Kurzkritik: KREUTZER KOMMT [2010]

„Meine Name ist Kreutzer, ich löse den Fall.“

Natürlich ist es einfach, einen Schauspieler, der dank einer bestimmten Rolle seinen Bekanntheitsgrad erweitern konnte, immer mit ähnlichen Rollen zu versorgen. Der Zuschauer kennt ihn so, der Schauspieler kann das so, wenig Risiko, bis auf eine Tatsache: Eventuell erwartet der Zuschauer das auch genau so und ist dann enttäuscht, wenn die Rolle dann mal doch etwas anders ist. Das Ernie zum Beispiel auch Tatorte reinigen kann und dabei über Gott und die Welt philosophiert hätte vermutlich auch niemand erwartet. Vor zwei Jahren durfte Christoph Maria Herbst das erste mal als Kreutzer ermitteln bzw. lösen. Und das hat er gar nicht mal schlecht gemacht.


Nachtclubsängerin Dinah ist tot. Kurz nachdem Kommissar Kreutzer den Tatort, ein Hotel, betreten hat, verhängt er eine Ausgangssperre: Niemand verlässt das Hotel, bis er den Fall gelöst hat. Und das tut er immer. In knapp über vier Stunden. Dafür ist er berühmt und berüchtigt – auch wenn seine Methoden vielleicht nicht immer einwandfrei sind.

Und so streift Kreutzer durchs Hotel, redet mit den Verdächtigen, zieht seine Schlüsse und hinterlässt ratlose Gesichter. Denn einschätzen kann man den Mann nicht: Blitzschnell stellt er sich auf sein Gegenüber ein, heuchelt Mitleid, gibt sich provokativ, mal schwul, mal gibt er vor, zu koksen oder Leichenfotos verkaufen zu wollen. Und dank Christoph Maria Herbst glaubt man das alles. Ohne in alte Stromberg-Verhaltensmuster zu verfallen gibt er seinem Kreutzer die Genialität und Glaubwürdigkeit, die er braucht, in diesem Hotel voller Klischees: Der blinde, schwarze Jazz-Pianist, die Konkurrentin der Sängerin, die jetzt im Service arbeiten muss und ein Verhältnis mit dem Barkeeper hat, die Leiterin des Hotels, streng und liebesbedürftig, der waffenschiebende Russe und der menschenverachtende Großindustrielle: Sie alle und noch mehr treffen in der Bar zusammen und jeder könnte es gewesen sein.

Man darf da keine große Action oder ein wahnsinniges Tempo erwarten – Kreutzer ermittelt und mehr nicht. Aber das ist spannend, witzig und die Auflösung überraschend, wenn sich alle am Tatort versammeln und er bekannt gibt, wer der Mörder ist. Wie in alten Zeiten.

4 Kommentare

  1. Pingback: Kurzkritik: KREUTZER KOMMT… INS KRANKENHAUS [2012] « at the movies 2
  2. Wortman · Oktober 25, 2012

    Als Stromberg ist er einfach der Hit. Mal schauen, was ich von ihm als Kommissar halte.

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    • Xander · Oktober 25, 2012

      Besonders am Anfang erwartet man einfach den Bernd – aber wenn man das erstmal sein lässt, gefällt er auch als Kreutzer.

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    • Wortman · Oktober 25, 2012

      Das ist wahrscheinlich normal, wenn man alle Stromberg gesehen hat🙂

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