Shortcuts: SUCKER PUNCH [2011]; ZWEIOHRKÜKEN [2009]; MARVEL’S MAN-THING [2005]

Sucker Punch

Zack Snyder ist ein Genie. Jeder sollte denken, er könnte nur bekannte Vorlagen visuell eindrucksvoll abfilmen, ohnen ihnen einen neuen Sinn oder gar etwas wie eine Seele mit auf den Weg zu geben, und dann kommt ein Film wie „Sucker Punch“ und belehrt uns allen eines Besseren. Noch nie hat uns Männern ein Autorenfilmer so schonungslos den Spiegel vorgehalten, sich so imposant für die Frauen eingesetzt und dafür sämtliches Nerdtum instrumentalisiert. Ach, Bullshit. Der Film ist krank, langweilig und völlig belanglos. Die Feminismus-Ansätze enden direkt in einer Fleischbeschau, die Videospielsequenzen mit ihren Bosskämpfen wirken genau so und entbehren jeglicher Relevanz. Wenn Fans des Films von Tiefgang sprechen, meinen sie mit Sicherheit was anderes und kichern verschämt.


Zweiohrküken

Kamera auf Sepia gestellt, Witze vom Sonderpostenmarkt wo nicht nur die Preise klein sind, sondern auch das Niveau und eine Charakterzeichnung, die immer nur in der jeweiligen Szene schlüssig sein muss, fertig ist die Fortsetzung. Ich habe keine Ahnung, was sich der Herr Schweiger dabei gedacht hat, vermutlich nicht viel, was man schon am zu „Keinohrhasen“ identischen Plakat sieht. Eine viel wichtigere Frage ist jedoch, was sich Frau Tschirner dabei gedacht hat, bei sowas mitzumachen. Wenn es das Geld war, ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Prostitution. Ach: Und irgendeiner sollte dem Til mal was zum Einsatz von Musik in Szenen erzählen. Auswahl, Lautstärke, Sinn…

Marvels Man-Thing

Marvel war ja seit Bestehen unglaublich fleißig und schmiss Comics auf den Markt, von denen ich zumindest noch nie etwas gehört habe. Und so soll „Man-Thing“ die Marvel-Variante von „Swamp-Thing“ („Das Ding aus dem Sumpf“) von DC sein, meinetwegen, machen doch eh alle, was sie wollen, solls lesen, wer Lust zu hat, ich guck den Film. Im Nachhinein: Hätt ichs mal gelassen. Ein Sumpf, der riesig sein soll, in dem sich aber alle super auskennen, wirkt im Endeffekt aber ständig wie eine 50m2 Studiokulisse im grünen Licht. Irgendwann staken alle Akteure mitten in der Nacht durch diese Kulisse und sagen ihre Texte auf. Heiliger Boden sei dies, aber was genau daran heilig ist, ist egal. Da tritt die heiße Blondine als fast einzige Frau in diesem Film dem neuen Sheriff gehörig in die Eier, aber ist egal, denn sie ist ja heiß, und scheinbar die einzige. Und wenn sie dann nach einer Zeugenbefragung schon auf dem Weg zum Auto (!) ihr Haarband löst (!) dann weiß man, gleich gehts ab.

(Trailer)

13 Kommentare

  1. bullion · April 11, 2012

    „Sucker Punch“ schiebe ich auch immer noch vor mir her. Irgendwie habe ich jedoch das Gefühl den Film irgendwann mal sehen zu müssen. Bisher bin ich aber noch stark geblieben.

    „Zweiohrküken“ sah ich sogar nicht vernichtender als du – und das mag wohl etwas heißen…😉

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    • Xander · April 11, 2012

      „Sucker Punch“ schieb man ruhig noch weiter, da verpasst du nichts.

      „Zweiohrküken“ hat ja, wie Dos Corazones schon schrieb, durchaus auch seine Momente. Und auch wenn die Schweighöfer Szene mit seinem Stuhlgang-Problem arg konstruiert war und zudem auch noch geklaut (oder gerade deswegen??) – ab und an gab es schon mal einen Lichtblick. Einen ganz kleinen.

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  2. Dominik Höcht · April 11, 2012

    Oh, Man Thing, ganz großes Kino😀

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    • Xander · April 11, 2012

      Wenn du das so siehst: Definiere „Kino“!😛

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    • Dominik Höcht · April 11, 2012

      Sitzen auf Baumstämmen, mitten im allerletzten Urwaldkino. Der Projektor knattert zum 234. Mal diesen Film runter.

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    • Xander · April 11, 2012

      Guantanamo ist ein Club Med gegen diese Schreckensvision.

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  3. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · April 11, 2012

    Ich finde ja, „Sucker Punch“ hat zumindest die Intention, Tiefgang evozieren zu wollen, auch wenn Snyder dies nicht (genügend) gelingt. Meine Wertung ist nur minimal höher als deine, dennoch neige ich ja dazu, apologetisch den Film schützen zu wollen. Vielleicht auch nur, weil ich ihn besser als „Watchmen“ fand😀

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    • Xander · April 11, 2012

      Besser als „Watchmen“! Wow. Ich mein ok, sieht ja alles ganz hübsch aus, manche Kameraeinstellungen sind schon schick, aber irgendwie ist das auch schon fast alles. Nach dem ersten Tanz und als klar war, das da jetzt für jeden Gegenstand so ein Aufstand gemacht wird, musste ich hörbar seufzen.

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  4. Florian Lieb (@Flo_Lieb) · April 11, 2012

    Auf Wunsch verweise ich (Link-Flittchen) auf mein Review zum Film, vielleicht wird mein Standpunkt dann nachvollziehbarer. Wobei ich auch niemanden zum „Sucker Punch“-Fan konvertieren will😀

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    • Xander · April 12, 2012

      Würde auch nicht funktionieren… Wobei du in deiner Review schon irgendwie Recht hast, gute Ansätze sind. Der Vergleich mit dem Puzzle gefällt mir.

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