Games: THE CURSED CRUSADE (XBox 360)

Was soll man von einem Spiel halten, bei dem man schon nach einer halben Stunden den Controller wutentbrannt in den Fernseher schmeißen will? Und diese halbe Stunde inklusive Intro (gefühlte 25 Minuten) gerechnet ist? Man sollte meinen, nicht so viel. Da wird man gefühlt stundenlang zugetextet, worum es überhaupt geht, darf dann mehr oder weniger zum ersten Mal aktiv das Gamepad benutzen – und stirbt tausend Tode. Man es darf dann zwar wieder versuchen – aber erst, nachdem man die gefühlt Tage dauernden Introsequenzen wegklickt hat (nachdem man ne halbe Minute auf den Ladebildschirm gestarrt hat). Wäre man vorher informiert worden, was das Spiel von einem erwartet, was man zu tun hat, wäre das alles halb so wild – aber so stirbt man schneller als es dauert, es nochmal zu versuchen. Aber irgendwann hat man es ja raus – und dann kann „The Cursed Crusade“ auch beginnen.



Es geht um den Tempelritter Denz de Bayle, der sich mit seinem Kampfgefährten aufmacht, während der vierten Kreuzzüge im 12. Jahrhundert seinen verschollenen Vater in Jerusalem zu suchen. Nach dessen Abreise hat nämlich sein Bruder, Denz‘ Onkel, die Macht auf der elterlichen Burg übernommen – was Denz nicht so toll findet. Und wär das alleine nicht schon schwierig genug, müssen sich unsere beiden Helden noch mit einem alten Templerfluch herumschlagen, der sie zwar einerseits kurzzeitig stärker macht, ihnen andererseits aber auch schon einen Platz in der Hölle reserviert. Praktischerweise soll Denz‘ Vater auch dafür die Lösung parat haben…

An und für sich klingt das nach einem vielversprechenden Spiel und auch der Trailer sah seinerzeit recht gut aus (wie berichtet). Und wenn man dann auch endlich weiß, wie man gleich zu Beginn in die Kirche kommt, um sich vor dem Tod zu retten, ohne gleich nach fünf Sekunden zu sterben, dann beginnt es ja auch recht interessant mit der Belagerung einer Burg inkl. vorsichtigem Herantasten hinter Schutzwänden. Hat man die Burg eingenommen, startet das eigentlich Kampftutorial, sehr gut verpackt in Trainingseinheiten während eines Ritterturniers. Aber dann macht sich Eintönigkeit breit, und mehr und mehr beginnt man die Eigenheiten des Spiels auseinanderzunehmen, denn von der Atmosphäre wird man hier nicht wirklich gepackt, so dass man eventuell das ein oder andere geflissentlich übersehen könnte, wie zum Beispiel die Grafik. Also richtig schlecht ist diese nicht, und ich brauche auch nicht die bestmögliche Grafik, um an einem Spiel Spaß zu haben, aber es soll halt nicht unerwähnt bleiben, dass das Spiel mit der gleichen Technik auch gut vor ein paar Jahren auf den Markt hätte kommen können. Viel schlimmer ist dagegen die Spielphysik, denn ein um das andere Mal kommt es vor, dass Figuren irgendwo hängen bleiben, dumm vor der Wand rumstehen oder dass man selber nicht eine Treppe hochgehen kann, weil unser Gefährte da blöd stehen bleibt und wir nicht vorbei gehen können. So etwas darf eigentlich nicht passieren. Wenn man denn aber das Gute darin sehen will: So kann man auch wenigsten nicht von höher gelegenen Teilen herunterfallen, dies wird von einer unsichtbaren Barriere verhindert.

Aber, im wahrsten Sinne des Wortes: Man schlägt sich so durch. Denn, Story und Charakterentwicklung und das ganze Gedöns dienen eh nur als Vorwand, anderen Leuten die Köpfe abzuschlagen oder das Blut sonstwie zum Spritzen zu bringen. Im Grunde läuft das Spiel so ab: Man wird in den Zwischensequenzen Ewigkeiten zugetextet, dann kommen wieder böse Jungs, die man massakrieren muss, dann wird man wieder zugetextet. Trotz der hohen Anzahl von Combos, die Denz erlernen kann, beschränkt sich die Praxis nur auf eine kleine Anzahl, die man dafür dann aber auch braucht.

Der Spielablauf stellt sich also folgendermaßen dar: Erst trotz installiertem Spiel ein langer Ladebildschirm, dann eine lange Zwischensequenz, dann kurzes Gemetzel, unterbrochen von Zwischensequenzen, Mission erfüllt. Eine offenere Welt oder ganz einfach mehr Möglichkeiten mit dieser zu interagieren wäre super gewesen.

Ich fasse dann mal zusammen, sonst schreib ich mir hier noch die Finger wund:

Pro:
+ interessante Story
+ Templerfluch gute Spielvariante

Contra:
– Sound muss nach jedem Laden neu eingestellt werden, steht jedesmal auf „0“
– veraltete Grafik mit Clippingfehlern
– KI dumm wie Brot, nur nicht so nahrhaft
– Sprachausgabe stellenweise unmotiviert und viel zu leise, so dass man vieles nicht versteht
– zu lange und weilige Zwischensequenzen, kaum Spielfluss
– lange Ladezeiten zwischen den Kapiteln

Die Motivation, dass Spiel erneut in die Konsole zu schieben, wird wohl eher gering sein. Und so ist „The Crused Crusade“ ein Spiel, dem vielleicht auch nur ein Monat mehr Entwicklungsarbeit gut getan hätte, wurden hier doch viele Chancen vertan.

Anmerkung: Aufgrund einer längeren „XBox-Pause“ habe ich das Spiel noch nicht durch, kann also nichts zum Umfang sagen. Sollte sich im Allgemeinen meine Meinung zu dem Spiel anschließend ändern, wird dieser Artikel selbstverständlich aktualisiert.

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