Kurzkritik: PLANET DER AFFEN – PREVOLUTION [2011]

Schon wieder ein „Planet der Affen“? Nach Tim Burton Remake 2001 hatte ich gedacht, dass Thema wäre durch, für so ein Projekt gibt niemand mehr Geld, denn der Film war alles andere als überzeugend und Fortsetzungen damit eigentlich ausgeschlossen. Und so ist natürlich der erste Gedanke, dass auch dieses Franchise von Hollywoods Fortsetzungs-, Remake- und Reboot-Wahn nicht verschont bleibt, damit noch etwas Geld in die Kasse kommt. Auch der Trailer macht sich wirklich alle Mühe, den Film beliebig ausschauen zu lassen, so dass man meint, einen neuen seelenlosen Popcorn-Actioner vor sich zu haben. Womit eigentlich deutlich wird, dass ich diesen Film nun wirklich nicht auf meiner Liste hatte. Das ich ihn nun dennoch gesehen habe, ist einerseits einer Mehrheitsentscheidung geschuldet, andererseits war es aber dann doch eine kleine Restneugier.

Erzählt wird die Vorgeschichte der Original-Filmreihe: In der Hoffnung, ein Mittel gegen Alzheimer zu finden, testet der Wissenschaftler Will Rodman Medikamente an Menschenaffen. Bei der Schimpansendame Bright Eyes hat er Erfolg: Sie wird scheinbar sogar wesentlich intelligenter. Was niemand ahnt: Bright Eyes ist schwanger, und als sie ihr Baby bekommen hat, wird sie beim Versuch es zu verteidigen getötet. Will nimmt das Affenbaby Caesar mit zu sich nach Hause und zieht es auf. Er bemerkt, dass Caesar die Intelligenz seiner Mutter geerbt hat. Doch Will lernt sehr schnell, dass man in die Natur nicht eingreifen darf…

Wann hat man das schon, dass es bei einem Hollywood-Blockbuster schwierig wird, die Geschichte kurz und knapp zusammenzufassen? Ich hab das im oberen Absatz auch nur stark verkürzt, denn erstaunlicherweise kümmert sich der „Planet der Affen“ sehr intensiv um seine Geschichte und weniger um die Action. Der Hauptdarsteller des Film ist auch Caesar und kein Mensch und man begleitet ihn von klein auf – quasi von der Geburt bis zur Revolution. An guten Tagen freut man sich mit ihm, im Tierheim leidet man mit ihm, und das ist auch die Intention des Films: Man versteht ihn am Ende auch, und damit hatte ich am allerwenigsten gerechnet. Der Film tendiert nicht zum „haut die blöden Affen zu Klump“, er ist mehr Drama als Actionfilm, und das ist ganz groß. Wenn man den Affen auch zeitweise ihre digitale Herkunft ansieht: Man denkt da im Laufe des Films gar nicht mehr drüber nach. Die Affen sind die Stars und Leidtragenden des Films.

Wer also einen reinen Actioner erwartet, der wird enttäuscht sein. Dem wird das alles zu lange dauern, der wird sich langweilen, und der wird dem recht kurzen Showdown nicht viel abgewinnen können. Wer allerdings damit leben kann, dass sich die Geschichte Zeit nimmt, dass Caeser über mehr Persönlichkeit verfügt als man von Affen gewohnt ist, dass der Film eigentlich ein Drama ist, der wird bestens unterhalten werden. Sicherlich, Wunder darf man von dem Drehbuch dann doch nicht erwarten. Das ein oder andere Mal wundert man sich doch aufgrund von Logikproblemen, die menschlichen Darsteller sind doch recht blass, und wer will, findet sowieso noch viel mehr. Aber der Film bewegt, lässt einen die Zeit vergessen und besitzt im Ansatz etwas, was den meisten kalkulierten Kassenhits heutzutage abgeht: Eine Seele. Wenn auch nur eine digitale.