Kritik: FREE RAINER – DEIN FERNSEHER LÜGT [2007]

Das sogenannte „Unterschichten-TV“ boomt. Der einst durch Harald Schmidt populär gewordene Begriff diskreminiert dabei weniger die Zuschauer an sich (als durchweg ungebildet und vermutlich auch noch arbeitslos, zumindest aber geringverdienend) sondern eher die Fernsehsendungen, die vollends auf Affektfernsehen vertrauen und lieber eine weitere Castingshow produzieren, als sich an anspruchsvollere Sendungen zu wagen. Dramatische, „echte“ Schicksalsschläge von Privatpersonen, unsinnige Urwald-Wettstreite zwischen sogenannten Prominenten, romantische Kuppelshows für so dargestellte Randgruppen (die sich damit mehr der Lächerlichkeit preisgeben als das Gegenteil zu erzielen) und Gesangswettbewerbe, deren Sieger dann bei den Zuschauern einen gewissen Ruhm erzielen, die dem Rest der Republik aber gerne weiterhin egal sein dürfen. Bleibt nur die Frage: Sind diese Sendungen so erfolgreich, weil die Zuschauer diese Art der Unterhaltung wünschen, gucken die Leute das, weil sie gar nichts anderes mehr gewohnt sind und demzufolge abstumpfen oder ist die Erhebung der Quote gar eine Riesenverschwörung? „Free Rainer“ nimmt sich dieser Frage an.

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Serienkritik: DEAD LIKE ME / SO GUT WIE TOT – Season 2

Vielleicht lag es daran, dass so lange Zeit zwischen den Sichtungen der beiden Staffeln vergangen ist, jedenfalls brauchte ich auch bei Season 2 so meine Zeit, um wieder mit der Serie warm zu werden. Es hatte sich zwar wenig geändert – George arbeitet auch imme noch bei „Happy Time“, doch vielleicht war dass das Problem. Georges ständige Monologe aus dem Off über Nichtigkeiten und zu wenig Fortschritt in der Geschichte.

Der Wendepunkt war dann „The Escape Artist“, die in meinen Augen wieder alles hatte, was die Serie auszeichnete: Jeder Seelensammler bekam genug Raum um seine Stärken (und Schwächen) auszuspielen was natürlich gleichbedeutend damit ist, dass der Humor nicht zu kurz kam. Auch Georges Familiengeschichte wirkte diesmal nicht aufgesetzt sondern dank ihrer Oma (die endlich mal etwas Leben in dieses depressive Haus brachte) wurde das etwas aufgelockert. Heimlicher Star der Serie ist ja sowieso Mason, und das hat er in dieser Episode wieder gezeigt.

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52 Filme 07: Der Spion, der sich liebte

Siebte Woche, siebtes Thema: Bond, James Bond. Na das ist, relativ, einfach. Auch wenn die Auswahl groß ist, aber Daniel Craig ist für mich nicht der „richtige“ James Bond, die Brosnan-Filme sind zwar nicht alle scheiße, aber viel besser ist doch Roger Moore in „Der Spion, der mich liebte“. Hier stimmt im Grunde genommen alles – atemberaubende Action, clevere und nicht ganz so alberne Dialoge (sehr gut übrigens: “Der Laden wirft was ab!” – “Im Schnitt schon”…) sowie exotische Schauplätze. Besonderes hervorheben fällt schwer, da eigentlich alles gigantisch ist: Die anfängliche Verfolgungsjagd auf Skiern mit abschließendem Base-Jumping, das riesen Set des Tankers und den U-Booten (was man heutzutage sicherlich alles am Computer machen würde), der tauchende Lotus – ihr merkt schon, ich bin begeistert.

Film: „Der Spion, der mich liebte“
Komplette Review hier.

(via Halliway)

Kurzkritik: HUGO CABRET 3D [2012]

„Taxi Driver“, „Good Fellas“, „Gangs Of New York“, „Departed“, „Shutter Island“ – fünf Beispiele, ein Regisseur. Kinderfilme sind das nicht. Jetzt hat sich Martin Scorsese dazu entschlossen, eben das jetzt nachzuholen, und entstanden ist mit „Hugo Cabret“ nicht nur sein erster Familienfilm, sondern auch sein erster Film in 3D. Vorlage war die Graphic Novell „The Invention of Hugo Cabret“ von Brian Selznick, und da in diesem die Geschichte auch teilweise durch Bilder weitererzählt wird und nicht nur durch Text, kann man „Hugo Cabret“ schon fast als Comicverfilmung zählen.

Paris, 30er Jahre: Der Junge Hugo Cabret lebt versteckt im Bahnhof und zieht dort täglich die Uhren auf. Ständig auf der Hut vor dem Bahnhofsvorsteher, klaut er dem Spielzeugverkäufer Papa George hin und wieder aufziehbare Spielzeuge, um aus ihrem Innenleben Ersatzteile für einen Automaten zu erhalten, welchen er reparieren will. Dieser ist das einzige, was ihm von seinem Vater bleibt, der ihn einst im Museum gefunden hatte. Nach und nach findet Hugo heraus, was es damit auf sich hat…

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