Serienkritik: DEAD LIKE ME / SO GUT WIE TOT – Season 2

Vielleicht lag es daran, dass so lange Zeit zwischen den Sichtungen der beiden Staffeln vergangen ist, jedenfalls brauchte ich auch bei Season 2 so meine Zeit, um wieder mit der Serie warm zu werden. Es hatte sich zwar wenig geändert – George arbeitet auch imme noch bei „Happy Time“, doch vielleicht war dass das Problem. Georges ständige Monologe aus dem Off über Nichtigkeiten und zu wenig Fortschritt in der Geschichte.

Der Wendepunkt war dann „The Escape Artist“, die in meinen Augen wieder alles hatte, was die Serie auszeichnete: Jeder Seelensammler bekam genug Raum um seine Stärken (und Schwächen) auszuspielen was natürlich gleichbedeutend damit ist, dass der Humor nicht zu kurz kam. Auch Georges Familiengeschichte wirkte diesmal nicht aufgesetzt sondern dank ihrer Oma (die endlich mal etwas Leben in dieses depressive Haus brachte) wurde das etwas aufgelockert. Heimlicher Star der Serie ist ja sowieso Mason, und das hat er in dieser Episode wieder gezeigt.


Und wenn man dann in der Folge „Ashes To Ashes“ denkt, es gibt ein wenig Charakterentwicklung weil sich insbesondere Mason zu seinen Gefühlen zu Daisy bekennt („Ich liebe dich. Aber jetzt mag ich dich nicht mehr“) und man als Zuschauer mitfühlt, weil man ganz genauso denkt, wird eben diese Entwicklung in „Forget Me Not“ sogleich wieder zunichte gemacht, weil er sich erst mit Daisys Freund Ray einen albernen und im Kontext unlogischen Boxkampf liefert und die Situation anschließend noch weiter eskaliert. Insbesondere Daisys Handlungen sind hierbei nicht wirklich nachvollziehbar. Es sind Folgen und Handlungsstränge wie diese die zeigen, dass „Dead Like Me“ von Comic-Charakteren ohne wirkliche Tiefe bevölkert wird, da eben diese immer nur angedeutet, aber nicht konsequent durchgezogen wird. Die Serie macht hier deutlich, dass sie viel lieber Comedy sein will, anstatt sich an etwas tiefgründigeren Themen die Finger zu verbrennen. Die Figuren reagieren nur aufs Drehbuch, agieren aber nicht aus freien Stücken, was schade ist, wird hierbei doch sehr viel Potenzial verschenkt.

Und dann, grade wenn man denkt, jetzt kommt das große Finale, vllt. insbesondere in Hinblick auf die Figur von Ray, ist die Staffel zu Ende. George wandert mit einem bedeutungsschwangeren Satz auf den Lippen über den Friedhof – Abspann – schade. Keine große Entwicklung in der zweiten Staffel, eher stellt diese sogar einen kleinen Rückschritt dar. Und obwohl ich ganz ehrlich gesagt sogar stellenweise von Georgias ständigen Monologen leicht genervt war, würde ich die zweite Staffel wie die erste bewerten. Auch weil’s eh die letzte war. Fehlt mir nur noch der Film…


BTW: Die deutschen Synchronstimmen sind soo viel passender…

7 Kommentare

  1. jmk · Februar 14, 2012

    starke, leider wenig beachtete Serie. Der Film soll eine eine ziemliche Katastrophe sein, ich hab ihn bisher nicht gesehen und auch wenig Lust mir den anzutun.

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    • Xander · Februar 14, 2012

      Das der Film „nicht ganz so gut“ ist, davon habe ich auch gehört. Allerdings vermisse ich in Season 2 das große Finale (ich denke die Absetzung kam überraschend) und zumindest ein würdiges Ende erhoffe ich mir von dem Film.

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  2. jmk · Februar 14, 2012

    In der Form war das Ende natürlich mehr als unbefriedigend, dann wurde ja immer über eine dritte Staffel gemunkelt, aber Mandy Patinkin hat immer abgewunken. Schade auch um Ellen Muth, die würde ich gerne öfter sehen

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    • Xander · Februar 14, 2012

      Stimmt wohl. Richtig aktiv ist sie nicht. Und von ihren sonstigen Produktionen habe ich noch keine gesehen, sind ja auch hauptsächlich TV-Filme.

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  3. maloney · Februar 14, 2012

    die erste Staffel war defintiv besser…aber da war ja Fuller noch dabei

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  4. George · Februar 15, 2012

    Eine der Serien die ich gern mehr gemocht hätte. Ich hatte sowohl in der ersten als auchd er zweiten Staffel das Gefühl, dass sehr viel Potential da war, aber man oft auf das flasche Pferd gesetzt hat. Gerade zum Ende der zweiten hat sich eine gute Story entwickelt, die den Figuren mehr Tiefe hätte geben können, aber dann war, wie du schon schriebst, sehr plötzlich Schluss. Den Film habe ich nicht geschaut, vorallem als ich las, dass einige (?) der Figuren gar nicht mehr auftauchen.

    Und: Rube ist mit Abstand die beste Figur der gesamten Serie. Show some love!

    PS: Deustche Synchros. Pfft.😉

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  5. donpozuelo · Februar 15, 2012

    Geile Serie. Viel zu wenig beachtet. Muss ich mir mal unbedingt auf DVD holen. Habe ich ja abgöttisch geliebt. Und der Film fehlt mir auch noch.

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