Kurzkritik: CHRONICLE [2012]

„Andrew, don’t fart! We’ll never find you again!“

„Chronicle – Wozu bist du fähig“ Vs. „Push – Deine Macht kann alles ändern“ – leichte Ähnlichkeiten im Namen und frappierende Ähnlichkeiten im Poster-Artwork machen natürlich noch keine Ähnlichkeit im tatsächlichen Film. Während „Push“ ein ganz okayer Action-Streifen über Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten im Kampf gegen eine Geheimorganisation ist, setzt „Chronicle“ anders an. Im Stile eine Found-Footage Mockumentary entwickeln hier drei ganz normale Jungs ihre Fähigkeiten und filmen sich dabei. Und wie ein Kinobesucher eine Reihe vor uns bemerkte: „Ich dachte das wäre Action, das ist ja so ne Psycho-Kacke!“ Eigentlich: Nuff said. Eigentlich.


Denn obwohl „Chronicle“ mehr Drama oder gar Charakterstudie als Actionfilm ist, macht ihn das noch lange nicht kacke, im Gegenteil. Actionfilme über Leute mit Superkräften gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, dagegen ist „Chronicle“ schon fast innovativ. Wer mehr auf realistische Dramen steht, braucht zu Beginn etwas Überwindung, wenn die drei in die Höhle klettern und ihren Fund inspizieren, aber ab da wird kontinuierlich an der Spannungsschraube gedreht. Andrew entwickelt sich mehr und mehr zum Psycho, der letzten Endes die Kontrolle verliert (keine Spoiler, da im Trailer ersichtlich) und die anderen müssen fassungslos zusehen. Dem Film gelingt dabei das Kunststück, die Entwicklung der drei sehr glaubwürdig rüberzubringen. Zum einen – natürlich – durch Andrews eigene Kameraaufnahmen, das geschickte Einbauen von Überwachungskamera-Aufnahmen als auch durch Andrews Vorgeschichte und Lebensumstände. Eigentlich ein Loser, der aber recht schnell bemerkt wie sich das durch Telekinese ändern lässt.

„Chronicle“ ist ein sehenswerter Superhelden-Film ohne wirkliche Helden, dafür sind sie halt super. Ein Drama mit der richtigen Dosis Action, die vor allem im Finale noch mal alles gibt. Der beste „Found-Footage“-Film seit „Blair Witch“ – bzw. der erste, der das Prinzip seitdem wieder sinnvoll einsetzt.

8 Kommentare

  1. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · April 21, 2012

    Schon allein das Filmzitat sorgt dafür, dass mein ohnehin schwaches Interesse am Film noch mehr schwindet.

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    • Xander · April 21, 2012

      Na wenn das schon reicht, ohne den Zusammenhang zu kennen…

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  2. Dominik Höcht · April 22, 2012

    Den Film werde ich mir auf jeden Fall noch ansehen. Vor allem, weil es nicht der 08/15-Superheldenfilm ist. Schöne Kritik, die einmal mehr Hunger auf den Film macht.🙂

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  3. donpozuelo · April 23, 2012

    Hat mir auch sehr gut gefallen. Und das mit dem besten Found Footage-Film unterschreibe ich auch sofort. Endlich mal keine Kopfschmerz-Gefahr😉

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    • Xander · April 23, 2012

      Wobei man sagen muss, dass das ja auch „geschickt“ gelöst wurde…

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  4. donpozuelo · April 24, 2012

    Auf jeden Fall. Diese Lösung hat wirklich sehr schön funktioniert! Ein Hoch auf Superkräfte. Ab jetzt in jedem Found Footage-Film bitte einen drin mit solchen Kräften.😉

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  5. Dos Corazones · April 24, 2012

    Jetzt muss ich tatsächlich mal meinem Bruder recht geben und sagen, dass es in einigen Szenen ziemlich aufgedrängt wirkt, dass hier mit Found-Footage gearbeitet wird. Sei’s drum, ein wirklich interessanter Beitrag im eigentlich schon festgefahrenen Superhelden-Genre.

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