Kritik: QUARANTÄNE 2 – TERMINAL [2011]

„[●REC]“ war 2007 der Überraschungshit aus Spanien. Kein Wunder, dass Hollywood nicht lange fackelte und bereits wenige Monate später das Remake „Quarantäne“ präsentierte, in welchem wohl größtenteils das Gleiche passierte. Jetzt also die Fortsetzung vom Remake des spanischen Horrorfilms, und es hätte wirklich nicht sein müssen. Denn es ist ja so: Hat ein Film (je nach Erwartungshaltung) Erfolg, wird natürlich eine Fortsetzung produziert, die dann aber auch die Erfolgsformel bzw. Prämisse des Original beibehalten muss, um so zumindest das Alleinstellungsmerkmal zu behalten, welches dann doch bitte erneut zum Erfolg führen soll. Was bei „[●REC]“ bzw. „Quarantäne“ ein Problem wäre: Als Mockumentary getarnt, hätte man das Prinzip mit der Handkamera fortführen müssen. Ähnlich wie bei „Blair Witch Project 2“ entschied man sich jedoch dafür, den Film zum einen als „normalen“ Spielfilm zu drehen und zum anderen, Kameras dennoch eine Hauptrolle zukommen zu lassen, in diesem Film: Nachtsichtgeräte.


Ungefähr zur gleichen Zeit, in dem ein Virus in einem Mietshaus in L.A. ausbricht, bricht eben dieser Virus auch in einem Passagierflugzeug aus. Die Maschine muss am nächsten Flughaufen notlanden, doch schon als die Passagiere denken, sie wären entkommen, müssen sie feststellen, dass sie in dem Terminal eingesperrt sind – alleingelassen mit den bereits Infizierten…

Doch es fängt schon früh an, schlimm zu werden. Schon nach den ersten Minuten weiß man im Grunde, wer überlebt, so schablonenhaft sind die Charaktere angelegt. Da so ziemlich jeder der Beteiligten irgendeine klischeebeladene Rolle spiele, sind diverse gruppendynamische Konflikte vorprogrammiert, um noch ein wenig Drama zu erzeugen, und ich liebe es ja, wenn die Leute in solchen Filmen immer ganz hysterisch durcheinander reden müssen (und Leuten die Schuld geben, die ja ganz offensichtlich keine Schuld haben), nur um deutlich zu machen: Jetzt ist Schluss mit lustig, das ist hier wirklich jetzt mal voll dramatisch. Natürlich, liebgewonnene Hauptpersonen werden infiziert und natürlich, niemand will es wahr haben. Natürlich müssen die Leute noch mal ins Flugzeug, um irgendeine Tasche zu holen, obwohl das ganze Unterfangen vor Unlogik zur so strotzt, denn natürlich wissen alle, dass das ne scheiß Idee ist, von wegen Infizierte im Flugzeug und so.

„[●REC]“ hatte seinerzeit die Prämisse, dass die Bewohner des Hauses in eben diesem eingesperrt waren, ein Großteil der Handlung spielte sich im Hausflur ab, und jede Erkundung der anderen Wohnungen wurde zu einem klaustrophobischen Horrorszenario. Die Protagonisten, und damit auch der Zuschauer, arbeiteten sich bis auf den Dachboden vor, um Teile der schrecklichen Wahrheit herauszufinden. Anders hier: Irgendwann bricht das Virus aus, warum, ist dem Zuschauer schon zu dem Zeitpunkt egal, denn es wurde halt eingeschleppt, wie auch immer. Schon früh ist klar: Um mehr als das Entkommen unserer Hauptperson geht es hier nicht. Die Enge des Mietshauses wich der weitläufigen Verwinkelung der Gepäckabwicklungshalle, welche allerdings überhaupt nicht genutzt wurde. Die Handlungsorte beschränken sich auf „Vor dem Tor in die Freiheit“ oder „Flugzeug“.

Eine eigenständige Handlung anstatt eines erneuten Abklatsches macht noch keinen guten Film. Der Film suhlt sich in Klischees und lässt seine Akteure einem Abzählreim folgend hops gehen. Dabei ist das alles so vorhersehbar und letztendlich sogar schon fast langweilig, dass es einem schwer fällt bis zum Ende dranzubleiben. „Quarantäne 2 – Terminal“ kann man nur hartgesottenen Genre-Freunden empfehlen, die schon qualitativ Schlimmeres gesehen haben.

3 Kommentare

  1. donpozuelo · Januar 23, 2012

    Das Original habe ich sogar im Kino gesehen, auch wenn ich an und für sich kein großer Fan dieser „Found Footage“-Filme bin. Dass es bei „Rec“ aber so schnell durch Remakes und zweite Teile weitergeht, kann nichts gutes bedeuten. Und so sieht’s ja dann wohl auch aus. Ich verstehe immer nicht, warum man nicht bei dem Konzept des Films – nennen wir es mal Wackelkamera – bleibt. Und warum ein Flughafen? Hat doch schon bei „Stirb Langsam 2“ nicht so richtig geklappt.

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  2. Xander · Januar 23, 2012

    Was heißt denn in dem Zusammenhang Original? „Rec“ oder „Quarantäne 1“?
    Also „Rec“ hatte ich auch im Kino gesehen, im OmU, da war der Film richtig gut, und zwar genau aufgrund des Konzepts mit der Kamera.

    „Quarantäne 1“ kenne ich zwar nicht, aber wird wohl das gleiche in englisch sein. Und der zweite hat sich nun mal angeboten, lief halt und da hab ich ihn geguckt😉

    Gehe auch davon aus, das „Rec 2“ besser sein wird, muss ich halt nur mal gucken.

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  3. Pingback: Kritik: [REC]² (2007) | Xanders Blog - Filme.TV.Sowas.

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