenn jemand Fan der „Transformers„-Filmreihe ist, kann ich das ja bis zu einem bestimmten Punkt nachvollziehen, spielt da doch mit Sicherheit auch ein bißchen der Nostalgie-Bonus mit hinein, weil man das von früher kennt. So etwas kann schon hilfreich sein. Doch ob so ein Nostalgie-Bonus bei der Verfilmung eines Brettspieles auch hilft darf bezweifelt werden, sprechen wir hier doch nicht von einem Spiel wie „Cluedo“, wo das Ganze vielleicht sogar noch ansatzweise möglich wäre, sondern von „Schiffe versenken“. Richtig. Dem Spiel, wo sich zwei Spieler gegenübersitzen und mit militärischen Kommandos („F7!“) gegenseitig die Plastikschiffe zerbomben. Klingt aufregend, ist es als Spiel vielleicht auch, aber als Film? Meine Erwartungen waren nicht die höchsten, aber dennoch: Ich dachte mir, dass der Film vielleicht das wäre, was „Transformers“ hätte sein können. Ein Action-Spektakel ohne den infantilen Witz der Bay-Filme, in dem es gradlinig zur Sache geht.


Nachdem es Wissenschaftlern gelungen ist, ein Funksignal in Richtung eines erdähnlichen Planeten zu übermitteln, landen mehrere Flugkörper auf der Erde, vor der Küste von Hawaii. Unverzüglich errichten sie ein Kraftfeld um sich, so dass niemand hineinkann – und hinaus, denn drei Zerstörer der Navy sind dort mit den Aliens eingeschlossen…

Im Großen und Ganzen war es das, was man über den Inhalt wissen muss. Die Charaktere, ihre Beziehungen untereinander und all den anderen unnötigen Ballast kennt man schon so oder ähnlich aus anderen Filmen, bei „Battleship“ ist die Story auch nicht ganz so wichtig. Wenn die Außerirdischen erst mal gelandet sind (ca. nach 30 min) besteht der Film sowieso nur noch aus einer einzigen Actionsequenz, die direkt aus einem feuchten Traum von Michael Bay entsprungen sein könnte: riesige Roboter, Hochglanz-Werbeaufnahmen für das Militär, Patriotismus, ein Love-Tits-Interest, Veteranen und vor allem eins: Explosionen. Eigentlich wäre es sogar besser, wenn Peter Berg komplett auf eine Story verzichtet hätte (was sowieso fast der Fall ist), denn dann wären einem noch so einige peinliche Szenen erspart geblieben, vor allem hätte sich Liam Neeson diesen Schandfleck in seiner Biografie ersparen können, „spielt“ er doch den strengen Schwiegervater in spe.

„Battleship“ ist nicht das, was „Transformers“ hätte sein können, „Battleship“ ist sogar noch schlechter. Der Film ist ein einziger Werbeclip für das Militär (nicht nur für das amerikanische), der zwar dem „Schiffe versenken“-Fanboy (wenn es den gibt) ein paar gelungene Anspielungen auf die Vorlage bietet, aber allen anderen nur einreden will, gefälligst seinem Land zu dienen.

10 Kommentare

  1. Kim · Dezember 28, 2012

    Da ich dem amerikanischem Militär gar nicht beitreten kann, würde die Werbung bei mir in die Hose gehen ^.^

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    • Xander · Dezember 28, 2012

      Bitte den letzten Satz noch einmal lesen!😉

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  2. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · Dezember 28, 2012

    Ich dachte mir, dass der Film vielleicht das wäre, was “Transformers” hätte sein können.

    Ich fand den immerhin doppelt so gut wie Transformers1 und drei Mal so gut wie Transformers 2🙂

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    • Xander · Dezember 28, 2012

      Kann ich dir teilweise Recht geben: Transformers 2 ist noch schlimmer. Aber doppelt so gut wie Transformers 1? Ein Satz bei dir, den ich grad noch gelesen habe trifft es aber bei allen beteiligten Filmen sehr gut: „Da weiß man gar nicht, wem man zuerst in die Fresse schlagen möchte.“.

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  3. bullion · Dezember 28, 2012

    Nö, reizt mich mal gar nicht. Bei „Transformers“ gibt es selbst Nostalgie-Gefühle, doch hier? Muss nicht sein…

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    • Xander · Dezember 28, 2012

      Bei mir war’s im Grunde auch nur Neugierde. Und hinterher: Bestätigung…

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