Kritik: DRIVE [2012]

Alleine vom Titel her assozierte ich Nicolas Winding Refns „Drive“ zuerst mit „Driver“, einem Videospiel für die PlayStation 1. Nach Sicht des Trailer stellte sich zwar relativ schnell heraus, dass es zumindest auf inhaltlicher Ebene keine Gemeinsamkeiten gibt, aber trotzdessen wirkte die Vorschau auf den nur „The Driver“ genannten Fluchtwagenfahrer rasant und actiongeladen, aber dennoch mit ruhigen Momenten versehen. Ryan Gosling spielt den wortkargen Fahrer, und das er spielen kann, weiß man ja spätestens seit „Lars und die Frauen„. Carey Mulligan, wenn schon nicht aus dem Kino, dann doch zumindest bekannt aus einer der Doctor Who-Highlights „Blink„, spielt seinen Love-Interest, so dass zumindest auf der Seite der Schauspieler mit keinen Ausfällen zu rechnen war. Aber wer zur Hölle ist Nicolas Winding Refn? Zumindest war er eins: Die Wahl von Hauptdarsteller Ryan Gosling, und eines ist er, um es vorwegzunehmen, auch: Eine gute Wahl. Wahren Cineasten (also nicht mir) am ehesten bekannt durch seine „Pusher“-Trilogie oder „Valhalla Rising“, werde ich mir den Namen wohl spätestens jetzt merken müssen, da er für das Remake von „Logans Run“ im Gespräch ist. Denn mit „Drive“ hat sich gezeigt: Der kann was.
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Shortcuts: DER DIKTATOR [2012]; HANGOVER: PART 2 [2011]; TUCKER & DALE VS. EVIL [2010]; IM TIEFEN TAL DER SUPERBABES [2011]

Der Diktator

„Borat“ war anders. Eine respektlose Komödie, in der den Amerikanern der Spiegel vorgehalten wurde und die so einige Klagen nach sich zog, weil manche unfreiwilligen Darsteller gar nicht damit einverstanden waren, dass ihre Aussagen im Kino einem Millionenpublikum präsentiert wurden. Zu „Brüno“ kann ich leider nichts sagen, da ich ihn nicht gesehen habe, aber „Der Diktator“ klang dann wieder vielversprechend: Ein Film über einen afrikanischen Diktator, der sein Volk unterdrückt und dem der Besitz von waffenfähigem Plutonium nachgesagt wird – reale aktuelle politische Ereignisse lassen grüßen und man konnte eine bissige Satire erwarten. Aber Sacha B. Cohen zeigt nur selten, was der Film hätte werden können und drehte stattdessen eine Hommage an Adam Sandler mit zahlreichen Sex-Witzchen und einer unnötigen (aber zu erwartenden) Liebesgeschichte. Selig die, die den Trailer im Vorfeld nicht kannten: Selten hat die Werbung für einen Film die wenigen lustigen Szenen überhaupt schon komplett im Vorfeld gezeigt, so dass im Grunde nur noch ein komplett spannungs- und humorbefreites Filmchen übrig bleibt. Die gesamte virale Kampagne im Vorfeld des Kinostarts war lustiger als das Ergebnis im Kino.

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