Kurzkritik: 22 BULLETS (L’Immortel) [2010]

Ein Mann fährt mit seinem Sohn nach dem Besuch der Oma wieder nach Hause. Die Straßen sind belebt, die Sonne scheint, der Familienhund hechelt fröhlich in die Kamera. Schief singen beide die Oper mit, welche im Radio läuft. „Darf ich schon aussteigen?“ fragt der Sohn vor der Einfahrt ins Parkhaus, natürlich darf er, und so steigt er auch aus, schaut sich die Straßenkünstler mit ihrer dressierten Ziege an, während sein Vater einen Parkplatz sucht. Langsam fährt er seinen Wagen durch die Tiefgarage, stoppt den Motor, wartet mit dem Aussteigen aber so lange, bis die Oper im Autoradio zuende ist, die er weiterhin gutgelaunt mitsingt. Er steigt aus, BÄM! 22 Schüsse treffen ihn, er sackt zu Boden, der Hund wird mit einer Schrotlinte erwischt, der Junge steht vor dem Parkhaus und wartet auf seinen Vater. Und dann sind die ersten Minuten des Films vorüber.

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